latershare: Authentische Feedbacks durch zeitversetztes Sichtbarmachen

latershare (www.latershare.com) – wahlweise in deutsch oder englisch verfügbar – ist der erste und bisher einzige Web 2.0-Service für authentische Feedbacks: “Bei latershare kann jeder zu Feedbackrunden aufrufen. Die Antworten der Nutzer werden […]
latershare: Authentische Feedbacks durch zeitversetztes Sichtbarmachen

latershare (www.latershare.com) – wahlweise in deutsch oder englisch verfügbar – ist der erste und bisher einzige Web 2.0-Service für authentische Feedbacks: “Bei latershare kann jeder zu Feedbackrunden aufrufen. Die Antworten der Nutzer werden in “geschlossenen Umschlägen” serverseitig abgelegt. Die Inhalte werden erst dann sichtbar, wenn alle Nutzer gepostet haben oder ein bestimmter Zeitpunkt erreicht wurde.” Der Dienst ist komplett gratis und funktioniert völlig ohne Registrierung.

Ideengeber, Entwickler und Gründer von latershare ist Jens Hoppe, seines Zeichens Kommunikationswissenschaftler und Software-Entwickler. Und ein Kind beider Interessens-Schwerpunkte dürfte latershare wohl auch sein: Der Kommunikationswissenschaftler in Hoppe nahm Kommunikationsprobleme bei Echtzeit-Feedbacks wahr und der IT-Profi entwickelte die webbasierte Lösung dieser Probleme.

Hoppe fiel auf, dass Echtzeit-Kommunikation der Qualität und Authentizität von Feedbacks oft abträglich ist:

  • Manchmal werden Feedbacks gar nicht oder nur mit Anlaufschwierigkeiten gegeben. Niemand möchte sich aus dem Fenster lehnen, indem er als erstes seine Meinung äußert.
  • Das zuerst gegebene Feedback beeinflusst oft alle anderen, die weiteren Rückmelder sind also nicht mehr unvoreingenommen.
  • ‘Trittbrettfahrer’, die sich mit der gestellten Frage nicht groß auseinandersetzen wollen, haben es sehr leicht, einfach “Seh ich genauso” zu sagen.

All diese Schwierigkeiten können umgangen werden, wenn eine Feedbackrunde in zwei Stufen stattfindet:

1. Alle Beteiligten äußern ihre Meinung und geben ihre Ideen preis, ohne die Äußerungen der anderen zu kennen.

2. Alle erfahren gleichzeitig die Feedbacks aller anderen.

Hoppe entwickelte zunächst einmal eine Matrix, in der er die Stärken und Schwächen der verschiedenen Kommunikationsmedien analysierte. So fand er heraus, welche Eigenschaften sein neues Tool im Idealfall haben sollte. – Lesenswert übrigens, diese Matrix, über viele Punkte darin hab ich mir noch nie bewusst Gedanken gemacht…

Auf Basis des CMS Contens - Hoppe ist Gesellschafter und Senior Technical Consultant bei Contens – entwickelte er dann latershare.

Dass Hoppe etwas von Nutzerfreundlichkeit versteht, bewies er schon als Erfinder der WYSIWYG-Oberfläche für das CMS Contens. Und zwar 1999 – zu einem Zeitpunkt, als noch kaum jemand wusste, was ‘What you see is what you get’ überhaupt ist. Und nutzerfreundlich ist auch latershare – intuitiv und ganz einfach zu bedienen.

Richtig witzig sind die Beispiele verschiedener fiktiver latershare-Feedbackrunden. Sie zeigen auch gleich noch eine angenehme Eigenschaft von latershare: Die Feedback Ergebnisse werden auch optisch ausgesprochen ansprechend präsentiert.

Und wenn Sie sich fragen, wofür man latershare alles einsetzen kann: Auf der Seite Use Cases finden Sie 13 verschiedene Anwendungs-Szenarien.

Die Frage nach dem Geschäftsmodell beantwortet Jens Hoppe im Interview mit Gründerszene so: “Der Service bleibt für Privatleute und auch einfache Use-Cases in Firmen kostenlos. Es wird demnächst für Firmen ein Zusatz-Feature-Paket geben, welches dann pro Monat ein paar Euro kosten wird. Das Customizing der Latershare-Stages für Firmen wird eine andockbare Dienstleistung sein. Denkbar ist auch eine Server-Variante für die interne Nutzung bei Firmen (inklusive Active-Directory-Integration) sowie die Integration mit vorhandener Groupware / Collaboration-Software.”

Auf meine telefonische Frage, was denn seine Haupt-Triebfeder für die Entwicklung von latershare gewesen sei, antwortet Jens Hoppe: “Ich wollte mal wieder etwas grundlegend Neues für das Internet erfinden, etwas das das Zeug zum Standard in seinem Segment hat. So wie Google zum Standard für das Suchen im Internet geworden ist, Twitter für das Microblogging oder Doodle für die Terminvereinbarungen. Wenn die Leute eines Tages von ‘latersharen’ sprechen, wenn sie ‘zu zeitversetzten Feedbackrunden einladen’ meinen, hab ich mein Ziel erreicht.”

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.



  1. Nikkki

    Gefällt mir gut.



  2. luna

    Finde ich interessant, würde mich nur mal interessieren, ob das Design gekauft wurde… Sieht nämlich schon seeeehr ähnliches aus wie dieses hier:

    http://pixelentity.com/previews/templates/brandspace/light/index.html

  3. @luna,
    das Design der Applikationsseiten (Ongoing latershares und Result-Stages) ist selbst erstellt. Für das Minimal-Design der Content-Seiten (für Konzept, Benefits etc.) sowie Header u. Footer wurde das (sehr gute) Templateset eingekauft und angepasst, das hast du richtig erkannt. Das Logo haben wir über einen Wettbewerb (mit 195 Einsendungen) ermittelt.
    Die Hauptarbeit liegt bei einem Startup eh in der Umsetzung der Produktidee, dem Applikations-Design, Datenbankmodell, der serverseitigen sowie JS-Programmierung, Redaktion, PR etc.
    Da eine Web-Plattform eh ständig Work-in-Progress ist, ist das derzeitige Layout der Contentseiten auch nicht als fixiert zu betrachten. Mal sehen, wann wir uns eine der Top Webdesign Agenturen fürs Individualdesign der Content-Seiten leisten. Vermutlich fließt die Arbeitszeit erstmal in weitere Features der App, weniger in ein Redesign.
    Schöne Grüße aus München

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