Payment-as-a-Service Payever ermöglicht Raten- und Rechnungskauf für jedermann

Payever ist eines der Start-ups aus dem Accelerator-Programm von ProSiebenSat.1. Das noch junge Unternehmen ermöglicht es Kunden von Onlineshops und -marktplätzen auf Raten oder per Rechnung zu bezahlen. Die Integration in die Shops und Marktplätze erfolgt über ein HTML-Schnippsel.
Payever ermöglicht Raten- und Rechnungskauf für jedermann

Beim Accelerator ProSiebenSat.1 wurde im September 2013 eine neue Runde aufgelegt, in der vielversprechende Start-ups sowohl finanzielle als auch Unterstützung durch Mentoring und Coaching erhalten. Payever ist eines dieser Start-ups. Das noch junge Unternehmen ermöglicht es Kunden von Onlineshops und -marktplätzen auf Raten oder per Rechnung zu bezahlen.

Das E-Commerce-Segment wächst seit Jahren, das Prinzip der Zahlung auf Rechnung und Raten ist längst etabliert und wird von vielen Kunden gern genutzt. Was aber tun, wenn der Händler mit dem günstigsten Angebot die genannten Zahlungsmodalitäten gar nicht anbietet? Die Situation ist für beide Seiten unbefriedigend: Dem Händler geht durch einen Zahlungsabbruch womöglich ein Kunde, und damit Umsatz, verloren; der Kunde selbst muss sich gegebenenfalls etwas anderes überlegen… ein Banküberfall steht im Normalfall ja nicht zur Debatte. Hier will payever beiden Seiten mit seinem Payment-as-a-Service-Dienst helfen und bietet seit Oktober 2013 die Integration von Rechnungs- und Ratenkauf an. Diese Integration erfolgt über ein HTML-Schnippsel, das ohne viel Aufwand in Onlineshops und -marktplätze, und auch in Rechnungs-E-Mails, eingebaut wird. Es müssen keine Shopmodule installiert oder gewartet werden.

Wie funktioniert das System?

Der Kunde kauft im Netz ein und wählt an der Onlinekasse die Zahlungsmethode “Vorkasse” aus. Dann gibt er auf der payever-Plattform die Kontodaten des Onlineshops ein und bestätigt die Bezahlung mit einem Klick. Nach einem einmaligen Bonitätscheck und erfolgreicher Identifizierung des Kunden bekommt der Händler daraufhin sofort das Geld für die Ware überwiesen – möglich wird dies durch Banken, die für den Shopkunden in Vorleistung treten und bei denen er dann den ausstehenden Betrag in Raten abbezahlt. Der Zins dafür bewegt sich im Bereich der 10-Prozent-Marke.

Die wichtigste Komponente der Geschäftsidee sind Finanzquellen, die das Ausfallrisiko tragen. Mitgründer und Geschäftsführer Artur Schlaht bestätigt: “Payever wird erst durch die Kooperation mit den Banken möglich, sie treten ja in Vorleistung.” Die Anmeldung ist für Kunden und Partnershops kostenfrei, pro getätigter Transaktion erhält payever einen prozentualen Anteil als Gebühr, je nach Betrag und Zahlungsart. Hierbei kann der Händler entscheiden, ob er diese Gebühr selbst zahlt oder sie an den Kunden überträgt.

Unterstützt wird payever durch ein EXIST-Stipendium und das Accelerator-Programm von ProSiebenSat.1, an dem das Team seit Anfang September teilnimmt. Als finanzielle Hilfe bekommt das Spin-off der Universität Würzburg 25.000 Euro Startkapital zu 5 Prozent Equity, weiterhin gibt es ein Coaching- und Mentoring-Programm. Für das erste Quartal 2014 ist eine größere Finanzierungsrunde geplant. Das Gründerteam, bestehend aus Artur Schlaht, Karsten John Gerber, Viktor Butsch, Martin Saigger und Nikolas Fleschhut, ist offen für Gespräche.

Fazit

Vom Angebot profitieren, neben payever selbst und den angeschlossenen Banken, sowohl Händler als auch Kunden: Erstere können normalerweise risikobehaftete Zahlungsarten anbieten und damit weitere Käufergruppen erschließen, ohne sich über finanzielle Ausfälle Gedanken machen zu müssen. Letztere können sich Produkte kaufen, die sie sofort benötigen, deren Betrag sie aber nicht sofort parat haben.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.



  1. Heinz

    Der Zins bewegt sich im 10%-Bereich? Das in Zeiten von hinterhergeworfenen 0%-Konsum Krediten! Bin aber trotzdem gespannt, wie es weiter gehen mag, hoffentlich hört man auch in einem jähr positive Nachrichten

  2. Pingback: Rückschau November: Besuch bei den Blognachbarn - Meine Firma und ich -

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