Fünfzehn Fragen an Leonard Quack von Schnäppchenfuchs

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Sehr viel. Meinen Tagesablauf kann ich selbst bestimmen und wenn ich Ideen habe, kann ich sie sofort umsetzen. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig und […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Sehr viel. Meinen Tagesablauf kann ich selbst bestimmen und wenn ich Ideen habe, kann ich sie sofort umsetzen. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig und setze um, was ich für richtig halte. Aber ich habe immer wieder bemerkt, dass das Feedback von anderen Leuten enorm wichtig ist.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Beim Surfen im Internet und bei der Suche nach einem Handyvertrag. Ich kannte mich nicht besonders gut aus, habe mich aber langsam eingelesen und das enorme Sparpotenzial entdeckt. Das ist nur ein Beispiel für Angebote, von denen man als normaler Verbraucher nur selten erfährt – man kann sich ja nicht vor jeder Anschaffung stundenlang informieren. Mein Startup soll helfen, dieses Informationsdefizit zu beheben. Bei mir gibt es die Infos auf dem Silbertablett – aus Verbrauchersicht.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Viel war es ja nicht, aber die 10 Euro für das Hosting kamen aus meinem Taschengeld. Ein Büro habe ich nicht, ich arbeite von zuhause aus. Dabei werde ich es auch belassen, solange ich noch studiere.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Es lief recht gut. Dadurch, dass ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, musste ich meinen Lebensunterhalt noch nicht selbst finanzieren und hatte keinen Erfolgsdruck. Diese Freiheit ist viel wert, weil man langfristiger denken kann.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde mutiger investieren und mehr Programmier- und Designarbeiten extern machen lassen. Da war ich etwas zu sparsam.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wenn man weiterempfohlen wird, ist das nicht nur gute Werbung, sondern man fühlt sich natürlich auch geehrt. Aber ich habe natürlich auch Werbung gemacht, vor allem in Blogs, weil man da ein sehr internetaffines Publikum erreicht und geringe Streuverluste hat.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Eine Person zu benennen ist schwierig, aber Familie und Freunde haben allgemein sehr geholfen. Wenn sie Kritik üben, dann ist das immer ehrlich, direkt und schonungslos, also sehr hilfreich. Und wenn man von einem Freund auf dieses und jenes Angebot auf Schnäppchenfuchs angesprochen wird, weil ich etwas zu kompliziert erklärt habe, habe ich auch wieder dazu gelernt.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Nur Ideen verwirklichen, hinter denen man voll steht. Wenn man es nicht aus Leidenschaft macht, fällt es schwer und in kritischen Phasen hält man vielleicht nicht durch. Ich nehme den Schnäppchenfuchs auch mit auf Reisen schreibe täglich Beiträge. Das klappt nur deshalb so gut, weil es einfach Spaß macht.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Alles, was mit Steuern zu tun hat, soweit wie möglich vereinfachen. Aber da bin ich wohl nicht allein.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde wahrscheinlich genau wie jetzt studieren und mir vielleicht mal einen Nebenjob außerhalb des Internets suchen. So einen hatte ich nämlich seit ich 14 bin noch nie.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Zanox ist zwar kein Startup mehr, aber da würde ich gerne mal vorbeischauen. Ansonsten würden mich die „Möbel-Startups“ wie myfab oder design2desire reizen. Die Zusammenarbeit mit den Produzenten in Fernost und mit den Designern, das stelle ich mir sehr interessant vor.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Da finde ich die Zukunft eindeutig spannender als die Vergangenheit, denn die kann man ja nachlesen. Mal sehen, ob es in 50 Jahren wieder neue Techniken gibt, die unser Leben ähnlich stark verändern wie Handys, Computer und Co.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde ein Jahr Work & Travel in Australien machen. Wenn ich zurückkomme, setze ich einen Teil des Geldes sinnvoll ein. Es gibt ja unzählige interessante Geschäftsmodelle. Nicht auszuschließen, dass ich dann noch ein neues Projekt starten würde.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ausschlafen, dann ein bisschen arbeiten und mich danach anderen vergnüglichen Aktivitäten wie zum Beispiel Tennis oder Fußball widmen. Abends schaue ich auch nochmal auf meinen Blog, lese die Kommentare und mache vielleicht ein paar Updates.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Angela Merkel oder auch Guido Westerwelle, um mal die Leute kennenzulernen, die unser Land regieren.

Zur Person
Leonard Quack gründete Anfang 2008 mit 17 Jahren den Schnäppchenfuchs (www.schnaeppchenfuchs.com), wo er täglich etwa 10.000 Lesern neue Schnäppchen vorstellt. Momentan studiert Quack BWL in Münster.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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