Gigmit: Booking-Plattform für Live-Musiker und Veranstalter

Gigmit (www.gigmit.com) betätigt sich als Matchingdienst zwischen Veranstaltern und Live-Musikern. Das Start-up vereinfacht die Kommunikation, damit beide Parteien schnell zu einem Vertragsabschluss kommen können. Sowohl Bands, DJs und Solokünstler als auch Veranstalter wie […]
Gigmit: Booking-Plattform für Live-Musiker und Veranstalter

Gigmit (www.gigmit.com) betätigt sich als Matchingdienst zwischen Veranstaltern und Live-Musikern. Das Start-up vereinfacht die Kommunikation, damit beide Parteien schnell zu einem Vertragsabschluss kommen können. Sowohl Bands, DJs und Solokünstler als auch Veranstalter wie Festivals, Bars oder Discotheken präsentieren sich auf einer Microsite, können sich gegenseitig suchen und so zueinander finden.

Wer als Musiker oder Veranstalter unterwegs ist, kennt die Situation vermutlich: Anfragen zu Gigs werden verschickt, die sich in den Postfächern von Veranstaltern sammeln, es wird gemailt, telefoniert, Bearbeitungs-Stati verändern sich, verschiedene Websites oder Bandplattformen werden besucht. Gigmit ist seit Anfang 2013 dabei, dieses mögliche Kommunikations-Chaos zu ordnen und bietet sowohl Künstlern als auch Veranstaltern die Möglichkeit, von der Kontaktaufnahme bis zum rechtsgültigen digitalen Vertrag alles auf seiner Plattform zu erledigen.

Ziele und Funktionen

Mitgründer Marcus Rüssel fasst die Zielsetzung von gigmit in seinen Worten zusammen: „Veranstalter können nach Bands und DJs suchen und bekommen durch gigmit.com auf ausgeschriebene Gigs Bewerbungen von Künstlern mit all ihren Businessinfos (z.B. Gage, Reisekosten) und wissen, dass die Band oder der DJ grundsätzlich den Termin einrichten kann. Veranstalter können mit einem Klick den Vertrag vorbereiten und Künstler in wenigen Minuten unterzeichnen. Ein Verhandlungsprozess von mehren Wochen kann so in wenigen Minuten fertig gestellt sein.“

Die Funktionen beider Parteien auf der Website überlagern sich größtenteils: Es können jeweils mehrere Profile im Konto verwaltet werden, es steht eine Microsite zur Verfügung, die mit Informationen zur Band oder dem Veranstalter gefüllt werden kann. Darüber hinaus ist die Anbindung an soziale Netzwerke wie Facebook, SoundCloud, last.fm und Twitter möglich, um einen Überblick über die eigene Popularität zu erhalten. Weiterhin gibt es Funktionen zum Gig- und Bewerbungs-Management, die automatische Erstellung von Infosheets und sowohl die Bearbeitung als auch den Abschluss des Gastspielvertrages. Für die Zukunft ist die Integration eines Kalenders geplant.

Screenshot eines offenen Gigs bei gigmit

Gigmit erhält eine Provision vom Veranstalter

Rüssel kommt selbst aus der Branche und war beispielsweise schon als Booker für Clueso tätig. Auch als Berater für Bands, die sich professionalisieren möchten, hat er schon gearbeitet. Im April 2012 gründete er zusammen mit Robert Winkler, Andreas Kürbis und Christian Klugert die GET a GIG GmbH in Berlin. Auf die Frage, wie es um die Finanzierungslage des Dienstes bestellt ist, antwortet Rüssel: “Wir sind über Eigenkapital der vier Gründer finanziert und haben bereits ein erstes Business-Angel-Investment erhalten. Eine weitere Finanzierungsrunde ist gerade in Vorbereitung.” Er schließt an: “Ich bin überzeugt, dass sich disruptive Geschäftsideen im ersten Jahr nicht über den Cashflow finanzieren lassen und diese Zeit durch externe Gelder überbrückt werden muss.” In Sachen Geschäftsmodell erhält Gigmit vom Veranstalter eine erfolgsbasierte Provision in Höhe von 8%, abhängig von der vereinbarten Bruttogage der Künstler. In Zukunft wird es zusätzlich kostenpflichtige Premiumkonten geben, auch über Cross-Selling im Bereich Ticketing und Merchandise wird nachgedacht.

In Deutschland bietet Smarboo (www.smarboo.com) einen ähnlichen Dienst an, der auch darauf ausgerichtet ist, die Kommunikation zwischen Musikern und Veranstaltern zu bündeln. Auch der Weg von der Bewerbung bis hin zum rechtskräftigen Vertrag ist dort das Ziel. Im Gegensatz zu gigmit zahlen die Künstler eine Provision pro Veranstaltung, basierend auf dem gewählten Tarif. Provisionen beginnen dort bei 15% im kostenlosen Paket und gehen dann bis auf 3 Prozent herunter, allerdings zahlen Künstler dann bereits knapp 70 Euro pro Monat an die Plattform. Gegenüber Agenturen will gigmit mit seiner günstigen Provision punkten.

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.