Fünfzehn Fragen an Nicole Causemann von Picturidoo

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Bis jetzt muss Picturidoo neben meinem Hauptberuf, in dem ich nicht Chefin bin, nebenher laufen. Aber natürlich ist es mein Traum, irgendwann so viel […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Bis jetzt muss Picturidoo neben meinem Hauptberuf, in dem ich nicht Chefin bin, nebenher laufen. Aber natürlich ist es mein Traum, irgendwann so viel Geld damit zu verdienen, dass mein Mann und ich uns ganz darauf konzentrieren können.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Eines Sonntagmorgens haben mein Mann und ich nach einer pfiffigen und realisierbaren Internet-Geschäftsidee gesucht, bei der der Kunde sein Produkt nach eigenen Wünschen selber verändern kann, und das es in der Form noch nicht gibt. Die Realisierung bis zum Launch hat dann noch ganze zwei Jahre gedauert.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Das einzige Kapital, das wir benötigt haben, war für PR- und Marketingzwecke. Das haben wir mit unserem Ersparten finanziert. Ansonsten mussten wir nur sehr viel Zeit investieren.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Die Programmierung hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen und viel Geduld und Ausdauer verlangt, da alles immer nur nach Feierabend und an den Wochenenden entwickelt werden konnte. Außerdem war es anfangs noch schwierig, Künstler zu akquirieren, die bereit waren, sich mit ihren Werken an diesem Abenteuer zu beteiligen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Nichts. Denn aus dem, was wir falsch gemacht haben, haben wir auf jeden Fall viel gelernt.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Für uns war die Zusammenarbeit mit einer professionellen PR-Agentur unerlässlich. Als Laie hat man einfach nicht genug Wissen auf diesem Gebiet und auch nicht die richtigen Kontakte. Es war vor allem wichtig für uns, eine ordentliche Pressemitteilung an alle Presseportale herauszugeben, um in den Medien ins Gespräch zu kommen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Eine unserer Künstlerinnen hat besonders fleißig Bilder für Picturidoo angefertigt. Ohne sie hätte es noch wesentlich länger bis zum Start-up gedauert. Also: danke Henrike!

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Nicht so schnell aufgeben ist das Wichtigste! Immer an die eigene Sache glauben, aber selbstkritisch bleiben.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Weniger Bürokratie.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Wir haben, wie gesagt, unsere normalen Jobs als Angestellte ja noch nicht an den Nagel gehängt. Insofern wird mein Mann hauptberuflich weiterhin als Werbetexter und ich im Designbereich tätig sein.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Den Erfolg von MyParfuem finde ich beeindruckend. Bei den Gründern würde ich mir gerne einige Tipps holen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
Eigentlich gefällt mir das Jetzt und Hier mit all seinen Möglichkeiten ganz gut!

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Die finanzielle Absicherung der Familie stünde an erster Stelle. Vielleicht ein hübsches Häuschen am Meer – die perfekte Umgebung, um neue spannende Ideen zu entwickeln.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Ein wirklich schöner Sonntag wäre einer, an dem wir – und besonders mein Mann – nicht den ganzen Tag vor dem Computer für Picturidoo arbeiten müssten. Dies kommt leider nur noch selten vor, dafür genießen wir es dann aber umso mehr.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Robert Geißen. Er könnte uns sicher noch ein paar gute Ratschläge geben, wie man in der Geschäftswelt Erfolg hat. Und unterhaltsam wäre es auch.

Zur Person
Nicole Causemann, geboren 1968 in Düsseldorf, studierte Design und Fotografie am BTEC College of Art & Design in England. Seit 2007 ist sie für den Dekorpapier-Hersteller “Impress Decor” im Bereich Design & Marketing tätig. Im vergangenen Jahr gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann die Kreativ-Plattform Picturidoo (www.picturidoo.de), auf der Nutzer vorhandene Kunstwerke weitergestalten und somit individuelle Bilder kreieren können.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.