Bringwasmit: Mit vielen kleinen und großen Schritten zum kleinen Nischenerfolg

Im Oktober 2011 ging Bringwasmit (www.bringwasmit.de) an den Start. Das Portal, auf dem man sich von Reisenden Wunsch-Artikel aus verschiedenen Ländern mitbringen lassen kann, hat sich seitdem weiterentwickelt und verändert. Grund genug, sich Bringwasmit.de […]
Bringwasmit: Mit vielen kleinen und großen Schritten zum kleinen Nischenerfolg

Im Oktober 2011 ging Bringwasmit (www.bringwasmit.de) an den Start. Das Portal, auf dem man sich von Reisenden Wunsch-Artikel aus verschiedenen Ländern mitbringen lassen kann, hat sich seitdem weiterentwickelt und verändert. Grund genug, sich Bringwasmit.de jetzt noch einmal genauer anzusehen. Mittlerweile sind ungefähr 6.000 User bei der Plattform registriert. „Da die Medien in den vergangenen Wochen ein starkes Interesse zeigten, ist die tägliche Nutzung allerdings stark gestiegen“, weiß Geschäftsführerin Jennifer Schietzel. Der Bekanntheitsgrad konnte durch verschiedene Beiträge enorm gesteigert werden. Die monatlichen Besuche liegen zurzeit aber noch im vierstelligen Bereich.

Dies war allerdings nicht immer so. Besonders der Anfang sei schwer gewesen. Punkte, die dafür verantwortlich gemacht wurden, waren Usability und Design der Seite; sie waren schlichtweg nicht gut genug, wie die Geschäftsführerin heute weiß. „Hier mussten wir deutlich nachbessern und mit einem neuen Teammitglied das grundlegende Design überarbeiten.“ Ein anderes Problem war, dass zwei Gruppen gleichzeitig erreicht werden mussten, was sich ebenfalls anfangs schwer gestaltete: Die Bedürfnisse der der Käufer können nicht befriedigt werden, wenn die Reisenden die Plattform nicht in ausreichendem Maße nutzen.

Hohe Nachfrage nach nationalen Produkten

Heute sind die beiden Gruppen aber in einem ausgewogenen Maße vorhanden, sodass viele Reisende und Suchende sich untereinander austauschen können.  „Aktuell sind über 600 Wunschartikel und 200 Reisen online“, so Schietzel. Etwas später kam die Rubrik „Ideen“ hinzu, bei der zurzeit 50 User anbieten, Waren zu verschicken. Wer zum Beispiel in Norwegen wohnt und Kontakte zu einem heimischen Metzger hat, der leckere Elchwurst herstellt, kann unter „Ideen“ die Wurst gegen Verkaufspreis und Versandkosten anbieten. Hat man Zugang zu anderen beliebten Leckereien oder Souvenirs, registriert man sich und zeigt seine Idee.

Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich herausgestellt, dass Artikel aus den USA und dem asiatischen Raum am beliebtesten sind. Überraschend für die Betreiber ist allerdings, dass viele Nachfragen nach nationalen Produkten kommen. Wer in Hamburg lebt, lässt sich beispielsweise gerne eine besondere Schokolade aus München zuschicken. Süßigkeiten seien generell sehr beliebt. „Sie machen zirka ein Drittel aller Wunschartikel aus“, schmunzelt Jennifer Schietzel. Beliebt seien bei Frauen besonders Kosmetika und Kleidung – bei den Männern technische Produkte. Die Plattform kommt bei Männern und Frauen gleichsam gut an, zumindest der Anteil unter den Usern ist ausgeglichen. Der durchschnittliche Benutzer ist übrigens deutsch und zwischen 20 und 35 Jahre alt.

Bringwasmit.de wird überwiegend von Menschen genutzt, die privat in den Urlaub fahren und gegen einen Unkostenbeitrag gewünschte Artikel mitbringen beziehungsweise verschicken. Gewerbliche Anbieter von Produkten sind auf Bringwasmit.de weiterhin nicht zu finden, was für viele User sicherlich das Besondere ausmacht. Damit sich Mitglieder und potentielle Neukunden besser auf der Seite zurechtfinden, sind die Betreiber aktuell damit beschäftigt, regelmäßige Reisen und Pendler verstärkt hervorzuheben. „Um den Zoll bei allen Deals einzubeziehen, weisen wir ausdrücklich drauf hin, die Artikel dem Zollbeamten vorzuzeigen und das Mitbringen zu benennen“, betont die Geschäftsführerin.

Zusammenarbeit mit der Reisebranche geplant

2011 haben die fünf Gründer die staatliche Förderung EXIST erhalten, um finanziell den Start unterstützen zu können. Zurzeit erhalten sie Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Form eines sogenannten Gründerstipendiums zur Unterstützung des Lebensunterhalts. Die Fixkosten können momentan aber bereits aus den Umsätzen gedeckt werden.

Um zusätzliche Einnahmen zu generieren,  wurde im vergangenen Jahr das Partnerprogramm von Amazon in die Plattform eingebaut. „Im Laufe der Zeit haben wir aber gemerkt, dass Amazon zu wenig genutzt wurde und uns deshalb entschieden, die Verknüpfung wieder zu entfernen“, erklärt Schietzel den Schritt. „Die entstandenen Umsätze waren zu gering, als dass sie die empfundene Verwirrung bei den Usern entschädigt hätten.“

Für die Zukunft wird es weitere Veränderungen bei Bringwasmit.de geben. Schon länger ist geplant, mit Reiseagenturen zusammenzuarbeiten; dies hat sich jetzt jedoch etwas nach hinten verschoben. Auch Kooperationen mit anderen Plattformen vor allem aus der Reiseindustrie seien in der Vorbereitung. Am Design wird weiterhin gearbeitet, um die Benutzung der Plattform einfacher für den User zu gestalten. „Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahres die Userzahl mindestens zu verzehnfachen“, ist Jennifer Schietzel optimistisch.

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Linda Benninghoff ist freie Journalistin. Nach einem Redaktionsvolontariat und einer Ausbildung zur Heilpraktikerin hat sie sich 2011 als Journalistin mit dem Schwerpunkt Gesundheit selbstständig gemacht. Seitdem ist sie überwiegend online aktiv und schreibt neben medizinischen Themen über zahlreiche andere interessante Bereiche.