PaperC ist das Start-up des Jahres

Die Entscheidung ist gefallen: PaperC Start-up des Jahres 2009. Herzlichen Glückwunsch! Die Leipziger Dokumentenplattform für Fachbücher sichert sich den begehrten Preis, den deutsche-startups.de alljährlich vergibt, mit einer Nasenlänge Vorsprung: 8 der insgesamt 41 […]
PaperC ist das Start-up des Jahres

Die Entscheidung ist gefallen: PaperC Start-up des Jahres 2009. Herzlichen Glückwunsch! Die Leipziger Dokumentenplattform für Fachbücher sichert sich den begehrten Preis, den deutsche-startups.de alljährlich vergibt, mit einer Nasenlänge Vorsprung: 8 der insgesamt 41 Jurymitglieder stimmten für das junge Unternehmen, welches von Felix Hofmann, Martin Fröhlich und Lukas Rieder gegründet wurde.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Foto: Manuel Krug

PaperC stellt komplette Fachbücher digital und kostenlos zur Verfügung – absolut legal und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verlagen. Studierende, die die Fachbücher nicht nur lesen, sondern Seiten ausdrucken oder bearbeiten möchten, müssen dafür zahlen. Wie eine übliche Kopie kostet auch die virtuelle Kopie zwischen fünf und zehn Cent. Aktuell arbeitet PaperC mit über einem Dutzend Fachbuchverlagen zusammen und bietet 1.500 Fachbücher an. Die Jury bestehend aus unabhängigen Branchenexperten, Journalisten und Investoren, lobte vor allem das Geschäftsmodell von PaperC. “Autoren und Verlagen wird die Möglichkeit geboten, im Internet Geld zu verdienen”, schreibt beispielsweise Matthias Storch von Förderland in seiner Begründung. “PaperC könnte das wissenschaftliche Arbeiten revolutionieren”, sagt Max Wittrock von mymuesli (Start-up des Jahres 2007). Yvonne Wodzak vom Branchendienst new business bringt es kurz und knapp auf den Punkt: “Einfach, praktisch und nützlich”.

Die Begründungen der Jury im Überblick:

“Paid Content wird dieser Tage immer mehr zum Trend. Mich überzeugt die Größe des Markts für Fachinformation. Gleichzeitig wurde das Beschaffungsproblem gelöst. Die Hürde der Zusammenarbeit mit führenden Fachverlagen müssen andere Marktteilnehmer erst einmal nehmen. Die Inhalte sind in eine kollaborative Arbeits- und Verwaltungsumgebung eingebettet. Damit entsteht in Summe ein echter Kundennutzen. Die richtige Heimat von Fachinformation ist nun mal das Internet – wer Print mag, kann sich die die Seiten ja für 5 Cent ausdrucken. Wenn nun noch Fachzeitschriften als Inhalt dazu kommen, dann steht dem Erfolg des Unternehmens nichts mehr im Wege.”
Mark Miller, CatCap

“PaperC = Einfach, praktisch und nützlich! Ein Startup, das nicht einem Trend nachgeht oder mit einem fragwürdigen Geschäftsmodell experimentiert, sondern eine echte Arbeitserleichterung für Studierende und ein interessantes Paid Content-Modell für Verlage bietet. Fachliteratur ist teuer. Meist benötigen Studenten nur Auszüge aus Fachbüchern, die häufig nur in kleiner Stückzahl in der Uni-Bibliothek vorhanden sind. Hier springt PaperC ein. Die virtuelle Online-Bibiothek mit Copyshop hat etwa 1.500 Fachbücher im Angebot, die kostenfrei online gelesen werden können. Nur wer die Bücher auch ausdrucken und bearbeiten will, zahlt pro Seite etwa zehn Cent. So bietet PaperC auch Verlagen eine verlässliche Möglichkeit, ihre Publikationen online zu vermarkten. Fachbücher werden heutzutage an den Universitäten seitenweise kopiert, dafür bekommen aber die Urheber nur Kleinstbeträge von der VG Wort, die von den Copyshop-Besitzern Gebühren erhebt. Bei PaperC werden die Verlage hingegen direkt an den Einnahmen beteiligt. Das Unternehmen kennt keine Copyright-Probleme. Alle 17 beteiligten Sach- und Fachverlage haben ihre Publikationen für die Plattform freigegeben. PaperC steht auf soliden finanziellen Füßen. Das Berliner Startup konnte nicht nur zwei Business Angels von seinem Geschäftsmodell überzeugen, sondern auch den Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS).”
Yvonne Wodzak, new business

“Die Idee, Fachbücher zu digitalisieren bzw. digitale Versionen online anzubieten, ist zeitgemäß und nützlich – und bei PaperC können davon nicht nur die Leser, sondern auch Verlage und Autoren profitieren. Den drei Gründern des Start-Ups ist die Umsetzung bisher gut gelungen: PaperC hat in kurzer Zeit eine leistungsfähige, innovative Plattform mit Hunderten Büchern aufgebaut. Sicher lässt sich die Technologie noch weiterentwickeln und ausbauen. Was ich gut finde: Genau dabei beziehen die Gründer ihre Nutzer aktiv mit ein und lassen sie in einem Feedback-Forum Verbesserungsvorschläge machen und über die Ideen anderer Nutzer abstimmen. So kann die Plattform nur noch besser werden. Für mich ganz wichtig: Das Gründerteam ergänzt sich gut, soweit sich das von außen beurteilen lässt. Martin Fröhlich kämpft engagiert für das Projekt und den Plan, das Angebot zu internationalisieren – mit der Vision im Hinterkopf, den Weltmarkt aufzurollen. Felix Hofmann und und Entwickler Lukas Rieder arbeiten eher im Hintergrund, aber sehr gewissenhaft am Erfolg. Mich überrascht deswegen nicht, dass die drei von bekannten Business Angels wie dem Berliner Entrepreneurship-Professor Günter Faltin unterstützt werden und kürzlich weitere Kapitalgeber überzeugen konnten. Weiter so!”
Jens Tönnesmann, Wirtschaftswoche

“Oft sind wichtige und beliebte Bücher in Bibliotheken vergriffen, oder der Kauf für Studenten ist zu teuer. Dieses Problem, machen sich die PaperC-Gründer Felix Hofmann, Martin Fröhlich und Lukas Rieder zu Nutze. PaperC funktioniert wie eine Online-Bibliothek bzw. ein Online-Copyshop – Bücher können von der ersten bis zur letzten Seite kostenlos online gelesen werden. Ich bin ein Freund von leicht monetarisierbaren Projekten. PaperC hat es geschafft, Wissen leicht und frei zugänglich zu machen. Wird eine Seite gespeichert, mit einer Notiz versehen oder ausgedruckt, so fällt eine Gebühr von 5 bis 10 Cent je Seite an. Autoren und Verlagen wird so die Möglichkeit geboten, im Internet Geld zu verdienen.  Aktuell richtet sich PaperC hauptsächlich an Studenten. Die geplante Integration von Fachverlagen mit Büchern für Praktiker, Unternehmensberater und Rechtsanwälte wird der Plattform zu einem noch schnelleren Wachstum verhelfen.
Matthias Storch, Förderland

“Dieses Jahr sehen wir auf der Nominierungsliste besonders viele spannende und erfolgsversprechende Unternehmen wie Tellja, Wooga oder auch Sofatutor, von denen wir sicher noch oft viel positives hören werden. Meine Stimme geht an die Plattform PaperC. Diese Idee beruht auf dem klassischen Prinzip ein vorhandenes Problem zu lösen – mit Hilfe des Internets und einem durchdachten Geschäftsmodell. Viele Studenten plagen sich mit langwierigen Bibliotheksbesuchen oder investieren viel Geld in teure Fachbücher von denen sie oftmals nur ein Bruchteil des Inhalts benötigen. PaperC hat es geschafft hier ein schlüssiges Konzept zu entwickeln welches die Vorzüge des Internets auch wirklich ausnutzt. Texte lassen sich mit Notizen versehen und auch nur einzene Seiten kann man käuflich erweben. Ich bin gespannt wie sich das Startup evtl. auch noch für weitere Zielgruppen öffen wird oder das Modell auch internationalisiert.”
Tilo Bonow, Piabo

“PaperC hat das Zeug, eine ganze Branche zu revolutionieren. Von der Dokumentenplattform profitieren mehrere Seiten: Studenten müssen nicht mehr Unsummen für teure Fachbücher ausgeben und Verlagen wird die Möglichkeit geboten, mit ihren Inhalten im Internet Geld zu verdienen.
Alexander Hüsing, deutsche-startups.de

“Digitales Publizieren, die Art wie Verlage mit dem Netz umgehen – das wird wahnsinnig spannend und PaperC steht mittendrin in diesen Entwicklungen. Ein digitaler Copyshop mit gutem Team – soweit man das als Externer beurteilen kann. Ich finde das Konzept stimmig, es ist simpel, hat aber viel Potential. Und ein digitales Bücherregal im Netz klingt darüber hinaus sehr verlockend, finde ich. Das könnte das wissenschaftliche Arbeiten revolutionieren – und ich hätte es als Student auch gerne genutzt. Und deswegen finde ich die Idee so unterstützenswert.”
Max Wittrock, mymuesli

“Sehr gerne hätte ich die erfolgreich gestarteten wooga.net oder captchaad.com gewählt, da diese Geschäftsmodelle momentan extremen Vorwärtstrend zeigen und beide Firmen exzellent im Management ausgestattet sind, aber aus Gründen der Individualität und Innovation heißt mein Startup des Jahres 2009: PaperC. Die Idee des Teams ist außergewöhnlich einfach und gut umgesetzt. Das Copyshop Business-Prinzip auf den Onlinebereich zu übertragen ist ausgesprochen schön gelungen. Ich wünsche der Mannschaft viel Erfolg für die Zukunft und freue mich in 2010 auf mehr spannende Businessmodelle.”
Ralf Belusa, Zanox

Artikel zum Thema
* Gesucht: Start-up des Jahres 2009 – Die zwölf nominierten Start-ups
* Start-up des Jahres 2009 – Die Jury

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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