Bauer sucht Bulle: Bei vieh24 wechseln Rinder den Besitzer

Bauern suchen nicht nur Frauen, Bauern suchen auch Bullen. Der moderne Landwirt von heute besucht dafür die Onlineplattform vieh24 (www.vieh24.de). Das in Bayern ansässige Unternehmen ist ein „Ebay für Vieh“, bei dem Landwirte […]
Bauer sucht Bulle: Bei vieh24 wechseln Rinder den Besitzer

Bauern suchen nicht nur Frauen, Bauern suchen auch Bullen. Der moderne Landwirt von heute besucht dafür die Onlineplattform vieh24 (www.vieh24.de). Das in Bayern ansässige Unternehmen ist ein „Ebay für Vieh“, bei dem Landwirte nicht nur Tiere sondern auch Genmaterial für die Zucht erwerben – per Auktion oder Direktkauf. Damit eröffnet sich für Landwirte ein dritter Vertriebsweg neben dem Anzeigenmarkt und den klassischen Vor-Ort-Auktionen.

“Wir glauben, dass sich dieser dritte Vertriebsweg genauso wie beim Autoverkauf etablieren wird. Allerdings ist eine Kuh komplizierter als ein Auto, man muss bis zu 90 Parameter beachten”, erklärt Mitgründer Jürgen Brock. Aktuell werden über die Plattform nur Rinder versteigert. Andere Tiere folgen sukzessive. Auch Genmaterial wechselt den Besitzer – legal. Brock und sein Partner Godehard Gerling kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit im Management bei Apple Deutschland. Bei der Frage nach einem eigenen Start-up stießen sie auf Gerlings Wohnsitz Miesbach: Der Ort ist für seinen Kälbermarkt bekannt. “Dort finden Auktionen wie vor tausend Jahren statt. Für Bauern ist das sehr zeitaufwendig und logistisch schwierig”, erklärt Brock. Deshalb der dritte Vertriebsweg. Wer denkt, dass Landwirte keinen Internetanschluss haben, irrt: Jeder Kauf oder Verkauf von Tieren muss in eine zentrale Datenbank eingeben werden. Das geht am bequemsten per Internet.

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Der Hightech Gründerfonds beteiligt sich

Die australische Vieh-Aktionsplattform AuctionsPlus (www.auctionsplus.com.au), vermutlich das Urgestein, existiert schon seit Mitte der Achtziger Jahre. In den USA gehört Superior Livestock Auction (www.superiorlivestock.com) zu den großen Mitbewerbern. Zwar unterliegen Auktionen mit Tieren und Genmaterial zahlreichen Richtlinien, sind aber nicht grundsätzlich verboten. Die Idee gefällt auch dem Hightech Gründerfonds, der mit knapp 15 Prozent am Unternehmen beteiligt ist. Von jedem erfolgreichen Verkauf erhält das Unternehmen 4,9 Prozent. Davon fließen 0,9 Prozent in die Versicherung für die Tiere.

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Foto: wandersmann / pixelio.de

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.