Fünfzehn Fragen an Shamsey Oloko von Kaiorize

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Es bedeutet für mich vor allem Lebensqualität! Neue Ideen barrierefrei zu testen und mit Leidenschaft voranzutreiben hilft mir bei meinem Ziel, mein Leben nicht […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Es bedeutet für mich vor allem Lebensqualität! Neue Ideen barrierefrei zu testen und mit Leidenschaft voranzutreiben hilft mir bei meinem Ziel, mein Leben nicht in Arbeits- und Freizeitblöcke einzuteilen. Ich kann einen fließenden Übergang zu schaffen, der mir als regulärem Arbeitnehmer in der Regel verwehrt bleibt. Sowohl die inhaltlichen Aufgaben als auch die Zeiteinteilung und das selbstbestimmte Setzen von Prioritäten geben mir tagtäglich ein angenehmes Gefühl von Freiheit.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
Die Idee, die Ausstattung von Celebrities mit Produkten und Services ins Internet zu verlagern, kam meinem Partner Henner Ceynowa, als er bei Armani Exchange in New York in der Marketingabteilung gearbeitet hat. Unternehmen lieben es, Celebrities mit ihren Produkten auszustatten, aber entweder wissen sie nicht, wie sie die Celebrities erreichen können oder aber es ist viel zu teuer. Damit war der erste USP von KAIORIZE geboren: Eine Prozessinnovation durch die Verlagerung des Celebrity Product Placements ins Internet, was die Ausstattung von Celebrities günstiger und ohne Streuverluste ermöglicht.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Wir haben das Unternehmen komplett eigenfinanziert aufgebaut. Eine große Hilfe war sicherlich auch das Gründerstipendium der Beuth Hochschule. Mittlerweile haben wir mit der Investmentgesellschaft von Hans Rudolf Wöhrl und Christian Greiner einen Partner an Bord, der neben Kapital auch ein großes Netzwerk im Bereich Fashion mit einbringt.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Das typische Henne-Ei-Problem: Brauchen wir zuerst Celebrities oder Unternehmen? Mit dieser Frage haben wir uns lange und intensiv auseinandergesetzt. Glücklicherweise hatten wir mit Dana Schweiger relativ früh eine Mitgesellschafterin an Bord, die von dem Konzept begeistert war und nach wie vor ist und uns ein sehr gutes Entrée zu Prominenten verschaffen konnte. Dadurch konnten wir uns dann Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Die Celebrity-Szene ist sehr speziell und gerade zu Beginn haben wir unnötig viel Zeit mit Leuten verbracht, die uns gegenüber suggeriert hatten, dass sie einen guten Zugang zu dieser Szene haben. Sowohl „gut“ als auch „Celebrity“ besitzen jedoch extrem dehnbare Interpretationsspielräume. Wir hätten daher zu Beginn stärker darauf achten sollen, mit wem wir unsere Zeit verbringen und welche Ressourcen man wofür aufwendet. Das hätte uns definitiv viel Zeit und auch die eine oder andere Enttäuschung erspart. Ein Blick auf die Referenzen und auf das Commitment der Personen kann manchmal Interessantes zu Tage fördern.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Bei den Celebrities ist es hauptsächlich die Präsenz auf Events. Seien es Bambi-Verleihung, Berlinale, GQ-Award, Echo etc. Dadurch, dass wir den Celebrities quasi etwas schenken, nämlich den Zugang zu Kaiorize, profitieren wir stark vom positiven Word of Mouth in der Szene. Bei den Unternehmen hingegen sind es vor allem Direktvertrieb und PR. Mit Berlin haben wir drei Ur-Berliner ein perfektes Umfeld: Es gibt sehr viele Promi-Events, zahlreiche Messen (Bread&Butter, Premium, IFA etc.) und eine einzigartige Gründerszene. Wir haben quasi alle notwendigen Komponenten direkt vor der Haustür.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Ohne Frage Dana Schweiger! Sie hat uns bereits in der frühen Phase der Geschäftsentwicklungen sinnvolle Anregungen gegeben, wie bestimmte Dinge bei den Prominenten ankommen und was insbesondere für die Expansion nach Amerika zu beachten ist. Vor dem Hintergrund, dass sie selbst quasi „nebenbei“ das Unternehmen bellybutton leitet, sich bei Stiftung Findelbaby ehrenamtlich engagiert und zudem noch Mutter von vier Kindern ist, ist es bewundernswert, wie viel Zeit sie sich für uns genommen hat.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Einen Spruch, der für mich das Jahr 2010 perfekt zusammenfasst: Lieber fehlerhaft begonnen als perfekt gezögert!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Ich persönlich finde, dass sich der Gründungsstandort Deutschland in der letzten Zeit sehr positiv entwickelt hat. Dieser Entwicklung weiterhin einen Nährboden zu bieten, wäre mein Wunsch.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Mich faszinieren seit jeher die Themen Strategie und Marketing. Von daher würde ich entweder als (Marken-)Berater arbeiten oder in einer Marketingabteilung die Marketingstrategie mitgestalten.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Ich finde den Ansatz und die Mission von betterplace.org sehr spannend.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
2580 v. Chr. um zu schauen, wer die Cheops Pyramide wirklich gebaut hat. Ich bin ein Fan von Erich von Däniken.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Ein Drittel lege ich zur Seite, ein Drittel konsumiere und verschenke ich und ein Drittel investiere ich in Kaiorize.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Wenn ich mal kein Basketballspiel habe, dann mit Ausschlafen und chill-laxing – wobei das je nach Wochenende unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Mit meinen beiden Partnern Henner und Philippe. Momentan treffen wir uns nur zum Arbeiten, und bei Philippe ist es sogar so, dass er derzeit in L.A. arbeitet, so dass wir uns immer mal wieder für längere Zeit nicht sehen.

Zur Person
Shamsey Oloko ist MitGründer und Geschäftsführer von Kaiorize (www.kaiorize.com). Gemeinsam mit Henner Ceynowa und Philippe Bahlburg hat er mit Kaiorize die „Gifting Suite to go“ entwickelt, die Unternehmen seit Januar dieses Jahres die gezielte, webbasierte Ausstattung von nationalen und internationalen Celebrities ermöglicht und für eingeschickte und veröffentlichte Bilder an Charity Organisationen spendet.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. Vor wenigen Tagen war Shamsey Oloko auch zur Gast im Labor für Entrepreneurship. Das Video vom Gespräch mit Prof. Faltin gibts es hier:

    http://e-preneur.de/Kaiorize

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