Effizienter tippen: KeyRocket lehrt die Shortcuts

Computerapplikationen haben viele Redundanzen eingebaut. Das heißt, viele Befehle können auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Das richten die Software-Entwickler deshalb so ein, damit jeder Nutzer gute Chancen hat, die verschiedenen Befehle auch wirklich […]

Computerapplikationen haben viele Redundanzen eingebaut. Das heißt, viele Befehle können auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Das richten die Software-Entwickler deshalb so ein, damit jeder Nutzer gute Chancen hat, die verschiedenen Befehle auch wirklich finden und sie auf die ihm angenehmste Art ausführen zu können. Unter den verschiedenen Arbeitsprozessen gibt es aber umständliche Vorgehensweisen oder sehr effiziente, die also schnell und ohne Wechsel von Mouse zu Tastatur und umgekehrt funktionieren. Tastenkombinationen, englisch Shortcuts, sind bei Programmen, die hauptsächlich über die Tastatur bedient werden, die mit Abstand effizientesten Befehlseingabemethoden. Und genau hier setzt KeyRocket (www.veodin.com) an.

Zwar sind Befehlseingaben mittels Shortcut extrem effizient, weil zeitsparend, sie erschließen sich dem Nutzer aber längst nicht so intuitiv wie die Befehlseingabe via Mouse. Findet man die Mouse-Befehle mühelos, indem man sich durch die verschiedenen Menüs eines Programms klickt oder – wenn man das weiß – mit der rechten Mousetaste das Kontextmenü aufruft, muss man die Shortcuts in der Regel einfach kennen und auswendig lernen.

Das tun viele nicht, weil ihnen der Aufwand zu groß ist. Macht nichts, denn KeyRocket – es hieß zunächst Efficiency, wie aus dem Video hervorgeht – kann als ständiger Denk-dran-Zettel funktionieren. Das Tool empfiehlt jedes Mal – aber auch nur dann -, wenn ein Nutzer einen Befehl auf umständliche Art ausführt, in einem kleinen PopUp eine Tastaturkombination. Und es lobt, wenn man eine zeitsparende Tastenkombination statt eines umständlicheren Vorgehens gewählt hat.

Leider gibt es KeyRocket bislang nur für Windows und auch nur für Microsoft Word 2007 und 2010, Excel und Powerpoint. Aber allein diese Applikationen haben schon ca. 1.200 verschiedene Shortcuts. 1.200 unterschiedliche Möglichkeiten also, effizienter zu tippen. Und das sind nach wie vor auch die Anwendungen, die im Unternehmensalltag am häufigsten genutzt werden. Unternehmer haben also ein massives Interesse an der möglichst effizienten und zeitsparenden Nutzung dieser Programme durch ihre Mitarbeiter.

KeyRocket gibt es in deutscher und englischer Sprache und kann auf die individuellen Bedürfnisse seines Nutzers zugeschnitten werden: Stellt das Programm fest, dass ein bestimmter Befehl immer wieder verwendet wird, für den es noch keinen Shortcut gibt, schlägt es dem Nutzer vor, einen einzurichten. So geht die Tipp-Arbeit nach und nach immer schneller voran.

Noch ist KeyRocket in der geschlossenen Beta-Phase, offiziell startet man noch im ersten Quartal 2012. Das Tool gibt es in einer gratis-Version, mit der man es für eines der drei Microsoft-Programme nutzen darf und in einer kostenpflichtigen Variante, mit der für 5 Euro monatlich KeyRocket in allen drei Programmen arbeitet.

Wie die Idee zu KeyRocket entstand

Jan Mechtel, Programmierer seit seinem 14. Lebensjahr mit einem ausgeprägten Faible für Automatisierung, Effizienz und Optimierung und Excel-Guru und Matthias Mayrock, erfahrener Informatiker und Hobby-Entwickler von mysynth und pure MP3 erfanden KeyRocket: “Wir haben eine große Vision, nämlich Software und User zusammenzubringen, damit diese sich besser verstehen. Denn viele nutzen Programme auf ihrem PC und kennen vielleicht 10 % der Dinge, die diese Programme wirklich können. Andersherum könnte sich Software noch viel besser auf den einzelnen User einstellen, wenn das Verhalten des Users für die Maschine “verstehbar” wäre.

Unsere größte Herausforderung war es zu entscheiden, welches Tool hierfür einen umsetzbaren, sinnvollen ersten Schritt darstellt. Mit der Fokussierung auf Tastaturkürzel ist uns dieser Spagat gelungen.” Zunächst wurde die gesamte Entwicklung von KeyRocket aus eigenen Ersparnissen finanziert, im November 2011 gab’s dann eine Finanzspritze in Höhe von 100.000 Euro durch ein EXIST-Gründerstipendium.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.