Samwer-Brüder sammeln 35 Millionen Euro in Schweden ein

Wie es scheint, arbeiten die Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt) gerade an einem europäischen Investmentschwergewicht. Nach dem französischen Risikokapitalgeber Crédit Agricole Private Equity, der seit Anfang dieses Jahres verstärkt […]

Wie es scheint, arbeiten die Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt) gerade an einem europäischen Investmentschwergewicht. Nach dem französischen Risikokapitalgeber Crédit Agricole Private Equity, der seit Anfang dieses Jahres verstärkt seine Fühler nach Deutschland ausstreckt, verbündet sich das Trio nun mit Investment AB Kinnevik. Die Beteiligunggesellschaft aus Schweden, die bereits 1936 das Licht der Welt erblickte, pumpt 35 Millionen Euro in Rocket Internet. “Kinnevik will own a mix of equity and warrants that in total gives it a right to acquire 25% over time if all warrants are exercised”, teilt das schwedische Unternehmen mit. Ganz nebenbei wird in dieser Pressemitteilung auch ein neuer Name von Rocket Internet verkündet – künftig heißt der Samwer-Inkubator European Internet Holding oder kurz EIH. Auch diese Namensänderung deutet auf den weiteren Ausbau zum europäischen Investmentschwergewicht hin. In Deutschland sind die drei Brüder ohnehin schon mit dem Riesen United Internet verbündet. Schweden und Frankreich sind somit nun schon an Bord bei der European Internet Holding. Man darf gespannt sein, wen die Samwers noch ins Boot holen.

Rocket Internet schob in den vergangenen Monaten vor allem diverse E-Commerce-Anbieter wie Zalando (www.zalando.de), ladenzeile.de (www.ladenzeile.de) und (www.enamora.de) auf die Laufbahn. Christian Claussen, Senior Partner im Venture Capital Team der Crédit Agricole Private Equity und verantwortlich für internationale VC-Investments sagte zur Partnerschaft: “Rocket Internet ist für uns ein idealer Katalysator, um schnell und mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit die wirklich interessanten Ideen aus einem sehr unübersichtlichen Marktumfeld herauszufiltern und dann gezielt und mit dem notwendigen Nachdruck über alle Wachstumsphasen zu fördern”. Und weiter: “Ziel dieser Partnerschaft ist der effiziente Auf- und Ausbau innovativer Web-Geschäftsmodelle aus Deutschland heraus”. Mit Kinnevik ist dafür ein weiterer starker Partner an Bord. Crédit Agricole Private Equity und Investment AB Kinnevik haben eine Sache zumindest schon einmal geändert: Offizielle Verlautbarungen gab es bisher keine zum Thema Rocket und Co.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. Alex

    Ändert nichts an der Tatsache dass sie in grossen teilen der Branche den Ruf von unberührbaren haben. Zu viele wurden übers Ohr gehauen. Das lasst sich nicht mehr unter den Teppich kehren. Business mit samwer? Immer mehr sagen dankend nein. Wozu auch, wenn es genug “saubere” alternativen gibt…

  3. Das ist grosses Kino :-) Herzlichen Glückwunsch.
    Hier die Details zum Investor! http://de.wikipedia.org/wiki/Familie_Wallenberg



  4. Frederik

    Mensch Alexander – ich kann die Floskel “auf die Laufbahn geschoben” nicht mehr lesen… dieses Jahr habe ich das schon gefühlte 100 mal von dir gelesen ;-)

  5. @Frederik

    Gut, ich streiche die Floskel mal eine Zeit lang aus meinem Vokabular.

  6. Das Freischalten des ersten Kommentars zeugt von Alexanders Unabhängigkeit und erinnert mich an eine Veranstaltung im letzten Jahr.

    Dort gab es mitten in einem Vortrag, in dem die Samwers erwähnt wurden, einen Zwischenruf (“Die stinken!”) und unter den Zuhörer brach großes Gelächter aus.

    Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich daneben. Man muss die Samwers nicht mögen. Aber argumentenlose Kritik aus der anonymen Masse, ist nicht nur hirnlos, sondern auch feige.

    LG Sina



  7. Michael

    und was haben die mit der ganzen Knete vor?



  8. Fragesteller

    Jochen Krisch schreibt dazu:

    Szenegerüchten zufolge sollen die Samwers im Vorfeld United Internet aus Rocket Internet herausgekauft haben. Die Finanzberichte von United Internet geben über die Rückzahlung der Anteile am European Founders Fund I, der die Rocket Internet Anteile hält, jedoch nur bedingt Auskunft, da 2009 sowohl Einzahlungen als auch Auszahlungen erfolgten (s. 9-Monatsbericht (PDF)).

    Weiß jemand mehr dazu?



  9. Hendrik

    @Sina, ob man mit den Samwers oder mit einem Kunath Geschäfte macht, hängt immer von den eigenen moralischen Werten und Überzeugungen ab. Das Jamba Abo-Modell hat die Samwers reich und Millionen von Jugendlichen arm gemacht. Das war grenzwertig und provozierte sogar eine Gesetzesänderung, um den Mißbrauch einzuschränken (die Jamba-Umsätze sind dann auch runter, aber das war nach dem Verkauf der Firma).

    99% der deutschen Investoren- und Business Angel Szene arbeitet nach dem Prinzip “Geld stinkt nicht”. Entsprechend rücksichtslos werden dann auch die Interessen gegenüber den Gründern durchgesetzt. Eine “moralische Erneuerung” wäre angebracht.

  10. @hendrik

    Nichts lag mir ferner, als die Jamba-Boys zu verteidigen. Ich fand nur die Art der Kritik unangebracht.

    LG Sina

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