15 Fragen an Ijad Madisch von Researchgate

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Ich mag den Begriff Chef nicht. Ich bin ein Teil eines fantastischen, großen Teams. Ich bin nur ein Baustein unter vielen in der „Mission […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Ich mag den Begriff Chef nicht. Ich bin ein Teil eines fantastischen, großen Teams. Ich bin nur
ein Baustein unter vielen in der „Mission ResearchGate“. Bei uns ist jeder sein eigener Chef und
versucht mit seinem Spezialwissen etwas zum Erfolg beizusteuern, um es voran zu bringen.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee kam mir während meiner Forschungszeit in Boston. Ich kam mit einem Forschungsproblem nicht weiter. Durch ein Gespräch mit meinem späteren Mitgründer Sören Hofmayer wurde die Idee geboren, dass man ein Netzwerk für Forscher aufbauen muss, um diese Ineffizienzen zu beseitigen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Am Anfang von Family and Friends, später von Angels wie Joachim Schoss und Christian Vollmann, dann investierten Benchmark Capital, Accel Partners und erst kürzlich noch Founders Fund.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Priorisierung. Was sollte man machen und was sollte man nicht machen?!

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Noch stärkeren Produktfokus. Wir haben relativ lange überlegt, wie wir das Produkt vermarkten
sollen. Am besten wäre es gewesen, auf outbound Marketing zu verzichten und die Energie in das Produkt zu stecken. Denn ein Top-Produkt ist das beste Marketing.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Be yourself.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Die beiden Mitgründer Sören Hofmayer und Horst Fickenscher. Des weiteren meine Freunde und Berater Karl Neumar und Michael Reich.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Gründet mit Freunden. Viele sagen immer, man sollte nicht mit Freunden gründen. Ich sehe das
anders.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Schnellere und einfachere Verfahren um ausländische Spitzenkräfte einzustellen

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich wäre wohl Professor geworden und in der Wissenschaft geblieben, um weiter in der Virologie zu forschen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei keinem.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
31 v. Chr.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
In Forschungsprojekte investieren, die mich schon seit längerem reizen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit Sport und Freunden.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Da fällt mir so ad hoc keiner ein.

Zur Person
Ijad Madisch ist Mitgründer und Geschäftsführer von ResearchGate (www.researchgate.net), einer Social Community für Wissenschaftler. Nach seinem Medizin- und Informatikstudium führte Madisch langjährige Forschungen am Massachussetts General Hospital sowie der Harvard Medical School durch. Privat spielt er gerne Beachvolleyball, Fussball und Schach.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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