Mit MySchnipps Kontaktdaten austauschen – aber sicher

Ach ja, der Datenschutz und das Internet – und da vor allem das Social Web mit all seinen Sharing-Möglichkeiten – eine unendliche Geschichte und fast immer eine ohne Happy End. Datenmissbrauch, Phishing, Bestellungen […]
Mit MySchnipps Kontaktdaten austauschen – aber sicher

Ach ja, der Datenschutz und das Internet – und da vor allem das Social Web mit all seinen Sharing-Möglichkeiten – eine unendliche Geschichte und fast immer eine ohne Happy End. Datenmissbrauch, Phishing, Bestellungen unter fremdem Namen, geplünderte Bankkonten – all das und noch viel mehr sind die Risiken, die uns täglich in der digitalen Welt begegnen. Da kommen Dienste, die helfen, unsere Daten zu sichern, gerade recht.
Das Startup Schnipps aus Freiburg macht sich gerade auf den Weg, mit MySchnipps (www.myschnipps.de) einen solchen Dienst anzubieten:

Zunächst nur für das Smartphone – eine webbasierte Version ist schon in Arbeit – bietet MySchnipps zweierlei:

  • Einen virtuellen Datensafe, der das Wichtigste im Netz schützt: die eigene Identität
  • Datentausch mit einem Finger-‘Schnipps’

In der Betaphase wird die Datensafe-App anhand eines Adressbuches getestet, weitere Anwendungsbereiche sind bereits in Planung.

Die Funktionsweise ist einfach: Der Nutzer lädt die App auf sein Smartphone, registriert sich und erhält einen siebenstelligen Code, seine Benutzerkennung. Dann gibt er einmalig seine Daten ein.

Schon jetzt werden sie stark verschlüsselt. Selbst die Mitarbeiter von Schnipps haben keinen Einblick in die gespeicherten Daten, weil diese schon verschlüsselt bei Schnipps ankommen. Da dort der Schlüssel nicht gespeichert ist, haben auch Hacker schlechte Karten.

Und so funktioniert der Datenaustausch mit anderen:

Person A möchte Person B zu seinem Adressbuch hinzufügen. Dann braucht A zunächst die Benutzerkennung von B, die A eingibt. B erhält darüber Nachricht und kann A Zugriffsberechtigung erteilen oder sie verweigern. Wenn B den Zugriff durch A erlaubt, kann B individuell entscheiden, welche seiner Daten A zugänglich werden sollen.

Bs freigegebene Daten werden dann ständig synchronisiert, stehen A also so lange immer in aktueller Version zur Verfügung, bis der B die Berechtigung für A wieder zurückzieht. Das ist zum Beispiel bei einem Umzug sehr praktisch: Alle, die Zugriffsberechtigung auf Bs Daten haben, erfahren automatisch die neue Anschrift, sowie B sie in seinem Account aktualisiert.

Die Vorteile von MySchnipps laut Pressemitteilung von Schnipps:

  • Jeder Nutzer braucht nur seine eigenen Daten zu aktualisieren, z. B. die Adressdaten nach einem Umzug. Alle zugriffsberechtigten Kontakte erhalten sofort die aktualisierten Daten.
  • Mit einem Klick können neue Kontakte hinzugefügt oder gelöscht werden.
  • Mit einem Klick werden auch die eigenen Daten in fremden Adressbüchern gelöscht. Das bedeutet unmittelbare Kontrolle über die eigene Privatsphäre.
  • Die Daten sind gesetzeskonform und durch strengste Sicherheitsmaßnahmen geschützt und nur für den Empfänger einsehbar.
  • Der Nutzer hat jederzeit den Überblick, wer welche seiner Daten einsehen kann.
  • Die Benutzerkennung (der Code) ermöglicht eine eindeutige Identifizierung; vor allem Menschen mit vielfach vergebenen Namen wie z.B. Hans Müller profitieren davon.
  • Durch den Code können keinerlei Rückschlüsse auf die Person gezogen werden – dadurch bleibt die Anonymität des Nutzers gewahrt, bis er Daten freigibt.

Das klingt alles ziemlich nützlich, sinnvoll und vor allem sicher. Allerdings habe ich bezüglich Punkt 2 anscheinend etwas nicht verstanden: Dass ich wegen des – Sicherheit schaffenden – Umwegs über die Benutzerkennung mit einem Klick Kontakte hinzufügen kann, kann so doch nicht stimmen: Ich brauche ja erst mal die Kennung meines Kontakts in spe. Die muss ich dann eingeben. Und erst, wenn mein zukünftiger Kontakt bestätigt, sind wir ‘verdrahtet’. Also sind mehrere Klicks bzw. Eingaben nötig. Und nicht nur von mir, dem Kontakt-Aufnehmenden, sondern zusätzlich von B, dem Kontaktdaten-Gewährenden. Oder? Die Beta-Version wird’s zeigen…

Wenn das Vernetzen tatsächlich so kompliziert ist, ist das auch der Haken an diesem Tool. Es erscheint sehr aufwendig, Kontaktdaten auszutauschen. Bei dem vielen Hin und her mit der Benutzerkennung und der Zugriffsgewährung ist es doch fast weniger Arbeit, die Daten manuell einzutippen, die man sich über die Website, das Xing-Profil oder sonst woher im Netz besorgt hat.
Datensicherheit, Transparenz und die späteren automatischen Updates sind allerdings eine feine Sache.

Schnipps sucht Beta-Tester für MySchnipps

Momentan sucht MySchnipps iOS- oder Android-Smartphone-Nutzer, die bei der Entwicklung von MySchnipps als Beta-Tester mitmachen wollen.

Das Gründerteam von Schnipps besteht aus Michael Klaus, Chris H. Leeb und Cosmin Ciobanu. Das Monetarisierungs-Modell steht noch nicht fest. Klaus dazu: “Aktuell sind monatliche Nutzungsgebühren, einmalige Entgelte für Datenänderungen sowie bestimmte Premium-Funktionalitäten im Gespräch. Fixieren werden wir die Modelle erst während der Beta-Phase, denn wir möchten das Feedback der Tester gerne in diesen Entscheidungsprozess mit einbeziehen.” Klar ist auf jeden Fall schon jetzt, dass unerwünschte Werbung und penetrante Pop-Ups kategorisch ausgeschlossen werden.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.