Tom Rauhe von mobalo “Der größte Mehrwert liegt in der lokalen Werbung”

Mobalo will es künftig auch kleineren Unternehmen ermöglichen, mit lokalen Bannereinblendungen für ihre Firma auf Smartphones und Tablets zu werben. Im Gründerinterview spricht mobalo Gründer Tom Rauhe über Budgetvorgaben in der Werbung, die Usability bei Google und Pioniere der mobilen Digitalwerbung.
“Der größte Mehrwert liegt in der lokalen Werbung”

Mobalo will es künftig auch kleineren Unternehmen ermöglichen, mit lokalen Bannereinblendungen für ihre Firma auf Smartphones und Tablets zu werben. Die benötigten Bannerflächen werden dafür per Real Time Bidding eingekauft. Im Gründerinterview spricht Tom Rauhe über Budgetvorgaben in der Werbung, die Usability bei Google und Pioniere der mobilen Digitalwerbung.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Wir glauben, dass Unternehmen unabhängig von ihrem Budget in der Lage sein sollten, effiziente und moderne Werbung zu machen, die funktioniert. Wir entwickeln eine Webanwendung, auf der Unternehmen jeder Größe, welche einen lokalen Bezug mit ihrem Produkt/Dienstleistung haben, für niedriges Einstiegsbudget ihre eigene Werbung gestalten können.

Diese wird dann auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets) in einem beliebig festgesetzten Radius, um das Unternehmen auf Apps und Webseiten ausgeliefert, die die potenziellen Kunden bereits nutzen (Spieleapps, Wetterapps, YouTube, …).

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Wir wollten ursprünglich auch eine Möglichkeit zur Erstellung einer mobilen Webseite anbieten. Wir haben aber erkannt, dass das Produkt dadurch zu komplex werden würde und der größte Mehrwert für den Kunden in der lokalen Werbung liegt. Wir werden daher erst zu einem späteren Zeitpunkt diesen Service anbieten. Außerdem ist das Interesse von Agenturen an unserem Service sehr groß. Wir werden also auch individualisierte Lösungen für komplexe Kampagnen für Großkunden anbieten, inklusive automatisierter Bannererstellung bzw –anlieferung und Integration in den bestehenden Mediaeinkaufsprozeß.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Mitbewerber, die lokale Werbung für Kleinunternehmer anbieten, sind bisher ausschließlich searchbasiert (Google Anzeigen). Hätte Google eine vernünftige Usability, wären diese Unternehmen komplett überflüssig. Das kann uns nicht passieren. Wir sind als Schnittstelle zwischen Real Time Bidding Plattformen zwingend notwendig.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Kunden müssen bereit sein, neue Wege zu beschreiten und Pioniere der mobilen Digitalwerbung sein. Das ist nicht jedermanns Sache, viele brauchen immer noch Werbung zum Anfassen, auch wenn sie ineffizienter und teurer ist. Aber wir haben in Deutschland genug Innovatoren, damit wir den Durchbruch schaffen können.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir kaufen die Werbung über Schnittstellen auf Real Time Bidding Platformen und verkaufen sie teurer. Wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen (inklusive der Anbindung an größere Partner), können wir bereits Ende des Jahres schwarze Zahlen schreiben.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Mittelfristig (4 Monate) Österreich und Schweiz, längerfristig (1 Jahr) England und Nordics.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir wollen DER deutsche Partner für lokalisierte mobile Werbung werden, sowohl für Kleinkunden, als auch für Großkunden und Agenturen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Tom Rauhe studierte Logik und Wissenschaftstheorie, Völkerrecht und Politikwissenschaften (Magister) an der LMU München. Er begann seine Online Karriere im Jahr 2007 bei einem Reichweitenvermarkter. 2010 half er bei der Vermarktung der Werbemöglichkeiten auf einer kostenlosen professionellen IT Monitoring SaaS Lösung. 2011 kam er zu com+com media. Mobalo gründete er 2013.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.