Bei der Deutschen Unternehmerbörse wechseln Firmen den Besitzer

Das Thema “Firmenverkauf” ist in Deutschland schambesetzt und geschieht oft hinter vorgehaltener Hand. Ein Hamburger Start-up namens Deutsche Unternehmerbörse (www.dub.de) geht die Thematik offensiv an. Mit einer Kombination aus Marktplatz, Themenportal und Community […]

Das Thema “Firmenverkauf” ist in Deutschland schambesetzt und geschieht oft hinter vorgehaltener Hand. Ein Hamburger Start-up namens Deutsche Unternehmerbörse (www.dub.de) geht die Thematik offensiv an. Mit einer Kombination aus Marktplatz, Themenportal und Community strebt das Portal die Marktführerschaft im Bereich “Unternehmensbörsen” an. Es will sich über die Unabhängigkeit der Plattform, Qualitätssicherung und eine hohe Reichweite von potentiellen Mitbewerben abheben. Letzteres geschieht durch eine enge Partnerschaft mit dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt. Auch Mitgründer und Medienprofi Jens de Buhr, der bereits für Capital, SAT.1 und Gruner + Jahr tätig war, sorgt für mediale Reichweite.

Die Idee zur Unternehmensbörse kam Geschäftsführer Michael Grote, als er selbst nach einer passenden Firma für eine Beteiligung suchte und daran verzweifelte. “Wenn man eine Immobilie sucht, hat man bei den gängigen Plattformen eine achtzigprozentige Markttransparenz. Im Bereich Unternehmensnachfolge gibt es hingegen keinen transparenten, unabhängigen und gut funktionierenden Marktplatz.” Bisher ist nexxt-change (www.nexxt-change.org) die erste Adresse, wenn man eine Firma kaufen, verkaufen oder sich beteiligen will. Die Plattform ist ein Angebot des BMWi in Zusammenarbeit mit verschiedenen Banken, der IHK und anderen Partnern. Der Vorteil: Alle Inserate sind kostenlos. Die Deutsche Unternehmerbörse verfährt anders: “Bei uns bezahlen Verkäufer für ihre Anzeigen. Mit dieser Kostenpflicht – und mit unserem dub-Check – sichern wir die Qualität und Ernsthaftigkeit der Angebote.” Das einfache Paket kostet 49 Euro pro Monat. Für eine zusätzliche Veröffentlichung im Handelsblatt bezahlen Unternehmer 199 Euro.

Gerade erst frisch gestartet, weiten die Hamburger ihr Angebot nun sukzessive aus. In Phase zwei folgt der Aufbau eines fachspezifischen Themenportals, in Phase drei die Community. “Mit dem Branchentreff wollen wir die Lust am Thema wecken und dabei helfen, die Ängste in puncto Firmenverkauf auf allen Seiten abzubauen. Gerade Neulinge haben oft große innere Barrieren”, erklärt Grote. Ein Ziel hat sich das elfköpfigen Team auch gesteckt: “In einem Jahr wollen wir ein Marktplatz mit mindestens 500 qualitätsgesicherten Verkaufsangeboten und das größte deutsche Themenportal zu Firmenverkauf und M&A sein.” Spannend bleibt, ob sich der Marktplatz gegenüber dem halbstaatlichen Mitbewerber nexxt-change und den zahlreichen kleineren Börsen durchsetzen wird. In puncto Reichweite dürfte die strategische Partnerschaft mit dem Handelsblatt ein entscheidender Vorteil sein.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.