“Wir wollen innerhalb eines Jahres profitabel sein” – Kaya Taner von AppLift

Ohne Frage boomt das Geschäft mit der Nutzer-Akquise von Gamern aller Art – siehe dazu “Das Geschäft mit den Spielern: Start-ups drängen in den Markt für Nutzer-Akquise“. Das Berliner Start-up AppLift (www.applift.com), welches […]

Ohne Frage boomt das Geschäft mit der Nutzer-Akquise von Gamern aller Art – siehe dazu “Das Geschäft mit den Spielern: Start-ups drängen in den Markt für Nutzer-Akquise“. Das Berliner Start-up AppLift (www.applift.com), welches von HitFox Game Ventures unterstützt wird, positioniert sich in diesem Boommarkt als Affiliate-Netzwerk für Gamer. Im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de spricht Mit-Gründer Kaya Taner über tiefgreifende Erfahrungen, das richtige Team und schwarze Zahlen.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
AppLift vermarktet Mobile Games. Der mobile Markt wird in den kommenden Jahren der größte Wachstumstreiber der Gamesbranche sein und schon jetzt gibt es im App-Store über 100.000 Spiele, die um die Gunst der Kunden konkurrieren. Deshalb wird es für die Spielehersteller immer schwieriger, neue Nutzer zu begeistern und an diesem Wachstum auch weiterhin teilzuhaben. AppLift greift genau hier an: Wir liefern Publishern von Mobile Games die Möglichkeit, ohne jegliches finanzielles Risiko neue Kunden zu akquirieren. Gleichzeitig profitieren Reichweitenpartner von unseren direkten Beziehungen zu diesen Publishern. So können Affiliates mit ihrem mobilen Traffic auch ohne aufwändige technische Hürden Geld verdienen. Mit AppLift sind wir die Ersten, die dieses Modell mit dem exklusiven Fokus auf Spiele in den mobilen Markt bringen.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Nachdem wir die Idee hatten, haben wir direkt angefangen das Konzept umzusetzen und das Produkt zu entwickeln, so dass wir bereits kurze Zeit später launchen konnten. Dass dies so schnell funktioniert hat, ist auch auf die bestehenden Strukturen und Synergien zurückzuführen, auf die wir über HitFox Game Ventures Zugriff haben. Wesentliche Änderungen gab es in dieser Zeit nicht mehr. Wir halten dennoch natürlich permanent die Augen offen und entwickeln uns weiter.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Ein speziell auf Mobile Games ausgelegtes Affiliate-Netzwerk gab es bisher nicht. Das heißt: Einen anderen Player, der genau das selbe Konzept verfolgt, konnten wir bislang nicht finden. Allerdings konkurrieren wir indirekt mit allen Netzwerken, die potentiell für Mobile-User-Akquisition auf Performance-Basis in Frage kommen,. Das sind beispielsweise Mobile-Banner-Netzwerke und etablierte Affiliate-Netzwerke wie zum Beispiel Zanox. Wir kennen die vielen Besonderheiten, die das Marketing für Games im Vergleich zum klassischen Affiliate-Marketing aufweist und wissen sehr genau worauf es den Publishern bei der Nutzerakquise ankommt. Mit AppLift schließen wir hier eine bestehende Marktlücke im Schnittpunkt von Games Advertising und Mobile Marketing. Durch den Fokus auf Games transferieren wir unsere tiefgreifende Erfahrung und unser Know-how optimal auf den mobilen Markt.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Erfolg wird vor allem durch das richtige Team ermöglicht. Wir arbeiten momentan mit einer Mannschaft von 10 gaming-begeisterten Marketing-, Tech- und Trackingexperten an AppLift. Zudem gibt es regen Austausch mit den anderen HitFox Game Ventures-Firmen. Insbesondere ad2games und die App Discovery sind hilfreich für uns. Außerdem ist Timing wichtig: Durch das schnelle Wachstum des Mobile-Games-Marktes wird das Marketing dieser Games ein zentraler Faktor für die Publisher um sich dauerhaft am Markt behaupten zu können. Wir sind nun im richtigen Moment an der richtigen Stelle und können genau hier unterstützen und die Entwicklung im Mobile Marketing aktiv mitgestalten. So schaffen wir eine Win-Win-Situation für Affiliates und Advertiser, die mit uns zusammenarbeiten. Die Affiliates bekommen Zugang zu Games und Publishern und können so ihren mobilen Traffic monetarisieren. Die Advertiser, also die Mobile Game Publisher, können durch unseren Games-Fokus die richtige Zielgruppe ansprechen und effektiv Installs von Preisen zwischen 0,50 und 2,00 Euro generieren. Dass AppLift gut ankommt, zeigt sich an unserer stetig wachsenden Kundenbasis. Wir arbeiten bereits mit weltweit renommierten Partnern wie Gameloft, Kabam und Supercell zusammen. Das so schnell zu schaffen, wurde unter anderem durch die Nähe zu ad2games ermöglicht.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Geld verdienen wir über die Advertiser, für die wir in der Regel Cost-per–install-basiert neue Spieler gewinnen. Wir werden in den nächsten Monaten unser Netzwerk schnell ausbauen und wollen innerhalb eines Jahres profitabel sein.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Bereits jetzt entsteht ungefähr 50 % unseres Umsatzes außerhalb von Deutschland, insbesondere in Westeuropa, Nordamerika und Australien. Als weitere Märkte stehen zwei für Mobile Gaming sehr interessante Regionen an: Asien und Lateinamerika. Was die Plattformen betrifft sind wir derzeit auf iOS und Android fokussiert, werden aber in Kürze auch weitere Betriebssysteme wie Kindle Fire bedienen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Allein bis Ende 2012 wollen wir unser Netzwerk auf etwa 1000 größere Affiliates ausbauen und die Spiele von mindestens 100 Mobile Game-Publishern vermarkten. Innerhalb der nächsten 9 Monate wollen wir diese Zahlen dann vervielfachen und profitabel werden.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person
Kaya Taner gründete AppLift gemeinsam mit Tim Koschella, der zuvor Lecturio und HitFox aufgebaut hat. Bei HotFox lernten sich die AppLift-Gründer auch kennen – Taner arbeitete beim Start-up zuletzt als Head of Publisher Relations.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.