“Gib deinem Auto einen Job” – Boom der Carsharing-Dienste

Seit in Deutschland tamyca den Startschuss gesetzt hat, geht es ab im Bereich “privates Carsharing”. Kein Wunder, das Konzept ist ebenso schlicht wie genial: Kein Mensch fährt täglich 24 Stunden lang Auto, warum […]
“Gib deinem Auto einen Job” – Boom der Carsharing-Dienste

Seit in Deutschland tamyca den Startschuss gesetzt hat, geht es ab im Bereich “privates Carsharing”. Kein Wunder, das Konzept ist ebenso schlicht wie genial: Kein Mensch fährt täglich 24 Stunden lang Auto, warum das Gefährt also nicht an nette Menschen aus der Nachbarschaft verleihen und dabei noch etwas verdienen? Autobesitzer stellen ihren Mercedes oder Polo auf den Plattformen ein und legen fest, wie viel das Ausleihen kostet.

Im Vergleich zum gewerblichen Carsharing, das sich seit Langem etabliert hat, ist die private Variante kostengünstiger (meist zwischen 10 und 25 Euro pro Tag), bequemer und hat als i-Tüpfelchen den sozial-lokalen Bezug. Auf einer Karte sieht man, wer in der direkten Umgebung welches Auto verleiht. Die aktuellen Carsharing-Vermittlungsplattformen unterscheiden sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung bisher kaum. In Bezug auf Kosten, Versicherung und Voraussetzung gibt es jedoch Unterschiede, die einen näheren Blick wert sind.

tamyca
tamyca

Erster deutscher Anbieter ist das in Aachen ansässige Start-up tamyca (www.tamyca.de). “Gib deinem Auto einen Job!” heißt der einfallsreiche Slogan. Die Strukturen sind einfach: Für Autoverleiher ist die Plattformnutzung kostenlos. Wer ein Auto ausleiht, bezahlt die “tamyca-Gebühr” von 7,50 pro Tag. Autobesitzer müssen ihre bisherige Versicherung nicht wechseln. Durch eine Kooperation mit “Die Württembergische” ist der Autoverleih rundum abgesichert – bei Vollkaskofällen. “Sachverhalte der Teilkaskoversicherung sind nicht versichert”, heißt es in den AGB, auch eine gesonderte Haftpflichtversicherung wird nicht abgeschlossen – ein wesentlicher Unterschied zu den Mitstreitern. Im abgesicherten Schadensfall müssen Mieter mit einer Selbstbeteiligung von 450 Euro rechnen, was im Vergleich zu den Mitbewerbern eher niedrig ist. Auch sonst funktioniert tamyca recht unkompliziert: Voraussetzungen sind lediglich die Volljährigkeit (logisch), ein deutscher Führerschein und der Besitz eines Mobiltelefons. Als Bezahlungsmöglichkeiten stehen PayPal, Lastschrift, Kreditkarte oder Giropay zur Verfügung.

autonetzer
autonetzer

Bei autonetzer (www.autonetzer.de), dem Mitbewerber aus Stuttgart, läuft es in puncto Kosten genau anders herum ab: Nicht der Autoleiher bezahlt Gebühren sondern der Vermieter. Und zwar überschaubare 39 Euro pro Jahr. Allerdings müssen Autobesitzer ihre Versicherung wechseln, wenn sie sich registrieren wollen. Die kooperierende Versicherung ist die BGV (Badische Versicherungen) und kostet 549 Euro pro Jahr. Im Schadensfall wird es deutlich teurer als bei tamyca: 900 Euro + 50 Euro Bearbeitungsgebühr bezahlt der Autoleiher an Selbstbeteiligung für einen selbstverschuldeten Unfall. Baut man als Fahrzeughalter Mist sind es 500 Euro + 50 Euro Gebühr. In puncto Fahr-Vergangenheit ist man bei autonetzer eher kulant: Fahrer dürfen nicht mehr als acht Punkte im Flensburger Verkehrszentralgerister haben (bei den meisten Mitbewerbern sind es fünf). Das Geld wechselt vor Ort und in Bar den Besitzer.

nachbarschaftsauto
nachbarschaftsauto

Der Anbieter mit dem aussagekräftigsten Namen ist sicherlich nachbarschaftsauto (www.nachbarschaftsauto.de). Noch ist der Service für Auto-Verleiher kostenlos, später will das Berliner Team eine Vermittlungsgebühr von zwei bis drei Euro pro Verleihgeschäft einsammeln. Auch eine kostenpflichtige Premiummitgliedschaft ist angedacht. Die Autobesitzer bleiben bei ihrer Versicherung und schließen über nachbarschaftsauto eine Zusatzversicherung mit der R+V Versicherung ab. Die Kosten trägt der Auto-Mieter: 8,90 Euro pro Tag. Umarmt der Wagen einen Baum entstehen Selbstbeteiligungskosten von 500 Euro. In Bezug auf das Auto gibt es einige Beschränkungen: Der Wagen darf nicht älter als 10 Jahre sein, nicht mehr als 200KW Leistung haben und die 200.000 km nicht überschritten haben. Über welche Bezahlart der Vermieter sein Geld einzieht, legt er selbst fest: nachbarschaftsauto empfiehlt die Bezahlung in Bar, per Überweisung oder PayPal.

rent’n’roll
rentnroll

Auch der Hamburger Carsharing-Vermittler rent’n’roll (www.rent-n-roll.de) kooperiert mit der R+V Versicherung. Dementsprechend kostet der Fahrspaß für Mieter ebenfalls 8,90 Euro Versicherungsprämie für 24 Stunden Autobesitz. Die Selbstbeteiligung liegt bei 500 Euro. Ein paar kleine Extrakosten gibt es auch noch: Mieter bezahlen zwei Euro pro Aktion an die Plattformbetreiber, Vermieter gar 15 Prozent des Autoverleih-Preises. Die Abrechnung sieht so aus, dass rent’n’roll einmal im Monat den Vermietungserlös an den Autoverleiher überweist. Damit kann man zwar nicht sehr kurzfristig Geld verdienen, dafür ist die Umsetzung unkompliziert. Was das eigene Auto angeht, gelten dieselben Beschränkungen wie bei nachbarschaftsauto; Der T1 muss also leider in der Garage bleiben. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern geht rent’n’roll relativ streng mit den Automietern um: Diese müssen mindestens 23 Jahre alt sein (sonst meist drei Jahre Fahrerlaubnis erforderlich) und dürfen in den letzten fünf Jahren keine Strafe wegen Trunkenheit am Steuer oder wegen Fahren ohne Führerschein / Versicherung bekommen haben. Dies schützt vor allem Autobesitzer vor schwarzen, unvernünftigen Schafen.

Das Thema Carsharing wird uns – ebenso wie überhaupt das ganze Thema “Teilen” – sicherlich noch länger erfreuen und noch so manchen Anbieter hervorbringen. Auf welcher Plattform man sich registriert hängt davon ab, was einem wichtig ist: Die niedrigste Selbstbeteiligung gibt es bei tamyca, als Verleiher bezahlt man außerdem keinen Cent für die Plattformnutzung. Auch bei nachbarschaftsauto ist das Angebot für Autobesitzer (aktuell noch) kostenlos. Wer kein Auto ver- sondern ausleihen will kommt bei autonetzer besonders günstig weg. Eine unkomplizierte Abrechnung bietet rent’n’roll, indem es den Vermietungserlös monatlich überweist. Neben dem Kostenaspekt lohnt sich natürlich auch ein Blick auf das Thema Versicherung und Voraussetzungen für Vermieter, Mieter und Fahrzeug. Und auch auf den Standort des Start-ups: Meist finden sich da, wo das Unternehmen ansässig ist, auch die meisten Angebote. In Fall der Carsharing-Dienste sind das Aachen, Stuttgart, Berlin und Hamburg – die Anbieter haben sich nahezu perfekt verteilt!

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. Frederik Striebel

    Guter Artikel und super Idee. Wurde wirklich Zeit, dass es solche Angebote auch in Deutschland gibt und Autos nicht nur rumstehen.
    Ich hab die Entwicklung die letzten Wochen etwas verfolgt und finde eigentlich alle Seiten gut umgesetzt. Allerdings scheint mir doch das Thema Versicherung bei tamyca im Artikel nicht ausreichend recherchiert: Ich wollte dort nämlich vor ein paar Wochen mein Auto anmelden und hab vorher einen Bekannten von einer Versicherung gefragt. Und da gibt es ein Riesen-Defizit: Da das Auto über die tamyca-Versicherung nur Vollkasko aber nicht Teilkasko und nicht haftpflichtversichert ist, sind die Risiken für Fahrer und Besitzer enorm. Bei einem Haftpflichtfall müsste nämlich die Versicherung des Besitzers einspringen. Das wird sie aber nicht tun, weil niemand bei seiner normalen Versicherung das Auto gegen Geld vermieten darf. Konsequenz: Die Versicherung zahlt nicht oder verlangt vom Besitzer Regress wegen Versicherungsbetrug. Es gibt dazu sogar einen Videobeitrag bei Stern Online, wo der ADAC das Tamyca-Modell kritisiert: http://bcove.me/qjihwuad. Hab mir daraufhin die AGB von tamyca mal angeschaut und gesehen, dass sie sich selbst darin absichern, aber der Fahrer und Besitzer der Dumme sind. Laut AGB muss nämlich jeder Besitzer mit seiner Versicherung klären, dass er das Auto dort anbieten darf – und die wird immer mit nein reagieren. Die Tatsache dass keine Teilkasko beinhaltet ist, finde ich auch kritisch: Angenommen es passiert ein Teilkasko-Fall (z.B. Diebstahl), dann gibt es keine Versicherung die einspringt. Entweder der Besitzer bleibt dann auf dem Schaden sitzen oder er verklagt den Fahrer, für den es dann ziemlich teuer werden dürfte.
    Ich hab mir daraufhin auch rent-n-roll, autonetzer und Nachbarschaftsauto angesehen und es geht scheinbar auch anders. Hier sind Haftpflicht, Teil- und Vollkasko nämlich mit drin und das schlimmste, was mir als Nutzer passieren kann, ist die Selbstbeteiligung zu zahlen.

    • @ Frederic: Danke für den wertvollen Hinweis. Ich habe den Aspekt im Abschnitt über tamyca folgendermaßen ergänzt: “Durch eine Kooperation mit “Die Württembergische” ist der Autoverleih rundum abgesichert – bei Vollkaskofällen. “Sachverhalte der Teilkaskoversicherung sind nicht versichert”, heißt es in den AGB, auch eine gesonderte Haftpflichtversicherung wird nicht abgeschlossen – ein wesentlicher Unterschied zu den Mitstreitern.”

  2. @Frederik Striebel:
    Ich hatte hier schon einmal auf die dramatische Versicherungslücke bei Tami-irgendwas hingewiesen und habe nach Deinem Kommentar jetzt nachgelesen, daß nachbarschaftsauto.de diese wichtige Sache sehr gut gelöst hat.

    Ich bin gespannt, ob sich Auto- Sharing durchsetzt.

    Für mich persönlich wäre das nix (zum einen gebe ich mein Auto nicht weg, zum anderen würde ich lieber ein 6 Monate altes Auto beim Autovermieter mieten, statt irgendein Auto beim Privatmann zu holen, und mir privaten Ärger einzuhandeln).



  3. Radnabe

    Klar, Teilkasko ist bei Tamyca nicht drin und braucht auch nicht drin zu sein. Denn Teilkaskorisiken wie Diebstahl oder Hagel haben ja nichts mit dem Vermieten des Fahrzeugs zu tun, die Risiken kann der Vermieter über seine Teilkasko abdecken.

    Bei der Haftpflicht sagt tamyca klar, dass man die Versicherung fragen muss. Wie da jemand einen Versicherungsbetrug konstruieren will, ist mir schleierhaft.

    Allerdings sollte durchaus geklärt werden, ob Versicherungen hier von einer gewerblichen Vermietung ausgehen und evtl. Regress fordern könnten.



  4. Simon Obst

    Bei den Autonetzern ist die Teilkasko auf jeden Fall inklusive.

    Soweit ich weiß, steht der Relaunch der Webseite mit einem neuen Versicherungskonzept unmittelbar bevor, sodass man auch eine “on Top”-Tagesversicherung buchen kann – diese beinhaltet dann Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Die Versicherung des Halters wir dann nicht berührt.



  5. Simon Obst

    Bei den Autonetzern ist also ein Versicherungswechsel nicht nötig!



  6. Frederik Striebel

    @Radnabe: Es dürfte genug Autobesitzer geben, die keine eigene Teilkasko haben. In Deutschland muss ja nur Hapftpflicht versichert sein. Gerade bei älteren Autos verzichtet man ja auf mehr: Ich hab zum Beispiel für mein Auto auch nur Haftpflicht. Folglich können Teilkaskorisiken auch nicht über eine eigene Versicherung abgedeckt werden. Und glaubst du wirklich, dass jeder der sein Auto bei tamyca eingestellt hat, im Voraus bei seiner Versicherung nachgefragt hat?? Kann ich mir kaum vorstellen. Zumal mein Bekannter bei meiner Versicherung meinte, ich dürfte es nicht einstellen. Ich gehe mal davon aus, dass das den meisten anderen Besitzern auch so gegangen wäre, wenn sie gefragt hätten…



  7. Sven Lohse

    @Simon: Wenn ich die autonetzer-Seite richtig verstehe, ist ein Wechsel NACH dem Relaunch nicht mehr nötig



  8. Stefan Straubinger

    Das Konzept ist genau so genial/dämlich (suchts euch aus) wie airbnb.
    Was ist, wenn jmd. in meinem Auto raucht? (zahlt den Gestank eine Versicherung?)
    Was ist, wenn jmd. seinen Kaffee im Auto ausleert?
    Was ist, wenn mir jmd. Bagatell-Kratzer reinfährt?
    Alles Fälle, die eine Versicherung nicht abdeckt, mir persönlich aber großen Ärger bereitet.
    Carsharing im Prinzip eine gute Sache – aber mit Autos von Konzernen / Herstellern und nicht Privatleuten.



  9. Lacke

    @Stefan:
    Du musst es ja nicht nutzen.

    Tipp: Nicht zu pessimistisch gegenüber Innovation sein.



  10. Stefan Straubinger

    @Lacke: Das hat gar nichts mit Pessismus gegenüber Innovationen zu tun.
    Aber die massiven Mängel im Geschäftsmodell (Versicherung, Schäden) kannst du durch eine solche Pauschalkritik nicht wegreden.

    Das Konzept ist einfach viel zu kurz gedacht. Wenn das grundsätzlich funktionieren würde und dafür ein großer Bedarf da wäre, würde es schon längst offline Agenturen geben, die so etwas anbieten. Tut es aber nicht, weil man eben seine privaten Gegenstände nicht jedem Hammel zur Verfügung stellt, wenn man nicht weiß, was er damit anstellt.

    Lass uns einfach ein paar Jahre warten und gucken ob die Unternehmen profitabel arbeiten – ich gehe mit dir die Wette ein, dass es nicht so ist! Denn bis dahin werden Automobilkonzerne das Carsharing Thema für sich klargemacht haben.



  11. Stefan Straubinger

    Und noch ein Hinweis an nachbarschaftsauto.de: Auf der Startseite wird man mit dem Claim “Private Autos ab 9 € pro Tag leihen!” empfangen.
    Sind da auch die Versicherungsgebühren inklusive? Sonst ist das ein ähnlicher Lockvogelpreis wie bei ryanair und Konsorten, denn die Versicherungsgebühr kommt immer nochmal dazu. Es sei denn, es gibt ein Auto für 0,1 € am Tag.



  12. Thorsten

    Stimme Stefan zu.

    Meinen Freunden und Bekannten würde ich mein Auto evtl. (auch nicht unbedingt) leihen, aber fremdem Personen, no way. Man weiß nicht wie der fährt (Kann ja nen Heizer sein), was der macht usw. Dass es Ärger mit diesen sharing Konzepten gibt zeigt ja airbnb mit den Wohnungsverwüstungen bereits. Das muss ich nicht in meinem Auto haben.

    Und nur für meine Freunde, da brauche ich kein Portal. Man wird sehen wie sich das entwickelt, aber ich rechne den Konzepten von Smart & Co. deutlich mehr Potential zu.



  13. Stefan Straubinger

    Oder nimm einen Fahrzeugmieter der krass hochtourig fährt oder die Kupplung beim Schalten nicht richtig durchdrückt und die Gänge rumreißt und damit an meinem Auto Schäden anrichtet, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sind.
    .
    Was diese Konzepte außerdem nicht bedenken ist, dass dem Deutschen sein Auto heilig ist wie sonst fast nichts.



  14. Simon Obst

    @Thorsten: Aber auch bei Familie, Bekannten und Nachbarn kann ja mal eine größere Beule reinkommen – dann ist das Geschrei groß und die Freundschaft auf dem Spiel.
    Ich selbst habe nur eine feste Autoversicherung, die auf meinem Namen läuft. Wenn jemand das Auto haben will, warum nicht für ca. 9 € über diese Plattformen versichern lassen?

    Wichtig ist auch der Vertrauensaspekt der Plattformen. Mit Community-Funktionen mit Bewertungen etc. kann man schon ein wenig Vertrauen aufbauen. Bei Tamycar werden die Kontaktdaten erst nach der Buchung angezeigt – aber gerne möchte ich schon vorher wissen, wer sich in mein Auto sitzt. Da sind die Mitbewerber deutlich transparenter.

  15. @Stefan: sehe ich auch so!

    Um einen mittleren Kratzer oder eine Beule auszubessern, sind 500-1.000 Euro notwendig. Nicht jeder hat eine Zweit-Möhre á la 15 Jahren alten Ford Fiesta vor der Tür stehen, den man für solche Spässe nutzen kann. Wie viele Vermietungen (ohne Schäden) muss man dann wieder realisieren, damit man auf +- Null ist?! Wozu der ganze Stress?

    Kein normal wirtschaftlich denkender Mensch wird also sein gutes Auto an fremde Personen verleihen, zumal bei den meisten Versicherungspolicen maximal Familienangehörige zugelassen sind. Ähnlich wie Wimdu, Airbnb oder 9flats ist das Geschäftsmodell “Private Sharing” nicht zu Ende gedacht, da das Risiko einfach auf den Vermieter und nicht auf den Vermittler abgewälzt wird.

    Jeder der hier schreibt und das Modell sooooo toll findet, sollte überlegen, ob er morgen sein Auto im Wert von 5.000 – 20.000 Euro zur Verfügung stellt, nur um ein paar Euros im Gegenwert von 2-4 Bieren zu kassieren, die den Aufwand/Nutzen nicht rechnen. Stichwort: Opportunitätskosten (Einstellen, Kassieren, Schlüsselübergabe, Säubern, Tanken, Wertverlust durch gefahrene Kilometer, Check nach Schäden, Rennerei bei Schäden und Problemen; Worst Case: Diebstahl)

    Autovermietung bzw. Carsharing gehört in die Hände von professionellen Anbietern mit eigener Flotte!



  16. Daniel

    Robin, toller Beitrag. Ich würde nie das Auto vermieten. Es können auch immer kleinere Schäden passieren, die man anfangs nicht bemerkt. jemand fährt über ein Schlagloch und der Unterboden setzt auf usw.

    Ich will doch nicht jedes Mal mein Auto eine Stunde kontrollieren.

    Auch wenn jemand die Gänge hochheult.

    Nein, da bleibe ich lieber bei der Mitfahrgelengeheit wenn ich extra Cash machen will.

  17. Ich finde es cool, dass es so etwas gibt, vor allem aus dem Umwelt-Aspekt heraus!



  18. Miguel

    @Andi – also “aus dem Umwelt-Aspekt heraus” ist doch wohl klar, dass jedes Auto, das NICHT FÄHRT, besser für die Umwelt ist (da sind wir uns wohl einig, oder?). Allerhöchstens würde ich Dein Argument gelten lassen, wenn Du damit implizierst, dass dadurch die Gesamtzahl der PKW in einer Stadt reduziert würde (weil sich der eine oder andere überlegt, ein einiges Auto an- oder das vorhandene abzuschaffen). Damit würde dann pro eingespartem Auto die Grundfläche (Stellplatz) und die Herstellung eines PKW eingespart. Und das ist zumindest gut für unsere Umwelt hier in Europa (das Auto wird wohl ohnehin gebaut und nach Asien verkauft…

  19. Die Idee von privatem Carsharing ist im Prinzip innovativ. Neue Ideen haben aber meistens noch Lücken. Diese werden sich aber wohl im laufenden Prozess schließen – kann/sollte man zumindest hoffen!

    Zumindest wird bei Tamyca an den fehlenden Versicherungsleistungen gearbeitet, gemäß Tamyca CEO.
    (dieser hatte mich nach einem veröffentlichten Beitrag auf meiner Webseite zum Thema “privates Carsharing” dankenswerterweise angeschrieben)

    Autonetzer ist für mich nun auch neu. Allerdings aufgrund des fixen Jahressbeitrags und der hohen Versicherungskosten, eigentlich nicht konkurrenzfähig zu den anderen 3 o.g. Plattformen…



  20. Rgu

    Das Sharing Konzept generell und unter Privatleuten unter Zuhilfenahme eines Vermittlers ist nicht innovativ. Es ist alter Wein in anderen Schläuchen. Es hat schon im alten Mittelalter außerhalb von Familien und engster Nachbarschaft nicht funktioniert. Es funktioniert seit langem nur über die Zwischenschaltung von “Vereinen” oder Genossenschaften die allerdings auch als Gemeinschaft das Investitions- und Wartungsrisiko übernimmt. Bei aller Freude zur Veränderung wird dieses Konzept langfristig für die Anbieter von Erstwohnungen, -häusern, Erstautos, nicht langfristig interessant sein. Es funktioniert heute ausschließlich für “Spielzeug” und Zweitbesitz der von Beginn an auf eine “Vermietung” ausgelegt ist. Und auch hier zeigen etablierte Modelle häufig, dass in den seltensten Fällen die Anbieter selbst auch nur auf ihre Kosten kommen. Wir werden sehen wie es ausgeht.

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