Fünfzehn Fragen an Janis Zech von SponsorPay

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?  Sehr viel! Mich fasziniert am skalierbarem Internet-Unternehmertum zum Beispiel, eine organisationale Infrastruktur in einem schnell wachsenden Start-up aufzubauen und maßgeblich zu gestalten. Außerdem mag […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? 
Sehr viel! Mich fasziniert am skalierbarem Internet-Unternehmertum zum Beispiel, eine organisationale Infrastruktur in einem schnell wachsenden Start-up aufzubauen und maßgeblich zu gestalten. Außerdem mag ich es, Verantwortung für strategische Entscheidungen zu übernehmen, die langfristig über den Erfolg oder Misserfolg der Unternehmung entscheiden. Nicht zuletzt treibe ich gerne operativ wichtige Projekte voran und versuche, das große Ganze dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? 
SponsorPay ist aus strukturiertem Research während meiner Zeit bei Team Europe Ventures und in Zusammenarbeit mit Jan Beckers entstanden. Das Modell war bereits in den USA vorhanden – unser Ziel war es, eine gelungene Adaption für den europäischen Markt zu schaffen und wenn möglich anschließend global auszubauen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen? 
Wir sind durch Business Angels, Team Europe Ventures, Kite Ventures, Hasso Plattners Ventures und eine Förderung der Investitionsbank Berlin Brandenburg (IBB) finanziert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine? 
Bei meinen zwei – gescheiterten – Gründungen vor SponsorPay mangelte es an drei wesentlichen Ressourcen: Die Modelle waren schwierig, das Team nicht heterogen und erfahren genug – mich eingeschlossen – und wir fanden keine Finanzierung. Bei SponsorPay haben wir darauf geachtet, diese Fehler nicht zu wiederholen – ich denke, das ist uns gut gelungen. Die größte Herausforderung ist für uns meines Erachtens die Skalierbarkeit des Modells, sprich: profitabel von derzeit 65 auf 250 Mitarbeiter zu wachsen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen? 
Speziell im Falle von SponsorPay würde ich schneller die Expansion in die USA vornehmen – im Valley sitzen viele größere Social- & Mobile-Games-Firmen sowie Plattformen wie Google oder Facebook, die unsere Märkte nachhaltig prägen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig? 
Sales, Sales, Sales – wir sind in erster Linie ein B2B Unternehmen und wachsen vor allem über neue Partnerschaften mit Unternehmen aus den Bereichen Games, Online Services und Software. Die meisten Deals werden dabei durch die Teilnahme an Events in die Wege geleitet. Auch das stetig wachsende Netzwerk unseres tollen Teams hilft uns oft den entscheidenden Schritt weiter. Wie gut die Mitarbeiter vernetzt sind, ist daher auch bei Neueinstellungen ein entscheidendes Kriterium für uns – we’re a relationship company.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt? 
Lukasz, Kolja, Steffen und Pawel von Team Europe Ventures haben uns von Tag eins an operativ und strategisch unterstützt. Meine damalige Freundin gab mir zudem die Möglichkeit, meine Gedanken zu teilen und zu reflektieren.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg? 
Das Geschäftsmodell muss tragfähig und skalierbar sein – je größer das Problem oder Bedürfnis ist, welches durch das Start-up gelöst wird, desto besser. Das fähigste Team und super Ideen helfen nichts, wenn es keinen ausreichend großen und wachsenden Markt für ein Modell gibt – es sei denn, man schafft einen neuen Markt, aber das passiert leider nur sehr selten. Meine Top-Tipps für Gründer gibt es auch auf dem SponsorPay Blog – viel Spaß beim Lesen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen? 
Unkomplizierte Einwanderungsbedingungen für High-Potentials – vor allem Entwickler -, geringere Steuern und eine einfachere Vergabe von Darlehen an junge Unternehmen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten? 
Es gibt zwar viele spannende Dinge, die man machen könnte, aber Internet Start-ups sind meine Passion. Derzeit kann ich mir nichts anderes vorstellen, das mich ähnlich begeistern würde.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen? 
Bei allen, die in den letzten 6 bis 12 Monaten 15 bis 50 Mitarbeiter eingestellt haben und sich im Bereich Mobile, Location-based Services sowie Social Commerce befinden.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie? 
Am liebsten zehn Jahre in die Zukunft, um zu sehen, welche Unternehmen erfolgreich sein werden.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld? 
Ich würde in Seed Stage Start-ups investieren oder eine super Idee mit einem Top-Team umsetzen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag? 
Nachts lange feiern, lange schlafen, mit Freunden frühstücken gehen, Sport und anschließend im Club der Visionäre Cola trinken.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden? 
Mahatma Gandhi, der mich als Persönlichkeit fasziniert, und Muhammad Yunus, weil ich sein Ideal für richtig halte, dass Unternehmen zum Wohl der Gesellschaft beitragen sollten.

Zur Person 
Janis Zech ist Mitgründer und Chief Revenue Officer bei SponsorPay (www.sponsorpay.com), das Spielefirmen dabei hilft, virtuelle Güter durch Werbeangebote zu monetarisieren. Zuvor war der Berliner als Projektleiter bei Team Europe Ventures verantwortlich für Investitionen und eigene Start-up-Projekte. Seine Leidenschaft für das Gründen von Unternehmen entdeckte er während des betriebswirtschaftlichen Studiums an der Universität Witten/Herdecke.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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