Bei Epidu entscheiden die Leser

Hunderttausende schreiben Bücher. Hunderttausende suchen erfolglos nach einem Verlag. Wer ein Buch veröffentlichen will hat es schwer, selbst Weltbestseller wurden vielfach abgelehnt. Anders der Web 2.0-Verlag Epidu (www.epidu.de): Er lässt die Leser mitentscheiden, […]
Bei Epidu entscheiden die Leser

Hunderttausende schreiben Bücher. Hunderttausende suchen erfolglos nach einem Verlag. Wer ein Buch veröffentlichen will hat es schwer, selbst Weltbestseller wurden vielfach abgelehnt. Anders der Web 2.0-Verlag Epidu (www.epidu.de): Er lässt die Leser mitentscheiden, welche Werke ins Verlagsprogramm aufgenommen werden. Alle zwei Monate landen die Manuskripte, die bei den Nutzern am besten angekommen sind, auf dem Lektoratstisch.

Die endgültige Entscheidung, welches der fünf bestplazierten Bücher und welche Kurzgeschichten verlegt werden, trifft der Verlag. Ein gewisses Mitspracherecht will man sich bewahren. Der Weg ins Finale führt jedoch übers Publikum. Auf der Plattform präsentieren Autoren ihre Manuskripte oder Auszüge daraus. Wenn der Inhalt ankommt, gibt es Punkte von der Leserschaft. Wer ein vollständiges Buchmanuskript einreicht kann sogar am kostenlosen Promo-Programm teilnehmen. Das Cover wird dann farblich hervorgehoben, Inhalt und Autor im Blog und auf anderen Plattformen beworben. Alles hängt eben davon ab, Leser auf sich aufmerksam zu machen und ihr Interesse zu wecken. Damit sich die treue Mitgliederschaft nicht mit allzu Grässlichem herumschlagen muss, sortiert der Verlag im Vorfeld Werke aus, die ein gewisses Grundniveau an Stil und Sprache vermissen lassen.

Nach jeder Wahlperiode winken Geld- und Buchpreise

Schreiberlinge, die es geschafft haben, Leserschaft und Lektorat zu überzeugen, dürfen sich über einen Autorenvertrag gemäß den ver.di-Richtlinien freuen. Auch die Leser haben etwas davon, fleißig zu punkten: Nach jeder Wahlperiode erhalten die besten “Talentscouts” Geld- und Buchpreise. Außerdem werden sie im Buch als Mitentdecker des Schreibtalents gewürdigt. Wer sein Buch nach monatelanger Verlagssuche bereits selbst verlegt hat, kann trotzdem von der Literatur-Community profitieren: Bald soll es die Möglichkeit geben, über einen Kauf-Button auf die eigene Website oder Amazon zu verlinken. Gegründet wurde das Aachener Unternehmen, das wie die “On Demand”-Verlage ein vielversprechendes Online-Verlagskonzept präsentiert, von den Brüdern Cao Hung Nguyen und Cao Thanh Nguyen.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.