Blog-Artikel: Studien, Infografiken, Gastbeiträge und Interviews

Als guter Blogger kocht man ja nicht nur im eigenen Saft. Man tummelt sich im Netz und anderswo, immer auf der Suche nach spannendem Input, den man seinen Lesern servieren kann – und […]
Blog-Artikel: Studien, Infografiken, Gastbeiträge und Interviews

Als guter Blogger kocht man ja nicht nur im eigenen Saft. Man tummelt sich im Netz und anderswo, immer auf der Suche nach spannendem Input, den man seinen Lesern servieren kann – und sich dann fragt, auf welche Weise man diese Inhalte am besten präsentiert. Im zweiten Teil unserer Artikel zu den verschiedenen Arten von Blogartikeln stellen wir heute Studien, Infografiken, Gastbeiträge und Interviews vor – als Veranschaulichungsbeispiel wieder begleitet von PetSplendor, einem fiktiven Online-Shop für Haustierbedarf im Luxussegment. Welche Artikel diese Serie für bloggende Start-Ups bisher insgesamt umfasst, lesen Sie am Ende des Artikels.

Studien, Statistiken und Forschungsergebnisse vorstellen

Indem Corporate Blogger Studien und Forschungsergebnisse Anderer vorstellen und kommentieren, schaffen Sie Vertrauen bei den Lesern/Kunden in ihre Kompetenz. Zeigen Sie doch mit solchen Artikeln, dass sie sich breit zu ihrem Thema informieren, auch wissenschaftliche Untersuchungen zur Kenntnis nehmen und deren Ergebnisse mit ihren Kunden/Lesern teilen.

Der Rückschluss, dass das Angebot des bloggenden Unternehmens ähnlich durchdacht und von allen Seiten beleuchtet wird, liegt für die Blogleser so nah.

‘Sind Haustierbesitzer gesünder als andere?’ So könnte eine provokante Überschrift eines Artikels im PetSplendor-Blog lauten, um dann zwei Studien vorzustellen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen:

Menschen mit Haustieren leben ungesünder vs.
US-Studie mit Babys – Haustiere machen gesund.

Natürlich sollten möglichst die Original-Studien recherchiert werden und in der Quellennennung auch erwähnt werden.

Infografiken finden oder erstellen und kommentieren

Infografiken sind schwer en vogue im Netz – noch: Durch die Überflutung damit schwächt der Trend schon wieder ab. Wer eine gute Infografik mit grafisch toll aufbereiteten statischen Zahlen oder – seltener – Checklisten bloggt, kann sich fast sicher sein, dass sie reichlich im Social Web geteilt wird und Eingang findet auf diverse Boards bei Pinterest oder Scoop.it. Insofern sind Infografiken fantastisch, um neue Leser zu finden und die Reichweite des Blogs zu erhöhen.

Aber: Wer nicht gerade einen eigenen Grafiker im Team hat, der weiß, wie man schicke Infografiken erstellt und das auch umsetzen kann, muss ordentlich in die Tasche greifen. Denn gute Infografiker sind alles, aber nicht preiswert.

Ein Start-Up sollte sich also gut überlegen, ob Kosten und Nutzen für eine eigene Infografik in gesundem Verhältnis zueinander stehen. Ganz abgesehen davon ist es nicht immer ganz einfach, an gutes Zahlenmaterial heranzukommen, das man ja braucht, um eine Statistik überhaupt visualisieren zu können.

Aber man muss ja nicht alles selbst machen: Zu fast jedem Thema gibt es schon tolle Infografiken im Netz zu finden. Viele davon darf man in die eigene Website einbinden. Nur kommentieren und interpretieren – das sollte man dann schon noch selbst tun.

Alternativ sind zum Beispiel auch Spaß-Landkarten möglich, die auch gern weiterverbreitet werden. Diese lassen sich mit Tools wie ‘Stepmap’ selbst erstellen, das wir im Artikel Die besten Tools, um spannende Grafiken, Präsentationen und Videos selbst zu erstellen schon ausführlicher vorgestellt haben.

Ein bisschen Vorsicht ist geboten: Nicht jede Klientel ist für jede Art Humor zu haben. Insofern mit solchen Beiträgen erst mal warten, bis man seine Leserschaft ein wenig kennengelernt hat, um einzuschätzen, über welche Art von Späßen sie lachen kann.

PetSplendor könnte sich in einem Blog-Beitrag zum Beispiel an einer Spaß-Landkarte ‘Die Welt aus der Sicht eines Hundes’ versuchen. Ein paar mögliche Einträge in einer solchen Landkarte sehen Sie hier als Veranschaulichungs-Beispiel.

Gastbeiträge: Externe Spezialisten in Ihrem Blog zu Wort kommen lassen

Die Zwischenüberschrift lesend fragen sich vielleicht einige: ‘Huch? Ich denke, man positioniert sich selbst als Experte, indem man zu seinen Themen bloggt? Und nun soll ich anderen mein Blog als Podium bieten, um sich als Experte zu beweisen? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?’

Nein, das widerspricht einander nicht. Klar sollen Sie auch – und vor allem – selbst Ihre Kompetenz mit informativen Blogartikeln beweisen. Aber Sie müssen nicht Spezialist in allen nur denkbaren Nischlein Ihres Spezialgebiets sein.

Indem Sie sich externe Spezialisten dazuholen, bieten Sie Ihren Lesern noch mehr Nutzen in Ihrem Blog. Außerdem zeigen Sie, dass Sie zu Ihren Themen gut vernetzt sind und Sie zeigen Größe, indem Sie es nicht so aussehen lassen, als hätten Sie jede Weisheit dieser Erde selbst gepachtet.

Außerdem haben Gastbeiträge noch einen Vorteil: Sie bekommen wertigen Content in Ihr Blog, ohne ihn selbst produzieren zu müssen. Als Gegenleistung profitiert der Gastschreiber von der Popularität Ihres Blogs, erreicht neue Leser – und bekommt selbstverständlich einen Link zu seiner Website bzw. seinem Blog.

Sie sollten die Quantität von Gastbeiträgen aber sparsam dosieren. Das Gros der Blogposts sollte schon von Ihnen selbst kommen.

Die PetSplendor-Blogger könnten sich zum Beispiel juristische Experten für Gastbeiträge holen, die den Lesern etwas zum Leinenzwang, Tieren in Restaurant, auf Golfplätzen oder in erzählen oder zur Haftung bei Schäden, die das Haustier anrichtet. Alles sollte natürlich auch hier ein wenig auf das etwas luxuriösere Leben zugeschnitten sein.

Oder sie lassen von veterinär-medizinischen Experten etwas über die Gefahr von Übergewicht bei Haustieren oder die medizinische Ratsamkeit von Mäntelchen für bestimmte Tierrassen im Winter berichten.

Externe Spezialisten im Interview befragen

Das ist zum einen den Interviewten oft lieber, weil sie entlang von vorgegebenen Fragen antworten können, sich also nicht das Thema des gesamten Artikels selbst aus den Fingern saugen müssen. Zum zweiten haben Sie als Blogger so die Themenhoheit über jeden Punkt des Artikels. Und zum dritten ist ein Interview eben deutlich mehr Ihr eigener Content, nicht ausschließlich der eines Externen wie bei Gastartikeln.

Selbstverständlich bekommen auch Interviewpartner eine kurze Beschreibung ihrer Person und einen Link zu ihrer Website, ihrem Blog in dem Interview-Artikel.

Mit Gastbeiträgen und Interviews haben Sie – wahrscheinlich – noch einen schönen Nebeneffekt: Die meisten Interviewpartner oder Gastschreiber verweisen und verlinken auf ihrer eigenen Website, in ihrem eigenen Blog und bei ihren Kontakten im Social Web auf das Interview bzw. den Gastbeitrag. So bekommt wiederum Ihr Blog neue Leser und Backlinks.

Die oben genannten Gastbeitrags-Experten könnten natürlich auch als Interviewpartner im Blog von PetSplendor stattfinden. Oder man interviewt mal den Hersteller eines neuen Produkts, einer neuen Produktserie. Natürlich nicht (nur) zu den Produkten an sich, das wäre wieder zu werblich, sondern zu allgemeinen Themen rund ums Tier: Zum Beispiel zu deren Einstellung zu Tierversuchen oder zu ihren Lieblings-Destinationen, die sie mit ihren Haustieren bereisen.

Denkbar sind auch Interviews mit Inhabern nobler Hunde- oder Katzen-Salons, Veranstaltern von Tier-Ausstellungen usw. – kurz mit jedem, der etwas Sinniges zum Thema Haustier beizutragen hat.

Bisherige Teile dieser Serie:

  1. Wenn Start-ups nicht bloggen, ist das sehr schade – vor allem für sie selbst
  2. Bloggen, ja klar! Aber über welche Themen?
  3. Die 16 besten Recherche-Quellen für Blogartikel – Teil 1
  4. Die 16 besten Recherche-Quellen für Blogartikel – Teil 2
  5. Blog-Artikel: Keine Werbung, Wissen verschenken, Top 10-Listen, Serien
Grafik oben : Auszug aus Infografik – Haustiere

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.