Smarboo: Eine Booking-Plattform für den Longtail-Bereich

Die Kommunikation zwischen Künstlern und Veranstaltern findet oft auf verschiedenen Kanälen statt, was zeit- und verwaltungsaufwändig sein kann. Smarboo (www.smarboo.com) bietet eine Booking-Plattform, um den Informationsaustausch zu zentralisieren und beiden Parteien schnell zu […]
Smarboo: Eine Booking-Plattform für den Longtail-Bereich
Dienstag, 11. Juni 2013VonThorsten Panknin

Die Kommunikation zwischen Künstlern und Veranstaltern findet oft auf verschiedenen Kanälen statt, was zeit- und verwaltungsaufwändig sein kann. Smarboo (www.smarboo.com) bietet eine Booking-Plattform, um den Informationsaustausch zu zentralisieren und beiden Parteien schnell zu einem Vertragsabschluss zu verhelfen. Der Dienst möchte explizit kleine Veranstalter ansprechen, denn auch mit Nischenkünstlern lässt sich Geld verdienen.

“Wir möchten Transparenz im Bookingvorgang schaffen, dazu konzentrieren wir die Kommunikation zwischen Künstler und Veranstalter im Longtail auf unserer Plattform. E-Mail-Postfächer von Veranstaltern sind oft mit diversen Anfragen und Bewerbungen gefüllt, die sich in verschiedenen Stadien der Bearbeitung befinden. Wir gestalten den Workflow für beide Seiten übersichtlicher und sparen beiden Parteien somit Zeit”, erklärt Tobias Mecke, Gründer und Geschäftsführer von Smarboo, die Ziele der Plattform.

Wie er andeutet, konzentriert sich sein Dienst auf den sogenannten “Longtail”, was bedeutet, dass der Fokus auf vielen kleineren Veranstaltungen liegt anstatt auf wenigen großen. Nach der Theorie des Wired Magazine-Chefredakteurs Chris Anderson soll es, gerade im Internet, so möglich sein, mit vielen Nischenprodukten Gewinne zu erzielen. Als Zielgruppen hat Smarboo neben Live-Clubs auch Firmenveranstaltungen, Hochzeiten und kleinere Veranstaltungsorte ausgemacht und teilt mit: “Für die Zukunft möchten wir Gastronomen, die vielleicht noch gar nicht daran gedacht haben, Musikveranstaltungen durchzuführen, für das Thema sensibilisieren und ihnen den Zugang zu Künstlern vereinfachen. Die Künstler erhalten dadurch weitere Möglichkeiten aufzutreten. Eine Win-win-Situation” Aktuell präsentieren sich etwa 700 Künstler bei Smarboo.

Relevante Informationen auf einen Blick

Sowohl Veranstalter als auch Künstler erhalten Werkzeuge an die Hand, um Veranstaltungen und entsprechende Anfragen zu verwalten. Auf einer Übersichtsseite werden alle relevanten Informationen dargestellt: Bestehende Anfragen mit ihren verschiedenen Bearbeitungs-Stati, Notizen und Todo-Listen sowie eine Kalenderfunktion. Die Sichtung, Sortierung und direkte Beantwortung erfolgt von dort aus.

Künstler präsentieren sich auf der Plattform mit ihrem Profil, in dem sie sich sowohl textlich als auch multimedial vorstellen können. Die Profile sind grundlegend einheitlich gestaltet, damit Veranstalter sich – ohne kreativ-chaotisches Design – über Bands informieren und diese schnell miteinander vergleichen können. Neben der Vereinfachung der Kommunikation zwischen Künstlern und Veranstaltern ist der “digitale Gastspielvertrag” eine Kernfunktion der Plattform, das System stellt aus den vorliegenden Daten automatisch einen individuellen Vertrag zusammen.

Screenshot des Veranstalter-Dashboards bei Smarboo

Mecke war früher bereits Booker verschiedener Bands und gründete die Smarboo GmbH – nach längerer Vorarbeit – im Juli 2012 in Braunschweig. Nach einer ersten Seedfinanzierung sucht das Team inzwischen nach Wachstumskapital. Bei Smarboo gibt es die drei Künstlerpakete “Free”, “Professional” und “Premium”, die sich in der Anzahl von Musik-, Video- und Foto-Uploads und beispielsweise der Platzierung in Suchergebnissen auf der Plattform unterscheiden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Provision, die Künstler pro Auftritt an Smarboo entrichten müssen, sie liegt zwischen 3 und 15 Prozent. Aktuell führen die Smarboo-Macher Gespräche mit Kooperationspartnern in Sachen Cross-Selling von Tickets oder Merchandising-Produkten.

Ein Mitbewerber hat eine sehr ähnliche Idee

Smarboo hat es im deutschsprachigen Raum mit dem direkten Mitbewerber gigmit (www.gigmit.com) zu tun, über die Deutsche Start-ups Mitte Mai diesen Jahres bereits berichtete. Die Grundprämisse, den Beteiligten Künstlern und Veranstaltern den Abschluss eines Gastspielvertrages inklusive nötiger Kommunikation zu vereinfachen, ist dieselbe. Im Gegensatz zu Smarboo zahlt bei gigmit allerdings der Veranstalter die Provision in Höhe von 8 Prozent der vereinbarten Gage. Im weiteren Sinne konkurriert Smarboo auch mit Plattformen wie Facebook, Myspace oder Bandcamp, zumindest, was die Präsentation von Künstlerprofilen angeht.

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Thorsten Panknin

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.