abalo: mobil Werbung gucken fürs Taschengeld

Da krempelt gerade jemand ein wenig die Werbebranche um. Jammerten bisher die meisten darüber, überall mit Werbung zugemüllt zu werden, dürfen sie sich bei abalo (www.abalomedia.com) aktiv dafür entscheiden, auf ihrem Smartphone noch […]
abalo: mobil Werbung gucken fürs Taschengeld

Da krempelt gerade jemand ein wenig die Werbebranche um. Jammerten bisher die meisten darüber, überall mit Werbung zugemüllt zu werden, dürfen sie sich bei abalo (www.abalomedia.com) aktiv dafür entscheiden, auf ihrem Smartphone noch mehr Werbung vorgeführt zu bekommen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass so einige dieses Angebot wahrnehmen werden, ist groß.

Denn zum einen bekommen sie nur Ads aus ihren Interessensgebieten angezeigt und zum zweiten gibt’s jedes Mal ein paar Cent dafür. Die ‘Litfaßsäule’, die Smartphone-Nutzer quasi an abalo für Werbung vermieten, ist der Sperrbildschirm ihres Smartphones. Derzeit ist abalo nur für Android ab Version 2.2 verfügbar. Versionen für iOs und Windows Phone sind in Arbeit. Einen genauen Zeitpunkt für den Launch gibt es derzeit noch nicht.

Die Nutzung von abalo – der Name bedeutet auf Altkeltisch ‘Birne’ – ist für die Smartphone-User kostenlos, sie füllen zur Registrierung lediglich ein Profil aus, in dem sie auch ihre Interessen angeben und installiert die App auf seinem Smartphone.

Bis zu 15 Euro pro Monat erhält er dann monatlich, nämlich 1,8 Eurocent pro Entsperrvorgang, bei dem eine Ad angezeigt wird. Maximal werden 27 Anzeigen pro Tag angezeigt, wobei rein statistisch jedes Smartphone etwa 35-mal täglich entsperrt wird.

Ausgezahlt wird der Nutzer nach Wahl monatlich oder halbjährlich.

Der Nutzen für die Werbetreibenden besteht im recht genauen Targeting
Klar, bezahlt werden die User und natürlich auch abalo von den Werbetreibenden.

Werbetreibende buchen bei abalo Kampagnen. Durch die genauen Targeting-Möglichkeiten können sie Streuverluste minimieren. Das Unternehmen kann dabei selektieren nach: Alter, Geschlecht, Wohnort/ Bundesland, Zeitfenster und Interessen.

In Zukunft wird es auch möglich sein, Anzeigen im Umkreis eines bestimmten Orts, zum Beispiel einer Filiale, georeferenziert zu schalten.

abalo eignet sich dabei sowohl für klassische Branding-Kampagnen, als auch zum Setzen von Interaktionen. So kann die Anzeige mit einem Link hinterlegt werden, der zu einem Online-Shop, einer Landingpage, einem Gutschein oder einem Filialfinder führt.

Je nach Genauigkeit des Targeting, der Definition des Kampagnen-Zeitraums bzw. später dann georeferenzierter Schaltungen gibt es verschiedene Preismodelle für die Werbetreibenden, wobei der niedrigste Preis bei 50 Euro pro tausend Entsperrvorgängen, also garantierten Sichtungen liegt.

Die Idee zu abalo, das in Österreich seit Mai 2013 in der offiziellen Version live ist und in Deutschland seit Anfang Juli, hatte Michael Mass, einer der Gründer. Er stellte sich beim Ansehen eines klassischen Plakats die Frage, warum noch niemand diese Werbeform ins digitale Zeitalter gebracht hat.

Ein paar Wochen später kam ihm eine Studie unter die Finger. Diese besagt, dass das Bild, das auf der Netzhaut entsteht, wenn man ein Plakat aus 7,5 Metern Entfernung betrachtet, das gleiche Bild ist, das beim Betrachten eines gängigen Smartphone-Displays auf der Netzhaut erzeugt wird. Das war der ausschlaggebende Grund, die Idee das klassische Plakat auf Smartphones zu bringen, weiter zu verfolgen.

abalo Media ist ein Startup-Unternehmen im Bereich Digital Media mit Sitz in Wien. Das österreichische Unternehmen wurde Anfang 2012 von drei IT- und Werbeunternehmern gegründet: Alexander Zrost (CEO), Peter Götzl (CTO) und Michael Mass (CMO).

Seit November 2012 ist die Deutsche Balaton AG als Finanzinvestor mit einer nicht genannten Summe an Bord. Der deutsche Markt wird von der abalo Media Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin unter der Leitung von Daniel Klarkowski betreut. abalo Media entwickelt neue, innovative Formen der mobilen Onlinewerbung und beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiter.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.



  1. Toto

    Die Seite ist nett gemacht, aber das wird niemals klappen. Außerdem was bringt das einem Werber, wenn die Werbung nur angeschaut wird, weil man “Geld” verdienen will? Das macht irgendwie keinen Sinn. Das klappt schon bei diesem Flimmer nicht und wird es hier genau so wenig tun. Abgesehen davon sehe ich technische Probleme, durch die ständigen Updates. Ne denke das wird nix.



  2. Anwalt

    @Toto. Ich sehe hier durchaus eine Chance. Das Argument, Werbetreibende würden keine Anzeigen schalten, weil sie Nutzer bezahlen müssen, verstehe ich nicht ganz: Ich denke, für Firmen ist es eine nette Alternative, weil die Nutzer bewusst eine Anzeige wahrnehmen. Bevor ich mobile Werbung schalte und nicht sehen kann, wie viele Kunden ich nun tatsächlich erreiche und ob diese dann ein Minibanner überhaupt wahrnehmen, ziehe ich das Konzept vor. Nette Idee…anderes als der übliche eCommerce und Second-Hand-Kram, den man hier so für gewöhnlich findet. Wird kein Google-Killer, aber ich denke, da könnte was gehen…



  3. Bennett

    @Toto: Das ganze funktionniert als live-wallpaper und funktionniert deshalb unabhängig der Android Version und kann nicht durch änderungen in der lockscren-technologie behindert werden.



  4. Dieter

    Nicht schon wieder, sorry. In den letzten 15 Jahren durfte ich immer wieder Dienste “erleben”, die einem Nutzer Geld für das aktive Betrachten von Werbung zahlen wollten und keiner der Dienste existiert noch. Ja ich weiß, abalo macht natürlich alles anders, den Spruch hab ich auch noch NIE gehört.

    Jedenfalls viel Glück!
    Euer Pessimist



  5. Emac

    Ich sehe auch wenig Chancen für den Erfolg aber ich muss @Anwalt recht geben solange es sich nicht um ein eCommerce und Second-Hand-Kram handelt, wünsch ich den viel Glück.

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