Alles Special-Interest?

Jeder gut sortierte Bahnhofskiosk bietet eine riesige Auswahl an Special-Interest-Magazinen. Zu jedem denkbaren Spezialthema gibt es eigene Magazine – in einigen Nischen sogar mehrere. Helmar Hipp von der österreichischen Beteiligungsgesellschaft VM Digital hält […]

Jeder gut sortierte Bahnhofskiosk bietet eine riesige Auswahl an Special-Interest-Magazinen. Zu jedem denkbaren Spezialthema gibt es eigene Magazine – in einigen Nischen sogar mehrere. Helmar Hipp von der österreichischen Beteiligungsgesellschaft VM Digital hält dieses Nischenkonzept für die Zukunft des Internets. “Wir sehen eine Vielfalt an Themen wie Pferde, Haustiere, Motorrad, Uhren, Boote, Wohnmobile oder auch ein Thema wie zum Beispiel Hochzeit”, sagt Hipp. Das Marktpotenzial sei gerade im deutschsprachigen Raum riesengroß. Im Prinzip ließen sich alle Segmente, in denen es heute Special-Interest Print-Magazine gibt, auch auf das Internet übertragen.

Hipp rechnet damit, dass sich die Internetlandschaft im deutschsprachigen Raum in den nächsten zwei bis drei Jahren radikal verändern wird: Heute unterscheide der Internet-Nutzer noch zwischen Classified- oder Anzeigen-Plattformen, Content-Angeboten und Communities. Schon bald werde es aber überwiegend “Portale der neuen Generation” im Netz geben, die Elemente aus allen drei Konzepten vereinigen. “Über eine reine Community wird sich nur schwerlich Geld verdienen lassen. Was wir benötigen, sind Gesamtkonzepte, die für Werbetreibende und Marken interessant sind”, sagt Hipp. Er glaubt an Special-Interest-Plattformen und Nischenangebote, “in denen zum einen charakteristische Inhalte – Classifieds und Content – qualitativ hochwertig aufbereitet abrufbar sind, zum anderen aber auch vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen”.

VM Digital selbst setzt voll auf solche Nischendienste: Zum Beteiligungsportfolio des Unternehmens gehören unter anderem die Oldtimer-Community Carsablanca (www.carsablanca.de), die Mütter-Community mamiweb (www.mamiweb.de) und die Promi-Plattform smash24/7 (www.smash247.com). Bereits seit mehreren Jahren ist die Mediengruppe mit der Kleinanzeigenplattform Quoka.de (www.quoka.de) im deutschen Markt vertreten. Die Haustier-Community Vivatier (www.vivatier.de) und Mascus (www.mascus.de), ein paneuropäische Angebot für gebrauchte Maschinen, LKW und Geräte, betreibt das Unternehmen in Lizenz. Erst kürzlich baute VM Digital zudem die Motorradplattform bikerszene.de (www.bikerszene.de) massiv aus.

Was meinen Sie: Gehört die Zukunft des Internets – wie Helmar Hipp von VM Digital es sagt – den Special-Interest-Portalen? Meinungen bitte in den Kommentaren hinterlassen!

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Ich denke, dass die Aussagen von Herrn Hipp zutreffend sind. Beobachtet man momentan die Weblandschaft, so werden einzelne Portale bzw. Webseiten immer hochwertiger – und genau dies verlangt auch der User. So sehe ich einen ganzheitlichen Ansatz im Bereich “Special Interest” als positiv für sämtliche User an. Wenn ich auf einer Webseite genau die Infos finde, die mich interessieren, komme ich auch öfters wieder.

  2. Ich finde diese Idee sehr interessant und könnte mir auch vorstellen, dass es unter anderem darauf hinaus laufen wird. Zumindest wird es viele Nischenmodelle geben, die profitabel auf dem Markt laufen.
    Aber es wird neben diesen Nischenseiten auch weiterhin einige Seiten für jedermann geben. Ich kann mir nur schwer vorstellen dass es statt einem Facebook bald viele kleine Seiten geben wird, denn der Vorteil dieser Seite ist ja, dass dort alle sind und man alles finden kann.

  3. Absolut richtig. Es ist auf dauer nur Platz für eine maxcimal zwei Hände voll Megaportale á la Youtube und Facebook. Aber der Long-Tail “Special Interest Community” wird auf Kurz oder Lang der wichtigere und umsatzstärkere Markt sein.

    Gruß von der Foto-Special-Interest-Ecke :)

  4. Ich kann die Aussagen von Herrn Hipp so unterschreiben. Denn das Internet bildet die Wirklichkeit ja ab. Bestehende Konzepte werden ins Web übertragen und durch die nur hier mögliche Interaktion angereicht. So bauen wir mit SPIELERKABINE.net genauso eine Special-Interest-Plattform für Amateurfußballer.



  5. Peter K.

    Sehr guter Artikel!

    Special-Interest Themen sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Zukunft, abgesehen von den wenigen “super Magneten für alle” (wie Facebook) werden dort die vorhandenen Zielgruppen miteinander verbunden.

    Das Thema Automotive ist besonders interessant, ich hoffe da kommt noch mal ein gutes Konzept an den Markt.

    Auch im Hinblick auf die sinkenden Reichweiten im Print Bereich sind Special-Interest-Websites sicher auch für die Werbeindustrie interessant.

    Peter K.



  6. Sebastian

    Aussage ist sicherlich richtig, wobei Internettreue ein Mausklick entfernt ist und Nischen von zig Verlagen, Firmen und Privatpersonen belegt sind.



  7. Güther

    “Heute unterscheide der Internet-Nutzer noch zwischen Classified- oder Anzeigen-Plattformen, Content-Angeboten und Communities. Schon bald werde es aber überwiegend “Portale der neuen Generation” im Netz geben, die Elemente aus allen drei Konzepten vereinigen.“

    Solche Plattformen gibt es bereit zuhauf. Sie heißen AOL, Yahoo, Freenet, Web.de usw.
    Sie haben alle eines gemeinsam – sie verlieren in der Zeit Marktaneile und an Bedeutung.

    Special-Interest-Plattform geht vollkommen in die richtige Richtung der Trendentwicklung. Sie ist aber nicht neues, denn die ganzen vertikale Plattformen und Blogs sind auch solche.

  8. Solange diese Nische auch ein Markt ist stimme ich den Aussagen zu. Aber diese Erkenntnis ist auch wirklich nicht neu und nicht wie Herr Hipp sagt Zukunft, sondern auch schon die Gegenwart.

    Denn man soll es nicht glauben, aber es gab auch ein Internet vor Web 2.0! Und da gibt es eine Menge Dinosaurier, die mit ihrem Nischen-Angeboten vielleicht nicht zu den bejubelten IVW-Klickmonstern zählen, aber seit Jahren gutes Geld im Internet verdienen.



  9. Stefan

    Eine sehr typische Anwort, die in ihrem Kern so bereits seit über 10 Jahren – stets leicht verändert – durch das Netz vagabundiert.

    Man mag sich eben von Tot-Holz-Geschäftsmodellen, die in der Vergangenheit so viele Vorteile hatten, nur ungern trennen. Und besagte Oldtimer-Community als Beispiel für die Zukunft zu nennen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie…

    Mein Tipp: Öfters ‘mal Jeff Jarvis & Co. lesen…



  10. Jakob

    Sorry, aber Portal und Community werden hier irgendwie zu wenig getrennt.

    Ein Nischen-Portal ohne Anmeldung wird immer interessant sein, aber nochmal so ein Community-Ding, wenn auch Zielgruppe, da meldet sich doch keiner mehr an.

    Eher wird Facebook Gruppen-Profile zu gestaltbar machen, dass der Ersteller es wie ein Portal aussehen lassen kann. Mit eigener URL und weiterem.



  11. Kaster

    Es kommt sicher darauf an wie groß die Zielgruppe ist.

    Generell sollten special interest Social Networks auch Content bieten der ohne Registrierung konsumiert werden kann.

    Ich sehe da auch im Automotive Bereich enormes Potential.

  12. Pingback: VM Digital investiert in CaraWorld :: deutsche-startups.de

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