Fünfzehn Fragen an Ayhan Kocak von swabr

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Es macht mir unheimlich Spaß, unternehmerisch zu arbeiten, aus einer Idee ein Produkt entstehen zu sehen. Ganz speziell in dieser Konstellation ist es sehr […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Es macht mir unheimlich Spaß, unternehmerisch zu arbeiten, aus einer Idee ein Produkt entstehen zu sehen. Ganz speziell in dieser Konstellation ist es sehr spannend, mit einem tollen Team diese Idee umzusetzen und dabei Verantwortung zu übernehmen.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Wie kann ich mit mehreren Kollegen gleichzeitig in Echtzeit kommunizieren, ohne ständig Email CC’s herum zu schicken? Und kann man dabei effizient bleiben? Diese Fragen gingen mir nicht aus dem Kopf. Während meiner Zeit bei studentSN musste ich mehrere Programmierer koordinieren, die nicht alle im gleichen Office saßen. Die Lösung kam mir dann unter der Dusche und die Geschäftsidee war geboren.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Bisher sind wir mit eigenen Mitteln unterwegs. Zudem erhalten wir etwas Unterstützung von unseren Business Angels, die uns schon sehr früh unterstützt haben.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Die Idee zu haben ist eine Sache. Dann aus dieser Idee konkret ein Unternehmen zu gründen und die nötigen Strukturen zu schaffen ist mit vielen lästigen Arbeiten verbunden (Notartermine, Gründung, Büro finden und mieten etc.) Wenn man aber einmal diese Hürden genommen hat und sich nicht abschrecken lässt, dann sieht das im Rückblick gar nicht mehr so schlimm aus.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Ich würde viel eher Personen involvieren, die Startup-Erfahrung haben und einen bei der Umsetzung unterstützen können, sowohl finanziell, als auch mit ihrem Wissen und ihrem Know-How bei all den bürokratischen Arbeiten.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Wir glauben, dass ein gutes Produkt schon allein Werbung für sich macht. Deshalb fokussieren wir den Großteil unserer Energie und unserer finanziellen Mittel auf das Produkt. Natürlich sind wir auch in gängigen Social-Media-Kanälen vertreten (Twitter, Facebook etc.), aber großartig PR haben wir bislang nicht gemacht.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein Team, meine Familie und unsere Business Angels.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Einfach loslegen! Execution ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Unternehmers. Anfangs ist alles nicht so rund und perfekt, wie es sein sollte, aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Es geht darum, so schnell wie möglich ein Momentum aufzubauen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Weniger Bürokratie, schnellere Förderung von Innovationen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Ziemlich wahrscheinlich hätte ich an einem ähnlichen Projekt mitgewirkt. Im Enterprise-Bereich entstehen derzeit interessante Geschäftsmodelle.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Bei den Jungs von 37signals.com. Die sind zwar nicht aus Deutschland, aber ich bewundere sie sehr.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
Zurück in die Zukunft!

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
In sinnvolle Projekte investieren. In Deutschland entsteht gerade eine sehr spannende Startup-Kultur mit vielen spannenden Ideen. Ich glaube, dass wir an der Schwelle einer Entwicklung stehen, die Bisheriges auf eine neue Art und Weise im Internet abbildet. Das ist sehr aufregend.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Mit meinen Freunden raus gehen und etwas unternehmen. Spazieren gehen und Kraft tanken ist auch wichtig um die Balance zu halten.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Mit Fabio Sasso, einem Web-Designer aus Porto Alegre. Ich lese sehr gern sein klasse Design-Blog auf abduzeedo.com und folge ihm auf Twitter (unter @abduzeedo).

Zur Person
Ayhan Kocak gründete zusammen mit Ugur Tarlig und Lukas Pfeiffer sowie den Partnern Ibrahim Tarlig, Fabian Hansmann und Cihan Aksakal swabr (www.swabr.com). Bei dem Berliner Enterprise-Microblogging-Dienst, der 2011 in die Public Beta startete, ist Kocak für die Produktentwicklung verantwortlich. Zuvor machte er seinen B.Sc. in Informatik und Mathematik an der Universität von Istanbul (IKU) und sammelte danach erste berufliche Erfahrungen.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.