Entlassungen bei CityDeal/Groupon

Die Euphorie weicht der Ernüchterung: Nach der spektakulären Übernahme von CityDeal (www.citydeal.de) durch das US-Vorbild Groupon (www.groupon.com) folgt nun – wie so oft bei großen Firmenakquisitionen – der große Katzenjammer. Im konkreten Fall […]

Die Euphorie weicht der Ernüchterung: Nach der spektakulären Übernahme von CityDeal (www.citydeal.de) durch das US-Vorbild Groupon (www.groupon.com) folgt nun – wie so oft bei großen Firmenakquisitionen – der große Katzenjammer. Im konkreten Fall geistern seit wenigen Tagen Gerüchte über Entlassungen bei CityDeal aka Groupon Deutschland durch die deutsche Gründerszene. So wunderte sich Jochen Krisch von Exciting Commerce schon vor wenigen Tagen bei Twitter über Suchanfragen rund um das Thema Kündigungen bei Citydeal/Groupon. Am Donnerstagabend twitterte Alexandra Roth dann: “Tja, so schnell kann es gehen. Groupon/Citydeal entlässt auf einen Schlag viele Mitarbeiter – der Mohr hat seine Schuldigkeit getan! Sauerei”.

Vor der Übernahme waren bei CityDeal europaweit rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Das Start-up graste speziell in Deutschland im Grunde den gesamten Berliner Markt ab und stelle Mitarbeiter am Fließband ein. Auch bei direkten Konkurrenten warb das junge Unternehmen Mitarbeiter ab. Selbst Praktikanten bzw. Jobneulinge sollen teilweise mit fürstlichen Gehältern gelockt worden sein. Nun folgt der Kahlschlag! Die Höhe der Freistellungen ist unklar: Die Gerüchte im Markt sind äußerst widersprüchlich – von 40 bis 100 Mitarbeitern ist die Rede. Wie Gründerszene berichtet, soll für die Entlassungen ein Hotelzimmer angemietet worden sein: “Ein Kongresszimmer à la DSDS oder \’Up in the Air\’, in dem dann im Laufe von zwei Tagen Mitarbeiter am Fließband gefeuert und direkt freigestellt wurden”. Aber nicht nur in Deutschland, auch in Schweden setzte Groupon den Rotstift an. Paula Marttila schrieb vor wenigen Tagen: “Groupon (previously CityDeal) is as of today closing down with immediate effect four of its five Sweden offices. The staff was informed on short notice, and are now being let go with only a small remaining operational team left in Stockholm. The decision comes only two weeks after it\’s competitor LivingSocial announced its expansion into UK market, as opening in 25 new cities in the US. It\’s apparent that Groupon is restructuring in order to slim down the high level of fixed costs it\’s been know to run its European operations. Groupon hasn\’t made any official announcement yet, but other Swedish group buying sites are already being contacted by its now former employees”.

“Dies betraf weniger als 4% aller Mitarbeiter”

Bei Groupon selbst wundert man sich über das Interesse an den Entlassungen, fühlt sich aber zu einer offiziellen Äußerung genötigt. In dieser knappen Erklärung der deutschen Niederlassung heißt es nur: “Seit Beginn diesen Jahres ist unser Unternehmen international sehr stark gewachsen. Wie in solchen Prozessen nicht ungewöhnlich haben wir in den letzten Wochen die Strukturen weiter optimiert, Kompetenzen gebündelt und das Mitarbeiterprofil auf die internationalen Anforderungen angepasst. Dies betraf weniger als 4% aller Mitarbeiter”. Das Unternehmen weist aber gleichzeitig daraufhin, dass man im Rahmen des Aufbaus von Berlin zur Europa-Zentrale von Groupon gegenwärtig zahlreiche Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung in den Bereichen Online Marketing, IT, Produkt und Sales suche. Derzeit seien circa 30 Stellen offen. Für die fleißigen Mitarbeiter, die CityDeal in den vergangenen sieben Monaten in die Arme von CityDeal getrieben haben, ist trotzdem kein Platz mehr. Dass nach der Übernahme vieles anders als vorher sein wird, sollte jedoch allen Beteiligten von Anfang an klar gewesen sein. Die US-Mutter schaut als etabliertes Unternehmen eher auf die Kosten, als ein expandierendes Start-up, dass mit aller Macht den Markt erobern wollte – und dies letztendlich auch geschafft hat.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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