Fünfzehn Fragen an Monte Miersch von Mikestar

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Die Vielseitigkeit des eigenen Geschäfts, jeden Tag an anderen Dingen zu arbeiten und aufs Neue gefordert zu werden, sind sicher entscheidende Triebfedern. Die Freiheit, […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Vielseitigkeit des eigenen Geschäfts, jeden Tag an anderen Dingen zu arbeiten und aufs Neue gefordert zu werden, sind sicher entscheidende Triebfedern. Die Freiheit, auch mal später aufstehen zu “dürfen”, ist ebenfalls nicht zu verachten.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken: Die Idee hinter dem Unternehmen stammt von unserem ehemaligen Mitstreiter Cord. Ich habe mich davon begeistern lassen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Das Kapital für die Entwicklung stammte zunächst von uns Gründern selbst. Mit Liveschaltung der ersten Plattform kam Geld vom Hightech Gründerfonds und von Business Angels aus dem Hamburger Raum ins Unternehmen. Mittlerweile hat sich der Kreis der Kapitalgeber und Gesellschafter um weitere illustre Namen erweitert. So kam beispielsweise Prof. Dr. Brandenburg hinzu und durch die Verschmelzung mit TalentRun Ende des vergangenen Jahres hat sich auch Neuhaus Partners im neuen Gemeinschaftsunternehmen engagiert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Zunächst die sehr komplexe Urheberrechtssituation und die daraus resultierenden Lizenzverhandlungen. Der Konkurrenzkampf mit unserem fast zeitgleich gestarteten Wettbewerber war im Hinblick auf auszuhandelnde Kooperationsverträge auch nicht sehr hilfreich. Aus heutiger Sicht wäre ein früherer Zusammenschluss der beiden Unternehmen sinnvoll gewesen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Unser Team hätte in den Anfangstagen personell besser aufgestellt sein können. Für ein frisch gestartetes Unternehmen ist es aber sehr schwierig, für qualitativ hochwertige Kräfte attraktiv zu sein. Heute haben wir glücklicherweise ein viel besseres Standing am Markt, um für gutes Personal in Frage zu kommen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir haben in unserer über dreijährigen Firmenhistorie vieles ausprobiert – hier ein Patentrezept zu präsentieren erscheint mir schwierig. Unsere Produktpalette ist sehr breit, so dass wir je nach Geschäftsbereich unsere Kunden ganz unterschiedlich erreichen und uns dementsprechend präsentieren. Zukünftig wird für uns die Darstellung in den Sozialen Netzwerken, allen voran Facebook, an Bedeutung gewinnen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Bei einer Gründung muss das ganze Team harmonisch zusammenarbeiten, ebenso wie das Team hinter dem Team, also insbesondere die Investoren. Dies ist wichtig, um auch schwierigere Zeiten erfolgreich zu überstehen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass in der Vergangenheit alle Beteiligten auf den Erfolg hingewirkt haben, so dass ich hier die gesamte Mannschaft nennen möchte.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Ab und an die Zähne zusammenbeißen – und nicht auf jede Meinung hören, sondern häufiger sein eigenes Ding drehen. Die ersten Gedanken und das Bauchgefühl weisen einem meist den richtigen Weg.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger Bürokratie und die Steuererklärung auf dem berühmten Bierdeckel. Träumen wird man doch noch dürfen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Dann wäre ich weiterhin primär als freiberuflicher IT-Berater unterwegs.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Aufgrund meines Namens müsste ich eigentlich mal bei der Parallelwelten GmbH vorbeischauen – die betreiben das Alpin-Magazin monte-welt.com. Daneben wäre sicherlich der Blick hinter die Kulissen der Shooting Stars der deutschen Onlinegames-Szene spannend: Goodgames Studios beispielsweise.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich finde die Zeit, in der wir leben, schon recht adäquat. Dementsprechend würde ich die jüngere Vergangenheit wählen. Tatsächlich wären aus heutiger Sicht die Achtziger Jahre noch einmal ganz interessant – natürlich nicht wegen der damaligen Mode.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen
Geld?

Ich würde ganz stinklangweilig einen Teil in meine eigene Absicherung stecken, Stichwort Wohneigentum. Daneben scheint mir aber auch ein Engagement in andere Projekte als Business Angel naheliegend. Es gibt so viele spannende Business-Modelle, für die man aber mit einem eigenen Start-up nur schwerlich Zeit findet, um sie aktiv umzusetzen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Viel Ruhe, ein Bundesliga-Sonntagsspiel und den Abend schön gemütlich mit Freunden bei spanischen Tapas ausklingen lassen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Martin Kind.

Zur Person
Monte Miersch studierte Wirtschaftsinformatik und Software Technology in Lüneburg, Wolverhampton (UK) und Houston (USA). Nach mehreren Jahren als angestellter IT-Berater in Webprojekten, zum Beispiel für TUI und die Techniker Krankenkasse, wagte Miersch den Schritt in die Selbständigkeit und engagierte sich freiberuflich im Finanzdienstleistungssektor mit Schwerpunkt auf der Umsetzung von Basel II Regularien. 2007 gründete er Mikestar (www.mikestar.de) mit und ist bis heute in der Geschäftsführung tätig. Im Herbst des vergangenen Jahres fusionierte Mikestar mit dem Wettbewerber TalentRun (www.talentrun.de).

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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