LTE – Mobilfunktechnologie der Zukunft – Gastbeitrag von Tim Rohrer

Die neue Mobilfunktechnologie LTE (4G) ist aktuell in aller Munde. Der Nachfolger von UMTS bietet theoretisch Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Damit ist 4G deutlich schneller als alle bisherigen Vorgängertechnologie zum mobilen […]
LTE – Mobilfunktechnologie der Zukunft – Gastbeitrag von Tim Rohrer

Die neue Mobilfunktechnologie LTE (4G) ist aktuell in aller Munde. Der Nachfolger von UMTS bietet theoretisch Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Damit ist 4G deutlich schneller als alle bisherigen Vorgängertechnologie zum mobilen Surfen. Dank des schnellen Ausbaus von 4G ist LTE heute an zahlreichen Orten in Deutschland erhältlich und für immer mehr Nutzer eine Option. Seit wenigen Wochen gibt es LTE zum Beispiel auch in Hamburg, München, Leipzig und Bonn. Doch, auf was muss man bei den LTE-Tarifen achten und welche Übertragungsgeschwindigkeiten sind in der Praxis möglich?

T-Mobile und Vodafone mit ersten mobilen LTE-Tarifen

Aktuell bieten T-Mobile mit „Mobile Data“ und Vodafone mit „MobileInternet Flat“ erste LTE-Tarife zum mobilen Surfen. Der Anbieter o2 möchte im Juli mit seinen mobilen Datentarifen starten. Die Preise für einen mobilen LTE-Tarif bewegen sich bei den Netzbetreibern zwischen 20 und 70 Euro im Monat ohne Hardware. Nur T-Mobile bietet aktuell eine Surfgeschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s an.

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Jeder LTE-Tarif ist, wie man es schon von UMTS und HSDPA kennt, an ein bestimmtes Datenvolumen pro Monat gebunden. Ist das eigene Inklusivvolumen einmal verbraucht, drosselt der Anbieter die Übertragungsgeschwindigkeit auf 64 Kbit/s. Bei der Tarifwahl sollte man sein eigenes Surfverhalten hinterfragen und ein entsprechendes Datenvolumen auswählen, möchte man nicht zu schnell ausgebremst werden.

Übertragungsraten im Alltag unter 100 Mbit/s

LTE ist wie alle Mobilfunktechnologien ein Shared Medium d.h., dass sich mehrere Personen gemeinsam eine Funkzelle teilen. Umso mehr Nutzer sich in eine Funkzelle einwählen, umso weniger Bandbreite kommt beim einzelnen Surfer an. Ist eine LTE-Funkzelle stark ausgelastet, kommen beim einzelnen Nutzer im Regelfall noch 15 bis 20 Mbit/s an.

Diese Geschwindigkeiten sind jedoch völlig ausreichend für die meisten Online-Anwendung. Dank LTE sind in Zukunft schnelle Downloads, das Betrachten von hochauflösenden Videos und auch Video-Konferenzen auf mobilen Endgeräten mehr kein Problem. LTE-Hardware wie Surfsticks und 4G-Handys sind bereits auf dem deutschen Markt erhältlich. Seit wenigen Wochen bietet Vodafone das HTC Velocity 4G und Samsung Galaxy LTE S2 zusammen mit den speziellen LTE-Tarif SuperFlat Internet Plus für 4G-Smartphones an. Die Preise für den LTE-Tarif beginnen ab 55 Euro im Monat. Im Sommer soll mit dem Asus Transformer Pad TF300TL das erste LTE-fähige Tablet für Europa kommen.

LTE auf dem Land

4G dient nicht ausschließlich zum mobilen Surfen. Seit Anfang 2011 nutzen vielen Menschen in ländlichen Regionen LTE als DSL-Ersatz. Die Bundesnetzagentur hat die Netzbetreiber zur Schließung der Weißen Flecken auf dem Land mit LTE verpflichtet und möchte allen Bewohnern der ländlichen Regionen die wichtigen Breitbandverbindungen ermöglichen. Mittlerweile sind die Weißen Flecken in 12 der 16 Bundesländer geschlossen. Laut der Bundesnetzagentur soll der LTE-Ausbau auf dem Land bis 2013 beendet sein.

Mit Hilfe der neuen Mobilfunktechnologie können nun endliche auch kleinste Ortschaften von den Netzbetreibern rentabel mit schnellem Internet versorgt werden. Eine LTE-Basisstation im 800-MHz-Bereich (Digitale Dividende) kann einen Umkreis von sechs Kilometer und mehr mit LTE abdecken. Aufgrund der dünnen Besiedlung auf dem Land reichen wenige Stationen aus, um ganze Ortschaft zu versorgen.

Beim Surfen auf dem Land bieten die Netzbetreiber im Regelfall Surfgeschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s an und orientieren sich mit Ihrem Angebot an einem DSL6000-Anschluss, obwohl technisch höhere Übertragungsraten möglich sind. Ein solcher LTE-Tarif umfasst ein Datenvolumen von 10 GB und kostet etwa 40 Euro im Monat. o2 bietet seinen Tarif „o2 LTE Zuhause Internet“ für 14,90 Euro im ersten Jahr an, wobei 4G des Anbieters erst wenigen Regionen verfügbar ist. Die Telekom nennt Ihren Tarif für LTE zuhause „Call & Surf Comfort via Funk“.

Ausschließlich bei Vodafone sind mit der Tarifgruppe „Vodafone LTE Zuhause Telefon & Internet“ höhere Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s möglich. Alle genannten Tarife dienen ausschließlich als DSL-Ersatz und erlauben kein mobiles Surfen.

Die Zukunft von LTE

In den nächsten Jahren werden die Netzbetreiber den LTE-Ausbau immer weiter vorantreiben. Allein T-Mobile möchte bis zum Ende des Jahres in über 100 Städte kommen. Auch o2 hat angekündigt, dieses Jahr eine „LTE-Offensive“ zu starten und bis Ende 2012 mehr als 200 Städte und Gemeinden mit 4G zu versorgen.

Dazu wird uns LTE in den nächsten Jahren in immer mehr Lebensbereichen begegnen. Die deutschen Autobauer BMW und Audi planen 4G im Auto. Ab 2013 soll es erste Automobile der Oberklasse mit LTE geben. Auch die Deutsche Bahn möchte in Zukunft 4G in ihren Zügen anbieten. Und seit einigen Monaten testet die Deutsche Telekom zusammen mit Airbus und Alcatel-Lucent LTE im Flugzeug. In Zukunft will man Passagieren auf Flügen innerhalb Europas mobiles Internet anbieten. Man darf gespannt sein…

Zur Person
Tim Rohrer, Mitbetreiber und Autor des LTE-Portals 4G.de, ist bereits seit 1996 mit großer Begeisterung online beruflich aktiv. Als Geschäftsführer der Maracuja GmbH, berät der Wahl-Hamburger aufgeschlossene Kunden im Bereich Online-Marketing und betreibt diverse Online-Portale. Der 32-jährige Reise- und Literatur-Fan hat im Rahmen seiner Literatur-Community Leselupe.de außerdem bereits diverse Poesie- und Prosa-Anthologien verlegt.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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