ZenMate: Browser-Plugin er­möglicht verschlüsseltes Sur­fen – wie in einem VPN

Wer unterwegs sensible Websites ansteuern muss, hat ein Problem: Entweder bedient man sich eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN), das die Verbindung verschlüsselt oder man erledigt das von Zuhause aus, wo das eigene Netzwerk […]
ZenMate: Browser-Plugin er­möglicht verschlüsseltes Sur­fen – wie in einem VPN

Wer unterwegs sensible Websites ansteuern muss, hat ein Problem: Entweder bedient man sich eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN), das die Verbindung verschlüsselt oder man erledigt das von Zuhause aus, wo das eigene Netzwerk sicher scheint. Da die Einrichtung von VPNs für Otto-Normal-Nutzer oft zu kompliziert ist, hat Zenguard (www.zenmate.io) ein Browser-Plugin entwickelt, das Grundfunktionen eines VPNs im Browser nachbildet.

Oft kommen Start-up-Gründer auf ihre Ideen, weil sie selbst ein Problem haben, das sie lösen wollen. Markus Hänel und Simon Specka nutzten, auch im Ausland, öfter VPNs, um auch in offenen WLANs verschlüsselt und sicher mobil zu surfen. Die Einrichtung solcher gesicherten “Tunnel” empfanden sie allerdings als kompliziert und so begannen sie während des Studiums in Manchester über eine einfachere Lösung nachzudenken. Da sie die meiste Zeit mit dem Browser im Netz unterwegs waren, entschlossen sie sich, das kostenlose Browser-Plugin ZenMate zu entwickeln, das transparent im Hintergrund für einen soliden Basisschutz sorgen und somit für eine Breite Masse an Benutzern verfügbar sein soll.

Basisschutz und Vertrauen zum Anbieter

Um diesen Basisschutz zu gewährleisten, verschlüsselt das Plugin die Verbindung des Browsers zu den ZenMate-Servern, sowohl für ungesicherte wie auch gesicherte Websites (http / https). Die Server stehen an verschiedenen einstellbaren Standorten im Ausland und erschweren dadurch das Nutzertracking durch Seitenbetreiber – zusätzlich werden auf den ZenMate-Servern keine IP-Adressen gespeichert. Aktuell steht ZenMate für Google Chrome zur Verfügung, an Versionen für Firefox und Opera wird derzeit gearbeitet.

Damit das eigene Angebot breit angenommen wird, bedarf es laut Specka einer Voraussetzung, er erklärt: “Die meisten Anbieter im Segment haben ihren Sitz Offshore und oftmals ist nicht klar, wer hinter dem Dienst eigentlich steckt. Vertrauen in den Anbieter ist aber wichtig, hier hilft es nur, wenn wir als Firma mit Sitz in Deutschland gegenüber unseren Usern transparent sind und Vertrauen schaffen.”

100.000 Nutzer aus 170 Ländern nutzen ZenMate aktuell

Seit Februar 2013 sind die beiden Gründer mit ihrer Firma ZenGuard UG in Berlin ansässig und starteten ihren Dienst kurz darauf in einem Softlaunch. Inzwischen hat ZenMate laut eigenen Angaben etwa 100.000 Nutzer aus 170 Ländern. Für die Zukunft wird unter anderem daran gearbeitet, den Standort pro Browserreiter einstellen zu können. Aktuell fragen einige Dienste nach, ob man nicht eine andere Sprache als Deutsch für die Website oder die Suche nutzen möchte, was störend sein kann.

Screenshot des ZenMate-Plugins auf einer Wikipedia-Seite

Finanzierung und Geschäftsmodell

ZenGuard ist eines der acht Start-ups, das am Programm des Axel Springer- Accelerators Plug & Play teilnimmt und wird auf verschiedene Weise unterstützt: Neben 25.000 Euro Startkapital arbeitet das Team in bereitgestellten Büroräumen und erhält in Workshops, Coaching und Mentoring wichtiges Know-how zum Aufbau und Betrieb eines Start-ups. Aktuell wird bereits an der zweiten Finanzierungsrunde gearbeitet, die über das private Netzwerk, Risikokapitalgeber und Business Angels realisiert werden soll.

Wie bereits erwähnt, ist das ZenMate-Plugin kostenlos und einen kostenfreien Basistarif soll es laut den Gründern immer geben. Das Geschäftsmodell wird später auf einem Freemium-Abomodell und Trafficbegrenzung beruhen. Erweiterte Premiumfunktionen sind auch möglich, das Team steht dazu derzeit im Dialog mit seinen Nutzern.

Fazit

ZenMate ist eine praktische Sache, die das Surfen für die breite Masse etwas sicherer macht und sich nicht in den Weg stellt. Nach Installation des Plugins müssen auch technisch nicht so versierte Nutzer keinerlei Einstellungen vornehmen, wenn sie nicht wollen. Die Verbindungs-Geschwindigkeit war in einem Testlauf, im Gegensatz zu manch anderem ähnlichen Dienst, durchweg akzeptabel. Ein netter Nebeneffekt ist überdies die Tatsache, dass sich ausländische Dienste wie YouTube, Pandora oder der BBC iPlayer ohne Einschränkungen nutzen lassen, wenn der Serverstandort im Plugin erstmal geändert wurde.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.

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