Fünfzehn Fragen an Tanja zu Waldeck von NetMoms

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Es bedeutet für mich vor allem Freiheit und Flexibilität. Wir haben die Freiheit, die Entscheidungen zu treffen und umzusetzen, die unserer Meinung nach das […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Es bedeutet für mich vor allem Freiheit und Flexibilität. Wir haben die Freiheit, die Entscheidungen zu treffen und umzusetzen, die unserer Meinung nach das Unternehmen am meisten voranbringen.

Und es gibt mir die Flexibilität, mich auch um meine drei Kinder kümmern zu können ohne einem Chef Rechenschaft zu schulden. So kann ich auch mal am Nachmittag meine Tochter vom Kindergarten holen und dafür nachts mehr arbeiten.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Sowohl Jens Echterling als auch ich waren damals beruflich beide an einem Punkt, an dem wir uns verändern wollten – bei mir war der Grund die Geburt meiner ersten Tochter. Wir suchten daher nach einer guten Idee und das Thema Mütter lag angesichts meiner Schwangerschaft dann nahe. Wir haben einige spannende neue Seiten in den USA entdeckt und sahen darin sehr interessante Ansatzpunkte auch für Deutschland.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Wir sind rein Business Angel finanziert. Unsere größten Gesellschafter momentan sind Stephan Schubert und Tiburon.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Gute Leute zu finden für die wichtigsten Aufgaben.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wir würden uns das nächste Mal noch früher über die Ausweitung unseres Geschäftsmodells Gedanken machen. Gerade unser Markt bietet viele Ansatzpunkte. Die hätten wir auch schon früher nutzen können.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Das Wichtigste ist und bleibt SEO. Und für den Start war gutes SEM der große Treiber. Keine Presse oder andere Offline Aktivitäten konnten diese beiden Hebel auch nur ansatzweise ersetzen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Neben meinem Teamkollegen Jens ganz klar mein Mann und unsere beiden Mütter. Denn ohne die Elternzeit meines Mannes und die riesige Unterstützung unserer Mütter gerade im ersten Jahr (aber auch noch jetzt) würde sehr viel nicht gehen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Man muss sich sicher sein mit wem man gründet und man muss bereit sein, auch durch einige tiefe Täler zu gehen. Es ist nicht immer alles toll und geht nach oben, sondern es gibt immer wieder größere Probleme. In der Fähigkeit, sich aus diesen Tälern wieder heraus zu kämpfen, besteht die echte Qualität eines Teams.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Weniger Bürokratie. Wenn man als BWLer nicht mal mehr für ein einfaches und kleines Unternehmen die Steuererklärungen selbst machen kann und für jede Personalfrage schon fast einen Anwalt konsultieren muss, dann sind die rechtlichen Regelungen in Deutschland einfach zu kompliziert.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Wahrscheinlich wäre ich gerade in Elternzeit, da ich eben erst unsere dritte Tochter bekommen habe. Ansonsten wäre ich da sehr offen. Ich habe auch bei McKinsey sehr unterschiedliche Projekte gemacht und alles hat mir Spaß gemacht. Wahrscheinlich wäre ich aber eher zu einem Mittelständler gegangen. Denn die langen und oft sehr politischen Entscheidungswege in den Großkonzernen haben mich immer gestört und frustriert.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Jens und ich hatten schon einmal die Gelegenheit – aber ich würde gerne mal wieder bei cafemom.com vorbeischauen und mit ihnen Erfahrungen austauschen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde gerne 100 Jahre in die Zukunft reisen. Besonders neugierig wäre ich auf zwei Dinge: Zum einen wie die Menschen sich in vielen Jahren “unterhalten” (Gibt es den von mir heiß geliebten Fernseher noch? Oder was gibt es Neues?). Und ich wäre sehr an der Architektur der Zukunft interessiert. Wie leben die Menschen in 100 Jahren?

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde unserer jetzt groß gewordenen Familie unser Traumhaus bauen. Aber wer gibt mir das restliche Geld dafür?

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Komplett mit meiner Familie und vielleicht ein paar Freunden. Wir frühstücken schön und gehen dann in den nächsten Park und machen es uns dort gemütlich. Oder wir gehen schwimmen. Da freuen wir uns auch schon darauf, wenn unsere dritte Tochter etwas älter ist.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ich würde mich mal gerne wieder ganz bewusst mit meinem Mann ganz allein verabreden. Dass wir einfach mal allein Essen oder ein Bier trinken gegangen sind, ist leider auch schon wieder ein wenig her. Ich glaube, das mache ich doch mal diese Woche!

Zur Person
Tanja zu Waldeck wurde 1978 in den USA geboren. Nach ihrem Studium an der WHU fing sie bei McKinsey an und arbeitete dort für ganz unterschiedliche Industrien. 2006 promovierte sie in BWL. Als sich ihre erste Tochter ankündigte, machten sie und Jens Echterling sich mit dem Mütterportal NetMoms (www.netmoms.de) selbständig. Inzwischen hat das NetMoms Team mit dem Online Fotobuchanbieter Fambooks (www.fambooks.net) und seiner Beteiligung an dem Marktplatz Shopperella (www.shopperella.de) sein Angebot für Familien erweitert.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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