Kaufpreis: 200 Millionen Euro? Privalia übernimmt dress-for-less

Schon wieder eine Übernahme: Der spanische Shoppingclub Privalia (www.privalia.com) schluckt das deutsche Shopping-Urgestein dress-for-less (www.dress-for-less.de). Das Online-Outlet für Marken- und Designermode wurde bereits 1999 von Holger Hengstler und Mirco Schultis, die nun “significant […]

Schon wieder eine Übernahme: Der spanische Shoppingclub Privalia (www.privalia.com) schluckt das deutsche Shopping-Urgestein dress-for-less (www.dress-for-less.de). Das Online-Outlet für Marken- und Designermode wurde bereits 1999 von Holger Hengstler und Mirco Schultis, die nun “significant shareholders” von Privalia werden, gegründet und ist europaweit aktiv. Im Januar des vergangenen Jahres übernahm dress-for-less Kolibrishop, einen Cyberladen für Streetwear und Sneakers. Der Kaufpreis betrug 0,8 Millionen Euro. Bei Erreichung bestimmter Ziele, steigt der Verkaufspreis bis auf 7,5 Millionen Euro. Privalia wiederum zahlte wie Reuters berichtet vermutlich zwischen 150 und 200 Millionen Euro für die Komplettübernahme von dress-for-less.

“Nach den verbockten Exits der letzten Zeit ist es schön zu sehen, dass auch deutsche E-Commerce-Gründer noch geniale Exits hinlegen können”, meint Jochen Krisch von Exciting Commerce. “We are pleased to have agreed to acquire Dress for Less, a leading online retailer in Germany, the biggest and fastest growing economy in the EU. There are significant strategic and operational synergies in this partnership. This acquisition brings a significant geographic expansion, a leadership position in Germany and expands the Privalia business model, providing Privalia with a large and effective channel for the private sales return stock”, sagen Lucas Carne und Jose-Manuel Villanueva, Mitgründer von Privalia. Der Shoppingclub, der in Spanien, Italien, Brasilien und Mexiko aktiv ist, finanziert die Übernahme mit einer Finanzierungsrunde. TechCrunch berichtet: “Privalia has disclosed that it raised 88 million euros ($123.4 million) in new equity financing from General Atlantic, Highland Capital Partners, Index Ventures and Insight Ventures Partners as part of the transaction”.

Absatzkanal für Retouren

Doreen Wilken von fabeau nennt einen einleuchtenden Grund für die Übernahme: “So könne Dress for Less der gerade keine geschlossene Shopping-Community ist, als effektiver Absatzkanal für Privalia-Retouren genutzt werden”. Privalia erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 168 Millionen Euro – im Vergleich zu 2009 ein Plus von über 140 %. Für das laufende Jahr will das Unternehmen die 400-Millionen-Euro-Marke überschreiten. Bei dress-for-less hatte zuletzt Palamon Capital Partners das Sagen. “This has been a tremendously successful investment for Palamon. During our partnership with management, dress-for-less has nearly tripled turnover and profitability. The Company operates in a rapidly growing market, driven by consumers wanting easy access to high quality designer brands at affordable prices. We expect the Company to continue to be highly successful as part of a leading global on-line retail group”, sagt Dan Mytnik von Palamon.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.