Springer verkauft wallstreet:online – Gründer Kolbinger schlägt zu

In den vergangenen Wochen wurde in der Gründerszene viel über wallstreet:online (www.wallstreet-online.de) spekuliert. Die Rückkehr von Andre Kolbinger, Gründer und Gesellschafter von wallstreet:online, an die Unternehmensspitze sorgte zuletzt für neue Schlagzeilen. Alles deutete […]

In den vergangenen Wochen wurde in der Gründerszene viel über wallstreet:online (www.wallstreet-online.de) spekuliert. Die Rückkehr von Andre Kolbinger, Gründer und Gesellschafter von wallstreet:online, an die Unternehmensspitze sorgte zuletzt für neue Schlagzeilen. Alles deutete auf einen Rückkauf durch den Gründer hin – jetzt ist der Verkauf in trockenen Tüchern. Springer verkauft die wallstreet:online AG, die wallstreet:online capital AG und die ZertifikateJournal AG an das bisherige Management und die verbleibenden Gesellschaftern.

Den 75,01-% Anteil an der Finanz-Community wallstreet:online übernimmt Gründer Kolbinger. Den Anteil von 75,1 % am Fondsvermittler wallstreet:online capital erwerben Vorstandsmitglied René Krüger sowie Prokurist Ewald Brunen im Zuge eines Management Buy Out. Dieser Verkauf erfolgt vorbehaltlich der Freigabe durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die 33,3-% Beteiligung am ZertifikateJournal, einem Dienstleister für Zertifikate und strukturierte Finanzprodukte, übernehmen die beiden bisherigen Vorstände und Gründer Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger. Springer konzentriert sich künftig auf sein Finanzportal finanzen.net.

Schwierigstes Jahr der Firmengeschichte

Drei Jahre nach der Übernahme durch Springer läuft es beim 1998 gestarteten Unternehmen alles andere als rund, die Umsätze sind im Keller, die Stimmung ebenfalls. Im Jahresbericht für das vergangene Jahr heißt es: “Das zurückliegende Jahr war für die wallstreet:online AG eines der schwierigsten der Firmengeschichte”. Die folgenden Zahlen sind bitter: Als Konsequenz der Entwicklung des Werbemarktes im Finanzumfeld fielen die Umsatzerlöse um 31,4 % von TEUR 4.507 auf TEUR 3.091. Unter dem Strich steht zudem ein dickes Minus von über zwei Millionen Euro. Somit ist es kein Wunder, dass Springer die Lust an wallstreet:online verloren hat. Für wallstreet:online sprechen aber noch immer die blanken Zugriffszahlen: Mit 380.000 Unique Visitors ist die grüne Website noch immer eine feste Größe im Finanzsegment. Und wer weiß, vielleicht kommen die goldenen Zeiten wieder. Einfach wird es aber sicherlich nicht.

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* Erneute Rückkehr: Andre Kolbinger zurück bei wallstreet:online

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. > Alle deutete auf einen

    ALLES

    > jetzt ist der Verkauf in trockenene Tüchern

    IN TROCKENEN TÜCHERN

    > verkauft die wallstreet:online AG, die
    > wallstreet:online capital AG und die
    > ZertifikateJournal AG an das bisherigen Management
    > und die verbleibenden Gesellschaftern.

    AN DAS BISHERIGE … GESELLSCHAFTER

    Ich bin sonst nicht so der “Fehlersucher”, aber das wird hier immer schlimmer.

    Ich fand DS früher wirklich toll. Aber sowohl die Recherche- als auch die Schreibqualität sind im freien Fall.

    Das ist bestenfalls noch Hobby-Blog-Niveau.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, ihr lasst Gruenderszene kampflos an Euch vorbeiziehen.

    Schade!



  3. Cisco

    Der markt für “wallstreet online” dürfte bald völlig zusammenbrechen. Deutschland ist das nächste Griechenland und wer den goldpreis sieht, merkt, dass Anleger nun wirklich genug haben von “strukturierten Zertifikaten” oder andrem Quatsch. Das Kartenhaus wird zusammenbrechen und Herr Kolbinger hätte sein geld lieber sinnvoller in etwas investieren sollen, dass Potential hat, auch in Krisenzeiten (die erst noch richtig kommen) Geld abzuwerfen. Aber so ist es halt, wenn man nicht wirtschaftlich sondern “emotional” entscheidet. Bei dem Kauf hier hat eindeutig das Herz entschieden und der Verstand gepennt….

  4. @cisco

    Zu Deinem Statement fällt mir nur eines ein: “Dieses Mal ist alles anders.”

    Es gehört zu den Charakteristika einer Finanzkrise, dass selbsternannte Crash-Propheten den “Untergang des Morgenland” prophezeien.

    Und eben so sicher rollt die nächste Hausse an. Der Andre ist kein Dummerchen. Ich denke, er weiß sehr genau, was er da macht.

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian

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