Fünfzehn Fragen an André Borutta von Content 1

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Freiheit und Lebensgefühl. Nur als Selbstständiger kann man sein eigenes, meist sehr hohes, Tempo fahren und sich idealerweise nur auf das Geschäft konzentrieren. Ich […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Freiheit und Lebensgefühl. Nur als Selbstständiger kann man sein eigenes, meist sehr hohes, Tempo fahren und sich idealerweise nur auf das Geschäft konzentrieren. Ich bin schon immer selbstständig und kann es mir auch nicht anders vorstellen.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Als ich nach 18 Jahren Pause wieder mit dem Reitsport angefangen habe, habe ich es vermisst, vernünftige Lernhilfen im Internet zu finden. So ist mir die Idee gekommen, einfach meinen eigene Sender im Internet zu starten.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Die Anfangsfinanzierung und somit das erste Seed-Investment kam von mir selbst. Jetzt in der zweiten Runde haben wir Sirius Ventures, die KFW und Vilitas dabei.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die Zeit! Ich war bei Gründung und auch die darauf folgenden zwei Jahre parallel in sehr anspruchsvollen Beratungsprojekten als Projektleiter für große Telekommunikationsunternehmen im In- und Ausland unterwegs und hatte nur Abends oder am Wochenende wirklich Zeit, mein Start-up weiter zu entwickeln.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Es handelt sich bei Content 1 schon um meine dritte Unternehmensgründung, von daher habe ich die Fehler der ersten Gründungen schon versucht zu verhindern. Ob das geklappt hat, fragen Sie mich am besten noch mal in ein bis zwei Jahren.

Auf jeden Fall darf man sich beim Aufbau eines Start-ups nicht aus dem Konzept bringen lassen. Man sollte sich auf seinen eigenen Instinkt verlassen und dann auch auf den Instinkt hören.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Für uns ist es eine Kombination aus der Verbindung mit großen und reichweitenstarken Seiten im Internet und etablierten Printmedien zu Special Interest Themen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein Kollege Jens Krücken, meine Frau und meine Kinder.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
An sich glauben und dann alles, aber wirklich alles für die Umsetzung des Projekts “Start-up” tun. Und wenn es nicht direkt klappt oder es schwerwiegende Probleme gibt sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Der Gründungsstandort Deutschland ist schon ganz in Ordnung. Wir verfügen über eine hervorragende Infrastruktur und eine hohe Kaufkraft im eigenen Land. Kapital ist ebenfalls vorhanden und als Gründer ist man selbst bei einem Scheitern relativ abgesichert.

Mein Wunsch wäre es, das sich der Wirtschaftsminister stärker vor die Unternehmer stellt. Als Unternehmer geht man ein höheres Risiko für sich und seine Familie ein als ein abhängig beschäftigter Manager. Dieser Unterschied wird in Deutschland zu wenig gewürdigt. Angestellte Manager verdienen ohne eigenes Risiko meist mehr als die Unternehmer, die wesentliche Teile des verdienten Geldes wieder in das eigene Unternehmen investieren.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich bin seit 15 Jahren Unternehmer, die Frage stellt sich für mich nicht.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei keinem! Ich konzentriere mich auf unsere Themen, damit habe ich genug zu tun.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde in die Neunziger zurück gehen. Dann könnte ich die New Economy Zeit mit meinen heutigen Erfahrungen noch einmal mitnehmen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Das was ich jetzt auch mache: investieren und versuchen, das Geld sinnvoll zu vermehren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit einem ausgedehnten Familienfrühstück, einem entspannten Ausritt auf meinem Pferd und viel Zeit mit den Kindern.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Richard Branson. Ich finde diese Person als Mensch und Unternehmer einfach unglaublich außergewöhnlich.

Zur Person
André Borutta (geb.1966) gründete nach einer Berufsausbildung bei der Mercedes-Benz AG und einem Studium der Betriebswirtschaft 1996 seine erste Firma Public Web Images. Nach der Gründung weiterer Unternehmen betreibt Borutta heute das Start-up Content 1 (www.content1.de), ein Web-TV Sender für Special Interest Angebote. Borutta ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Meerbusch in der Nähe von Düsseldorf.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.