15 Fragen an Markus Steinhauser von Testbirds

“Ich bin Eigentümer sämtlicher Winnetou-Filme auf VHS”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Markus Steinhauser von Testbirds.
“Ich bin Eigentümer sämtlicher Winnetou-Filme auf VHS”
Freitag, 15. November 2013VonChristina Cassala

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen, den es inzwischen auch in gedruckter Form und als eBook gibt – siehe “Hinter den Kulissen deutscher Start-ups“. Der kurze Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Markus Steinhauser von Testbirds.

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich muss mich täglich neuen Herausforderungen stellen und viel Verantwortung übernehmen. Das motiviert und wird nie langweilig.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Hier kommen meine beiden Kollegen Philipp Benkler und Georg Hansbauer in Spiel. Beide waren schon länger in der Software- und IT-Welt unterwegs und sind immer wieder auf Probleme beim Testing gestoßen. Am Ende einer längeren Ideenfindung stand dann Crowdtesting durch Testbirds. Ein einzelnes Ereignis lässt sich eigentlich gar nicht festmachen, es war eher die logische Konsequenz.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zum einen wurden wir ein Jahr lang durch das EXIST-Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Ein halbes Jahr nach dem Go-Live hat die Walter Beteiligungen und Immobilien AG im Sommer letzten Jahres einen siebenstelligen Betrag investiert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Von Beginn an war die Öffnung des Marktes eine große Herausforderung. Mittlerweile haben wir diesbezüglich einiges erreicht und Crowdtesting in Deutschland maßgeblich geprägt. Intern ist das Thema Mitarbeitermanagement immer wichtiger geworden, mittlerweile umfasst unser Team knapp 30 Leute.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase andersmachen?
Ich würde das Instrument Gründerwettbewerbe noch besser nutzen. Gerade am Anfang erzielt man damit eine große Reichweite und lernt gleichzeitig sein eigenes Produkt noch besser kennen. Auch hinsichtlich der Mitarbeitermotivation würden wir wahrscheinlich viel früher loslegen, denn das geht vor allem am Anfang oft unter.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Social Media ist für unsere Crowd ein super Instrument, um das Unternehmen an sich greifbarer und persönlicher zu machen. Bei tausenden von Testern ist außerdem die Mundpropaganda nicht zu unterschätzen. Auf Kundenseite sind persönliche Gespräche immer noch das beste Rezept.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Insgesamt gab es nur Rückenwind aus dem Familien- und Bekanntenkreis. Da wäre es nicht fair eine einzelne Person heraus zu picken. Auch einzelnen Personen aus der Branche sowie einigen Netzwerken haben wir viel zu verdanken. Unterstützt durch Gründer Regio M an der LMU München haben wir zum Beispiel das EXIST-Gründerstipendium erhalten. Der Kontakt zu unserem Investor kam über das Finanzierungsnetzwerk evobis zustande.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
So früh wie möglich Marktfeedback einholen!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger Bürokratie und einen besseren Zugang zu Informationen rund ums Gründen. Und dass wir seine App testen dürfen natürlich. Der Zugang zu Fördermitteln sollte erleichtert werden, denn das ist momentan sehr kompliziert. Wir haben Herrn Rösler tatsächlich schon zwei Mal getroffen, auf der CeBIT zum Beispiel dann aber mehr über seine Facebook Seite gesprochen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich wäre wahrscheinlich als Journalist unterwegs, auf der anderen Seite der Kommunikation sozusagen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ich finde das Konzept von Fair Observer sehr spannend. Zu einem Blick hinter die Kulissen würde ich nicht nein sagen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Gar nicht so weit zurück, in den Wilden Westen der Neuzeit. Als Eigentümer sämtlicher Winnetou Filme auf VHS habe ich gar keine andere Wahl.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Irgendwo in Australien ein nettes Häuschen am Strand kaufen. Der Rest wird angelegt.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Im Sommer geht’s nach dem Ausschlafen an einen der vielen Münchner Seen und abends wird dann gegrillt. Bei schlechtem Wetter ist aber auch mal Faulenzen angesagt.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ein Gespräch mit Marissa Mayer fände ich sehr spannend. Yahoo als Urgestein des Internets neu auszurichten ist eine riesen Aufgabe. Außerdem hätte sie sicherlich auch wertvolle Tipps für Start-ups.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Markus Steinhauser hat Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Fribourg in der Schweiz studiert. Bei Testbirds (www.testbirds.de) ist er als Marketing und PR Manager für die Kommunikation mit Kunden, Testern sowie Journalisten zuständig. Neben der Unternehmenskommunikation verantwortet er den Ausbau der Crowd auf internationaler Ebene.

15 Fragen als eBook und in gedruckter Form

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Christina Cassala

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.