Jeffry van Ede von goodz “Es gibt eine große Gruppe, die nachhaltig konsumieren will”

Im Gründerinterview mit deutsche-startups.de spricht goodz-Gründer Jeffry van Ede über die Probleme der Konsumenten, gute Vorsätze auch in die Tat umzusetzen, die stark wachsende Gruppe aufgeklärter Käufer und den weit gefassten Begriff der Nachhaltigkeit.
“Es gibt eine große Gruppe, die nachhaltig konsumieren will”

Nachhaltiger Konsum ohne gleich in der Öko-Schiene zu landen, das geht? Goodz wagt diesen Spagat. Gründer Jeffry van Ede ging mit diesem Vorsatz Ende des vergangenen Jahres online. Im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de spricht er über die Probleme der Konsumenten, gute Vorsätze auch in die Tat umzusetzen, die stark wachsende Gruppe aufgeklärter Käufer und den weit gefassten Begriff Nachhaltigkeit.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Die Idee hinter goodz ist so einfach wie plausibel und die Antwort auf eine Frage, die sich immer mehr Menschen stellen: Wo kann ich gute Produkte kaufen? Gut, nicht nur im Sinne von “gut gemeint”, sondern auch “gut gemacht”.

In nahezu jeder Konsumkategorie ziehen moderne Verbraucher Produkte vor, die von verantwortungsvoll handelnden Marken hergestellt werden. Doch allzu oft übersetzen sich ihre guten Absichten bis dato noch nicht in ihren Online-Einkaufskorb. Ausschlaggebend für dieses Verhalten ist ihr fehlender Zugang zu einem Einkaufsangebot, das ihrem Anspruch an ein zeitgemäßes Shopping-Erlebnis für einen bewussten Lifestyle gerecht wird.

goodz adressiert eine breite und rasant wachsende Käuferschicht moderner Verbraucher mit dem Anspruch, sozial und ökologisch verantwortungsvoll zu konsumieren, ohne auf Qualität, Style und ein erstklassiges Einkaufserlebnis verzichten zu wollen. So vereint goodz den Zugang zu einem einzigartigen Angebot der innovativsten Lifestyle-Marken aus den Kategorien Fashion, Beauty, Home & Living, Food, Mobility und Pets mit zwei dominanten Megatrends der Gegenwart: E-Commerce und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Kaufentscheidung moderner Mainstream-Konsumenten. Um die hohen Ansprüche der Zielgruppe zu bedienen, setzt goodz auf eine moderne Bildsprache, hohe Usability und eine lockere Tonalität auf Augenhöhe.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit hat sich einiges getan. Zu Beginn wollten wir beispielsweise ein Rating für die Nachhaltigkeit unserer Produkte einführen. Über die Zeit haben wir jedoch festgestellt, dass wir der Komplexität und Vielseitigkeit dieses Themas damit nicht gerecht werden. Heute stellen wir unsere Marken und Produkte auf eine Bühne und liefern in aller Transparenz Fakten und Hintergründe zu ihrer Geschichte und ihren Nachhaltigkeitsansätzen. Hier zählen wir auf die Stimme der Community, die bewerten kann welche Ansätze dabei überzeugen und welche nicht. So lernen wir zusammen mit unseren Kunden was der weite Begriff „Nachhaltigkeit“ für unsere Community explizit bedeutet.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
goodz stellt den Menschen in den Mittelpunkt – die ‚neuen’ bewussten Konsumenten und die innovativen junge Unternehmer, die hinter den Marken stehen. Dabei positionieren wir uns nicht in der Eco Nische sondern erfüllen die Bedürfnisse des Mainstreams der zunehmend bewusst einkaufen will, aber nicht auf Design, Qualität und Spaß am Einkaufen verzichten will. Und diese Zielgruppe sprechen wir mit unserer Wort- und Bildsprache sowie der Produktauswahl an.

Darüber hinaus setzen wir auf exklusive Kooperationen und einzigartige Produktinnovationen. So lancieren wir z.B. diesen Monat die 1. Prepaid Karte für elektrisches Fahren in Deutschland unter der Marke „goodz-drive“. Damit heben wir uns deutlich von anderen Unternehmen in der Nachhaltigkeitssphäre wie AvocadoStore, Fraisr oder Greenality ab.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Es gibt sie bereits, die große und stark wachsende Gruppe von Menschen die angeben, bewusster und nachhaltiger zu konsumieren zu wollen, doch diese Absicht wird oft noch nicht in die Realität umgesetzt. Wenn wir es schaffen, dieser Gruppe einen einfachen Zugang zu Produkten zu ermöglichen für die sie keine Kompromisse eingehen müssen und wenn wir es schaffen diese Gruppe auf unsere Reise mitzunehmen, wird goodz den Durchbruch schaffen.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Wir verdienen mit jeden verkauften Produkt über die Handelsspanne sowie teilweise über Werbeeinnahmen. Den Break-Even werden wir in ca. 2 Jahren erreichen.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Wir haben ein sehr breites Produktportfolio was in den nächsten Wochen und Monaten noch sehr stark wachsen wird. Es geht uns weniger um ein einzelnes Produktsegment. Unsere Ambition ist es die Nummer Eins Online Adresse für einen nachhaltigen Lifestyle zu werden.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir arbeiten unentwegt an der Weiterentwicklung unserer Plattform. Die Basis steht, aber wir haben noch vieles vor – wie den Ausbau unserer Profilseiten und die Einführung von Gamification-Elementen. Darüber hinaus steht natürlich die Erweiterung des Produkt- und Serviceangebots im Mittelpunkt.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Jeffry an Ede ist gebürtiger Niederländer und ist ehemaliger Geschäftsführer der Sony Deutschland. Im Sommer letzten Jahres gründete er goodz, einen Onlineshop für Design, Qualität und Nachhaltigkeit.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.