Groupon für Unternehmen: Handelsdeal bietet b2b-Rabattaktionen

Der Rabatt-Hype im Lande ist – trotz aller Unkenrufe – noch lange nicht vorbei! Mit Handelsdeal (www.handelsdeal.de) setzt nun ein Berliner Start-up das Grouponmodell für das b2b-Segment um. “Handelsdeal ist ein Collective-Buying-Modell mit […]
Groupon für Unternehmen: Handelsdeal bietet b2b-Rabattaktionen

Der Rabatt-Hype im Lande ist – trotz aller Unkenrufe – noch lange nicht vorbei! Mit Handelsdeal (www.handelsdeal.de) setzt nun ein Berliner Start-up das Grouponmodell für das b2b-Segment um. “Handelsdeal ist ein Collective-Buying-Modell mit den Zielgruppen Gewerbetreibende, Freiberufler und kleinen und mittelständischen Unternehmen”, sagt Mitgründer Mark Rüdesheim. Dieser Zielgruppe will das Handelsdeal-Team, zu dem noch Thomas Jentzsch, Dominik Hensel und Sören Martius gehören, Produkte und Dienstleistungen anbieten, die diese im “Geschäftsalltag benötigt”. Beispielsweise Bürobedarf, Druckerpatronen oder Beamer. Anbieter wie markt24.de setzten bereits auf Handelsdeal.

“Gerade im sehr zersprengten b2b-Umfeld stellen zielgerichtete und wirksame Marketing- und Vertriebsmaßnahmen die große Herausforderung dar. Durch ein häufig beschränktes Marketingbudget und aufgrund fehlendem Fachwissens ist es schwer die bestehenden Absatzkanäle effektiv auszunutzen”, sagt Rüdesheim, der in den vergangenen Jahren unter anderem für apprupt, mymuesli und Products Up gearbeitet hat. Wie vergleichbare Anbieter ist Handelsdeal über eine Provision am Umsatz der Dealanbieter beteiligt. 30 % des Umsatzes fließen dabei in die Kasse von Handelsdeal, dass von Plista-Gründer Dominik Matyka und efamous-Macher Marcel Hollerbach finanziell unterstützt wird.

Spontankäufe sind bei Unternehmen sicher selten

Produkte, die die Handelsdeal-Mannschaft über ihre Plattform absetzen kann gibt es sicherlich genug. Wenn allerdings einzelne Anbieter immer wieder ähnliche Produkte anbieten, könnte dies zum Problem für die Shopbetreiber werden. Wer kauft schon Bürobedarf zum Normalpreis, wenn er weiß, dass der bevorzugte Shop bei Handelsdeal andauert massive Rabatte auf die Waren gewährt. Handelsdeal muss somit Waren anbieten, die die potenziellen Käufer vor dem Besuch der Seite gar nicht kaufen wollten. Dies dürfte auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen teilweise schwer werden, denn bei diesen Firmen ziehen besimmte Leute los, um dass zu kaufen, was das Unternehmen gerade braucht. Für Spontankäufe ist da kein Platz. Gewerbetreibende und Freiberufler lassen sich dagegen sicherlich schneller einmal zu einem Spontankauf verleiten.

Einen wichtigen Punkt spricht auch Alexander Graf bei Kassenzone an: “Die Wettbewerbssituation mit so einem Modell ist nicht ganz unkritisch. Durch das einfache Sourcing von Angeboten wird es Anbietern sehr leicht gemacht in diesem Markt zu starten. Zudem werden die etablierten Groupon Ableger sich alle zumindest an so einem Modell versuchen. Das führt zu niedrigeren Margen durch erhöhte Kundenakquisitionskosten. Aufgrund der fehlenden Netzwerkeffekte ist es zudem unwahrscheinlich, dass eine Monopol- bzw. Oligopolsituation ensteht”. Mit seinen Business Deals hat DailyDeal (www.dailydeal.de) bereits einen Fuß in diesem Segment. Nach der Übernahme durch Google ist aber offen, ob das Berliner Start-up in diesem Segment weiter Akzente setzen wird. Bleibt der Blick in die USA: Dort sind unter anderem Startups.com (www.startups.com) und MarketSharing (www.marketsharing.com) im b2b-Groupon-Segment unterwegs. In Deutschland werden bald sicherlich weitere b2b-Rabattdienste an den Start gehen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Thorsten

    50% Provision? Lol da sollten die mal besser ihre Hausaufgaben machen. Da die Margen eh schon so klein sind kann ich mir nicht vorstellen, dass da auch genug Anbieter mitziehen. Groupon hat ja auch schon das Problem, dass die meisten Unternehmen das einmal machen dann nie wieder. Daran werden die sowieso noch zu Grunde gehen, aber ist eh egal, der IPO ist ja bereits passé.

  2. Hallo Thorsten,

    wir müssen die oben genannte Zahl von 50% in “auf bis zu 30%” korrigieren. Der genaue Provisionssatz ist abhängig von Branche und Produkt / Dienstleistung.



  3. Thorsten

    ach ok, ist aber immer noch sehr hoch. Das lohnt sich dann eigentlich nur für Hersteller, die auch noch eine Marge haben. Für Händler sehe ich da wenig Spielraum. Dennoch vielleicht klappts ja. Viel Erfolg.

  4. Sorry für den Fehler. Jetzt steht 30 % im Artikel!

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