“Das ‘Big Picture’ ist das gleiche geblieben” – Naomi Owusu von Tickaroo

Nicht nur Bayern München und Dortmund haben Fans, sondern auch Vereine der unteren Ligen. Und das nicht nur im Fußball. Doch zu selten wird über deren Spielergebnisse berichtet. Hier setzt Tickaroo (www.tickaroo.com) an […]
“Das ‘Big Picture’ ist das gleiche geblieben” – Naomi Owusu von Tickaroo

Nicht nur Bayern München und Dortmund haben Fans, sondern auch Vereine der unteren Ligen. Und das nicht nur im Fußball. Doch zu selten wird über deren Spielergebnisse berichtet. Hier setzt Tickaroo (www.tickaroo.com) an und macht die Fans zu Hobby-Reportern, die direkt vom Spielfeldrand twittern sollen. Im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de sprach Gründerin Naomi Owusu über Live-Berichterstattung und Nischensportarten.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Tickaroo ist eine Liveticker-App für lokale Sportereignisse jeder Art. In der Fußball-Bundesliga ist ein professioneller Liveticker für Vereine und Fans seit langem selbstverständlich. Für Fun- und Amateurteams, Betriebssportgruppen oder Nischensportarten gab es jedoch bisher keine professionelle Möglichkeit, Sport-Livedaten möglichst schnell und einfach ohne Vorkenntnisse zu teilen. Mit Tickaroo ist das jetzt möglich.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Die Idee zu Tickaroo entstand, als ich für einen lokalen Drittligisten in Zusammenarbeit mit einem Verlagshaus eine Fußball-Applikation umsetzen sollte. Dabei stellte ich fest, dass es keine guten Tools zur Liveberichterstattung für untere Ligen gibt. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich schnell eine umfassende Plattformidee, an der sich bisher grundsätzlich nichts geändert hat. Natürlich verschieben wir je nach Bedarf Schwerpunkte und setzen andere Akzente, aber das „Big Picture“ ist das gleiche geblieben.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt bereits zahlreiche Liveticker-Apps, Fußball- und Sportportale, allein auf dem deutschen Markt. Im Unterschied zu anderen Sport-Ticker-Apps ist Tickaroo aber kein redaktionell geführter Live-Ticker und tritt deshalb nicht in Wettbewerb zu den großen Sport-Communities. Wir setzen sehr stark auf unsere Technologie und sehen daher alle Mitbewerber eher als Kooperationspartner, die wir mit unserer Technik unterstützen können. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Performance der Dienste und auf der Nutzerfreundlichkeit der Anwendungen. Die Sportfans der unteren Ligen, Amateurteams und Nischensportarten sorgen dann für die entsprechenden Inhalte auf unserer Plattform.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Dazu benötigen wir einen starken strategischen Partner, den wir einerseits mit unseren Technologien unterstützen können und der uns andererseits dabei hilft, Tickaroo weiter bekannt zu machen.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Derzeit arbeiten wir mit Verlagskunden, die für unsere Lösungen bezahlen. Damit tragen wir unsere Kosten ohne Verluste.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Nach Deutschland sehen wir ganz klar die USA als potentiellen Markt. Dort haben wir bereits einige viel versprechende Gespräche geführt. 2014 wollen wir mit Tickaroo auch weltweit vertreten sein.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
In den nächsten Monaten wollen wir die erste Version unserer Plattform schrittweise um neue Funktionen und Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Club-Premiumaccounts mit Mehrwertdiensten oder der Möglichkeit, für Vereine Geld über die Plattform zu verdienen, erweitern. Dafür widmen wir uns in nächster Zeit vor allem den Themen Videostreaming, Live-Sportvideoproduktion und Sportmarketing.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person
Naomi Owusu arbeitet nach ihrem Pädagogik- und Psychologiestudium vier Jahre im Bereich „Neue Medien“ bei der Kupferwerk AG, zuletzt im Business Development, bevor sie sich 2011 als freie Beraterin für Unternehmen wie Verivox, die KKH oder auch Bauer Media tätig war. Der Fokus ihrer Arbeit lag vor allem in der Beratung bei der Produktstrategie digitaler Medien sowie der Konzeption digitaler Produktwelten. In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftlicher Fan der Baseball-Teams Buchbinder Legionäre Regensburg und Ghana Black Stars.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.