Höhenflug: Web-Musiksender tape.tv wächst rasant

Musik ist und bleibt ein Riesenthema im Netz. Vor allem die Streamingdienste Spotify (www.spotify.com), simfy (www.simfy.de) und steereo (www.steereo.de) sorgen momentan für Schlagzeilen. Im Schatten dieses Trios buhlt der Web-Musikfernsehsender tape.tv (www.tape.tv) seit […]
Höhenflug: Web-Musiksender tape.tv wächst rasant

Musik ist und bleibt ein Riesenthema im Netz. Vor allem die Streamingdienste Spotify (www.spotify.com), simfy (www.simfy.de) und steereo (www.steereo.de) sorgen momentan für Schlagzeilen. Im Schatten dieses Trios buhlt der Web-Musikfernsehsender tape.tv (www.tape.tv) seit mehreren Jahren um Nutzer. Das von Conrad Fritzsch und Stephanie Renner geführte Start-up fiel allerdings bisher kaum durch große Sprünge auf. Bisher. Denn in den vergangenen Monaten geht es bei tape.tv ordentlich aufwärts. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zählte im April stattliche 3,6 Millionen Visits bei tape.tv. Im Vormonat waren es nur 1,9 Millionen Visits. In den Monaten zuvor stagnierte der Web-Musikfernsehsender bei gerade einmal rund 800.000 Visits. Die Plattenfirmen wird der eingeschlagene Wachstumskurs freuen, sie werden für jedes Video, dass bei tape.tv läuft bezahlt.

Das zuletzt rasante Wachstum hat zwei einfache Gründe: Ein Investor und einen Relaunch. Seit dem Einstieg von Lars Dittrich, Gründer der Dug Telecom und ehemaliger Debitel-Vorstand, verfügt das junge Start-up über das nötige Klimpergeld, um richtig Gas zu geben. Dittrich hätte gesehen, dass das Geschäftsmodell von tape.tv funktioniert und wollte investieren: Der dadurch möglich gewordene Relaunch Ende des vergangenen Jahres habe den Sender noch attraktiver gemacht, sagt Fritzsch. Dabei nennt er unter anderem diverse Web-2.0-Tools wie Sharingfunktionen, die mit dem Relaunch eingeführt worden seien. Zudem hätte man seinen Nutzern zuletzt vermehrt Videopremieren präsentieren können. Strategische Kooperationspartner, zu denen beispielsweise Bild.de, Bravo und stern.de gehören, sorgen für weitere Wachstumssprünge. Und auch YouTube spielt für tape.tv eine wichtige Rolle. Auf der Videoplattform teasert der Musikfernsehsender einige Musikvideos – beispielsweise von Blumentopf – an und nutzt YouTube so gekonnt für Werbung in eigener Sache. Und auch für sei Online-Marketing endlich Geld vorhanden.

tape.tv plant Live-Sendungen

In den kommeden Monaten will Fritzsch tape.tv vor allem in Sachen SEO aufhübschen. Hauptproblem dabei: Der Musiksender setzt auf Flash. Sein Hauptziel aber lautet, “tape.tv noch viel, viel besser zu machen – vor allem simpler und persönlicher”. So soll es künftig neben dem Musikstream auch Live-Sendungen und eigene Shows geben. Klingt nach einem runden Konzept. tape.tv entwickelt sich somit immer mehr zum echten Musiksender. Von Stil und Ausrichtung lässt sich tape.tv am besten mit Viva II vergleichen. Mitte der 90er Jahre sorgte der Viva-Ableger mit seinem atemberaubenden Programm abseits des Mainstreams für Furore.

Bei der Refinanzierung setzt Fritzsch im Gegensatz zu Spotify und Co. nicht auf Bezahlmodelle, sondern ausschließlich auf Werbung. Um die Vermarktung kümmert sich ein eigenes Team und der RTL-Vermarkter IP Deutschland. Zu den Kunden gehören unter anderem Red Bull, Madza und Nike. Im laufenen Jahr sollen durch Werbung rund neun Millionen Euro in die Kasse von tape.tv fließen.Neben tape.tv setzen auch QTom (www.qtom.tv) und Putpat.tv (www.putpat.tv) auf das Musiksender-Konzept. QTom setzt dabei auf eine Kooperation mit Philips – der Musiksender ist auf sämtlichen Philips Net TV Fernsehern vertreten. Putpat.tv wiederum setzt auf die VZ-Netzwerke. Dort ist der Clipkanal unter dem Namen Röhre direkt in die Plattform eingebunden.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.