Jacken, Hosen, Röcke: Miosato verkauft Designer-Mode – Holtzbrinck Ventures unterstützt das Start-up

Mode entwickelt sich zum Trendthema in der deutschen Gründerszene. Immer mehr Start-ups widmen sich modischen Aspekten – allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen. Brandneu im Reigen der Mode-Start-ups ist Miosato (www.miosato.com). Die Jungfirma will “jungen, […]
Jacken, Hosen, Röcke: Miosato verkauft Designer-Mode – Holtzbrinck Ventures unterstützt das Start-up

Mode entwickelt sich zum Trendthema in der deutschen Gründerszene. Immer mehr Start-ups widmen sich modischen Aspekten – allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen. Brandneu im Reigen der Mode-Start-ups ist Miosato (www.miosato.com). Die Jungfirma will “jungen, aufstrebenden Labels, aber auch bereits etablierteren, eine Plattform für ihre Mode bieten. Ins Leben gerufen wurde das Start-ups von Max Laemmle, zuletzt Berater, und Marc-Alexander Christ, früher Investmentbanker und bei Groupon tätig (siehe oben, rechts). Knapp 30 Labels haben die Berliner bereits unter Vertrag.

Im kleinen Büro des Start-ups, welches bereits von Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt) unterstützt wird, werden die Kollektionen der Designer professionell abgelichtet und schließlich auf der Website zum Verkauf angeboten. Anfangs dachten die Startupper, dass die Designer das Fotografieren ihrer Werke selbst übernehmen könnten. Das Ergebnis war aber eher unbefriedigend. Jetzt übernimmt Miosato diese Aufgabe für seine Kunden. Sicherlich eine weise Entscheidung! So ist sichergestellt, dass das optische Erscheinungsbild aller Jacken, Hosen und Röcke gleich gut aussieht. Zudem setzt sich Miosato so deutlich zu Do-it-Yourself-Diensten wie Dawanda ab. Das Versenden der bestellten Produkte übernehmen die Designer dann aber selbst.

Im Juni ging Miosato online

Bereits Anfang Juni gaben die Miosato-Macher Laemmle und Christ ihre Website für die Öffentlichkeit frei. Knapp 15 Mitarbeiter werkeln inzwischen im prallgefüllten Büro des Start-ups. Momentan werkelt das Team an einem Relaunch der Website. Bisher zeigte Miosato nur in der einschlägigen Modepresse Flagge. Das Team putzt zudem fleißig Klinken bei angesagten Designern im In- und Ausland. Eine persönliche Bindung zu den Modemachern ist den Miosato-Gründern wichtig. “Wir lernen die Kollektion vor Ort durch die Künstler bei einem persönlichen Besuch kennen. Die Nähe zu dem Designer und seiner Mode transportieren wir durch unsere Galerie zu den Kunden”, sagt Mitgründer Laemmle.

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Finanzieren soll sich Miosato über eine Verkaufsprovision. Damit dieses Konzept aufgeht, müssen die Berliner allerdings bald ein extrem breites und attraktives Sortiment anbieten. Dafür ist es nötig, dass das Start-up viele angesagte und aufstrebende Designer an sich bindet. Gleichzeitig muss Miosato zahlungskräftige Käufer und vor allem Käuferinnen auf sich aufmerksam machen. Und dabei kann es sich nicht bzw. nicht nur um modebewusste Menschen aus den Metropolen handeln. Die können Designerlabels oft vor der Haustür kaufen. Zahlungskräftig Mode-Kenner aus Ostwestfalen, dem Schwarzwald oder Friesland haben diese Möglichkeit meist nicht. Zahlungskräftig müssen die potenziellen Käufer aber auf jeden Fall sein, denn die Jacken, Hosen und Röcke bei Miosato, was aus dem Italienischen kommt und Mein Schneider bedeutet, kosten schnell mal einige hundert Euro.

Boom der Mode-Start-ups

Neben Miosato buhlen – wie bereits erwähnt – noch einige andere Start-ups im Mode-Segment – beispielsweise Couture Society (www.couture-society.com). Das Start-up positioniert sich als Pre-Order-Plattform. Über die junge Plattform können Kunden direkt nach einer Modeschau die gezeigten Waren ordern. Ebenfalls neu im Geschäft ist Luxodo.com (www.luxodo.com). Die Luxus-Shoppingplattform hat sich auf die Fahne geschrieben, “das Angebot der besten deutschen Fashion-, Lifestyle- & Design-Shops” unter einem Dach zu vereinen. Shop-in-Shop-System nennen die Hamburger ihr Konzept. Marktplatz oder Metashop für Luxusmarken trifft es aber sicherlich auch. Auf ein ähnliches Konzept setzt auch das Start-up FashionHub (www.fashionhub.com) aus Frankfurt am Main.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. TheRiddler

    Da sind sie wieder bis zu 70%… & Danke für den Raubbau an unseren Innenstädten.



  2. Petra Panther

    @ The Riddler: Das hat doch nichts mit dem Raubbau an den Innenstädten zu tun. 1. Es geht um Labels, und zwar auch um kleinere, die auch einen eigenen Showroom haben. Hier wird einfach nochmal die Möglichkeit gegeben, einen zusätzlichen Distributionskanal und vor allem auch mehr Bekanntheit zu bekommen.
    2. Natürlich ist es schade, wenn es manchen Geschäften nicht mehr so gut geht. Aber auf der anderen Seiten stehen halt auch die Konsumenten, die sich mehr leisten können, weil der Preiswettbewerb zugenommen hat. Bessere Preise, mehr Auswahl. Wo ist das Problem?



  3. Tom

    Go, go, go Jungs! Alles Gute und viel Erfolg!



  4. Nikkki

    Interessantes Modell.Ihr habt euer Modell sehr überzeugend präsentiert beim Pitch.

    Weiter so Max und Marc!



  5. Andre

    Das Modell als solches mag ich sehr und finde es spannend. Ob allerdings High Fashion die richtigen Produkte sind wage ich zu bezweifeln. Relativ hohe Marge. Ok. Aber skalierbar nein. Auch die Frage, ob sich solche spezielle Mode im Netz gut verkaufen lässt sollte gestattet sein.

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