Fünfzehn Fragen an Wahid Rahim von Ranksider.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Vor allem viel Verantwortung gegenüber meinen Kunden und meinen Mitarbeitern. Natürlich auch viel Freude, wenn ich am Ende des Tages feststelle, dass ich mit […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Vor allem viel Verantwortung gegenüber meinen Kunden und meinen Mitarbeitern. Natürlich auch viel Freude, wenn ich am Ende des Tages feststelle, dass ich mit meinem Unternehmen einen kleinen positiven gesellschaftlichen Beitrag geleistet habe und last but not least die Freiheit, neue Ideen auszuprobieren.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Um unser erstes Produkt Mabya, einen Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Online-Projekten, etwas bekannter zu machen, haben wir einige Blogger angeschrieben und sie gebeten, über Mabya zu bloggen oder zu twittern. Einige verlangten eine Aufwandsentschädigung. Das ist verständlich, denn Blogger werden von der Werbewirtschaft immer noch nicht ausreichend entlohnt, erzielen daher bislang keine hohen Einnahmen. Zwar war ich bereit, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen, jedoch war es sehr mühsam, jeden Blogger einzeln anzuschreiben und den Preis zu verhandeln. Das hat uns auf die Idee gebracht, für solche Dienstleistungen einen Marktplatz aufzubauen – RankSider war geboren.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Ich habe viel Arbeit und vor allem viel Leidenschaft investiert. Bereits nach 3 Monaten haben wir relevante Umsätze erzielt. Externes Kapital war daher nicht notwendig.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Besonders als Einzelgründer ist alles schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint. Kompetente Leute zu finden, die einem kleinen Start-up in der Aufbauphase einen echten Mehrwert bringen – das ist eine Aufgabe für sich.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Ich würde nicht viel anders machen. Ich würde nur viel früher nach geeigneten Mitarbeitern Ausschau halten und nicht erst dann, wenn man sie dringend braucht.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Ein gutes Produkt mit Mehrwert ist die Voraussetzung. Wenn man zufriedene Kunden hat, dann wird man auch gerne weiter empfohlen. Darüber hinaus kann ich vor allem Performance-basierte und zielgruppenspezifische Werbung, die man einfacher messen kann, jedem Gründer empfehlen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Unsere ersten Kunden, die ich leider nicht namentlich nennen kann, haben uns von Beginn an vertraut und unterstützt, obwohl unser Produkt noch nicht reif war.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Gründer sollten nicht jedem Trend nachlaufen. Gründe in einem Bereich, in dem du dich gut auskennst und der dich auch interessierst. Funktioniert deine Idee nicht, dann hast du zumindest Spaß daran. Versuche etwas mit Substanz aufzubauen, etwas, das du selbst benutzen und auch dafür bezahlen würdest. Bei einem Start-up ist Scheitern schon fast die Regel. Dafür muss sich niemand schämen. Versuche möglichst früh zu erkennen, ob die Idee funktioniert und vom Markt angenommen wird oder nicht. Wenn du merkst, dass deine Erfolgschancen nicht so rosig sind, dann musst du deine Strategie weitestgehend anpassen oder aufgeben und etwas Neues anfangen. Ein Erfolgsgeheimnis von erfolgreichen Unternehmern ist, dass sie ihre Niederlagen zugeben und Produkte oder Dienste einstellen, ohne dem hinterher zu trauern. Ein Paradebeispiel sind Google und die Samwers.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Ich bin ein sehr bescheidener Mensch. Ich wünsche mir vor allem ein technologie- und startupfreundliches Umfeld. Eines, in welchem Leistung und Engagement eines Gründers trotz des Scheiterns gewürdigt werden.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Die Frage stellt sich gar nicht, ich hatte einen spannenden Job als IT-Leiter und den Job habe ich für ein eigenes Start-up aufgegeben. Selbst wenn ich gescheitert wäre, würde ich noch mal gründen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Rocket finde ich sehr spannend, die sind nur leider nicht technologie-getrieben. Eher bei HackFWD.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
In die Zukunft – wohin genau, weiß ich nicht.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Spenden! Das sagt aber jeder. Ich würde damit ein neues Unternehmen gründen oder in ein anderes Unternehmen investieren, welches einen größeren gesellschaftlichen Beitrag leistet.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Sonntage verbringe ich am liebsten mit der Familie im Grünen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Ich trinke gern Tee und Kevin Rose, der Gründer von Digg, ist ebenfalls ein Teetrinker. Mit ihm würde ich mich gerne auf einen Tee verabreden.

Zur Person
Wahid Rahim ist Gründer und Geschäftsführer der 28h Lab UG, ein Software-Startup mit dem Schwerpunkt Online-Marketing. Das derzeitige Hauptprojekt heißt RankSider (www.ranksider.de) und ist eine Crowdsourcing-Plattform für Social-Media-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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