Fünfzehn Fragen an Ali Yildirim von CoboCards

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Eigene Entscheidungen schnell und frei treffen zu können. Ein Luxusgut. Ich muss nicht mehr drei Wochen auf das Management warten, um einen Deal mit […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Eigene Entscheidungen schnell und frei treffen zu können. Ein Luxusgut. Ich muss nicht mehr drei Wochen auf das Management warten, um einen Deal mit Kunden abzuschließen.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee hatte mein Mitgründer Tamim Swaid während seines Design-Studiums an der FH-Aachen. Wie bei so vielen Produkten war ein Problem der Auslöser. Das Problem eines Studenten, nicht vernünftig kollaborativ online lernen zu können.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Zunächst Eigenkapital, dann Exist-Förderung und der Gewinn des start2grow Businessplanwettbewerbs.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Sicherlich die Tatsache, Menschen davon zu überzeugen, dass mit dem Projekt Geld verdient werden kann. Viele fanden es zwar toll, glaubten aber nicht so sehr an eine Monetarisierbarkeit. Mittlerweile hat sich das geändert. Wir haben eine durchschnittliche Konverstationsrate von 3,2%.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Mehr Geld ins Marketing investieren.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Am Anfang SEO, Mundpropaganda und ein auf die Wünsche der Nutzer abgestimmtes, qualitativ hochwertiges Produkt. Mit den ersten Umsätzen kamen dann SEM, PR und Kooperationen hinzu. Wir sind aber schließlich zu den Wurzeln (SEO, Empfehlungsmarketing) zurückgekehrt.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Zuerst der liebe Gott. Dann beide Mitgründer: Tamim Swaid und Jamil Soufan. Später unser Business Angel Rias A. Sherzad.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Schnell sein, mutig sein und machen, machen, machen. Nicht viel reden, machen!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger Bürokratie.  

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde wohl weiterhin als Unternehmensberater arbeiten, wie zuvor in Spanien und Großbritannien.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Yolk finden wir sehr cool (Produkt mite). Bei denen muss man nicht Mäuschen spielen, die sind auch so ganz offen. Wir geben auch viel Preis.  

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In das Jahr 622 n. Chr.  

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Einen Teil für CoboCards einsetzen und einen Teil spenden. Am liebsten in ein Projekt, das Menschen hilft, sich selbst zu versorgen und zu bilden.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Meistens mit CoboCards. Wenn man Spaß an der Arbeit hat, dann arbeitet man auch gern sonntags daran. Ansonsten Familie und Freunde.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit der Nachbarin nebenan. Aber ich trau mich nicht zu fragen :)

Zur Person
Ali Yildirim ist Gründer und Geschäftsführer der Online-Lernplattform CoboCards (www.cobocards.com). Zuvor arbeitete der studierte Betriebswirt als Unternehmensberater in Softwareentwicklungsprojekten u.a. in Spanien und auf Jersey.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.