15 Fragen an Nils von Dellingshausen “Für den Behandlungserfolg ist der Arzt entscheidend”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Nils von Dellingshausen von BetterDoc.
“Für den Behandlungserfolg ist der Arzt entscheidend”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich habe 10 Jahre für einen DAX-Konzern gearbeitet und dabei gelernt, was es bedeutet, für die Erreichung von Zielen verantwortlich zu sein, die von oben vorgegeben werden. In der Lage zu sein, die eigenen Ziele selbst zu definieren, ist ein großer Luxus.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu IhremStart-up?
Die Idee ist zusammen mit meiner Frau entstanden, die lange Jahre an verschiedenen Kliniken in Deutschland gearbeitet hat. Sie hat dabei immer wieder festgestellt, dass es für den Behandlungserfolg absolut entscheidend ist, an den richtigen Arzt zu gelangen – nämlichen einen, der sich auf die Erkrankung des Patienten spezialisiert hat.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zunächst haben wir BetterDoc ca. 1,5 Jahre aus eigener Tasche finanziert. Danach kamen Friends & Family und schließlich Business Angels und strategische Investoren.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Investoren zu finden, die Ahnung vom Gesundheitsmarkt haben. Es gibt so gut wie keine.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Nichts. Alle Fehler, die man macht, gehören dazu.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Word-of-Mouth.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Familie, meine ehemaligen Konzern-Chefs und einer meiner besten Freunde, der ein Top-M&A-Anwalt ist. Etwas später hat uns Alexander Zacke (CEO Auctionata) großartig weitergeholfen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Durchhalten. Frühzeitig umkehren, wenn man eine Sackgasse erkennt.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Erstmal würde ich mich bei ihm bedanken, dass es die Business Angel – Förderung der BAFA gibt. Wir haben davon sehr profitiert. Ansonsten würde ich ihm sagen, dass bürokratische Hürden wie z.B. der Mindestlohn für Praktikanten der Tod vieler Frühphasen-Startups in Deutschland sein werden.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? Darüber mache ich mir keine Gedanken.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschenspielen?
Bei ResearchGate.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die Zukunft. Ich habe vier Kinder und würde wissen wollen, was auf sie zukommt.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich stecke es in die Ausbildung meiner Kinder. Ich befürchte, dass das Geld dann schnell weg ist.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Draussen sein in der Natur mit meiner Familie und Freunden. Handy aus. Kopf frei bekommen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Es ist leider nicht mehr möglich, aber am liebsten mit Steve Jobs.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Nils von Dellingshausen studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln sowie INSEAD Executive Education. Seine beruflichen Stationen führten ihn zunächst zur Cambridge Strategic Management Group und zur Deutschen Telekom AG. Seit Juli 2012 betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Frau BetterDoc. Dort ist verantwortlich für Strategie, Funding, Marketing und Vertrieb.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.