Cavi.tv monetarisiert Video-Content

Während die hübsche Dame im Schminkschule-Video wohlgemeinte Make-up-Tips gibt, werden oberhalb des Videos passende Gutscheine und Geschenke angezeigt. Klickt die interessierte Kundin darauf, kann sie das Produkt sofort und bequem bestellen. Diese Form […]
Cavi.tv monetarisiert Video-Content

Während die hübsche Dame im Schminkschule-Video wohlgemeinte Make-up-Tips gibt, werden oberhalb des Videos passende Gutscheine und Geschenke angezeigt. Klickt die interessierte Kundin darauf, kann sie das Produkt sofort und bequem bestellen. Diese Form von InVideo-Shopping ist nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die der Videodienst Cavi.tv (www.cavi.tv) aktuell anbietet. Es geht um eine Werbeform, bei der der Shop in den Clip kommt und nicht umgekehrt.

Cavi.tv im Einsatz bei Brigitte.de

Mit diesem dezentralen Verkaufsansatz wollen die Gründer Dominik Reisig, Michael Boesken und Michael Breyer die Mode- und Musikszene kräftig aufmischen. “Die Idee dahinter ist, Video-Content zu monetarisieren”, erklärt Breyer. Denn große Videoportale generierten einen enormen Abruf der Videos. “Wir liefern die Brückentechnologie zwischen Videoclips und E-Commerce-Shops, indem wir die Produkte aus dem Video heraus verlinken.” Dadurch werden die Kunden direkt in das Kauferleben mit hinein genommen – E-Commerce 2.0. Mit insgesamt drei Klicks können sie die angezeigten Artikel kaufen, ohne dabei die Videoplattform zu verlassen. Die Geschäftsidee stammt von Reisig, der sich vor Jahren beim Ansehen eines Videoclips in die Jacke eines Sängers verliebte und sich wünschte, diese direkt nachkaufen zu können. Den Look der Stars nachzukaufen ist aber nur eine von vielen Einsatzmöglichkeit der InVideo-Technologie. Dem Team schwebt noch Weiteres vor, zum Beispiel der direkte Ticketkauf fürs nächste Konzert, während man per Video den Hüftschwung von Jennifer Lopez bewundert. “Grundsätzlich kann man jedes Bewegtbild mit der Transaktionstechnologie ausstatten und beispielsweise im Autowerbespot eine Probefahrt anbieten”, sagt Breyer.

Erste Kooperationen bestehen mit Brigitte.de und Look von Stern.de

Branchengrößen wie YouTube, die entsprechende Technologien mit Anbindung an Amazon oder iTunes einsetzen, seien nur auf den ersten Blick Mitbewerber. Bei ihnen gebe es zwar Bannereinblendungen innerhalb von Videoclips, aber kein komplettes und unabhängiges Shop-System wie bei Cavi.tv. “Meist stecken Agenturansätze dahinter: Das Konzept wird bei einzelnen Videos realisiert, ist aber nicht technisch skalierbar. Wir haben hingegen eine fertige Software-Suite, müssen nichts mehr extra programmieren. Funktional am nächsten kommt uns Tailgate Technologies (www.tailgatetechnologies.com), dessen Dienst aber nicht so umfassend ist wie unser Angebot.” Erste Kooperationen bestehen mit Brigitte.de und dem Lifstylemagazin Look von Stern.de.

Ebenso dingfest ist eine Partnerschaft mit sevenload. In der ersten Phase der Kooperation werden ausgewählte Videos der Big-Brother-Community mit der InVideo-Shopping-Technologie von Cavi ausgestattet. Eine Ausweitung auf weitere Programminhalte soll folgen. “Wir sind natürlich weiterhin auf der Suche nach passenden Kooperationen”, sagt Breyer. “Gerade haben wir einen Vertrag mit einem führenden Musiklabel unterschrieben, demnächst werden wir mehrere Tausend Videos für unseren Partner ausrollen.” Zu den Investoren von Cavi.tv gehören der High Tech Gründerfonds, Sunday Ventures und Omnis Mundi.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.