Kleine Kiez-Läden stehen auf donanda-Gutscheine

“Wir wurden schon als Robin Hood des Einzelhandels bezeichnet”, lacht Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer von donanda (www.donanda.de). Mit drei Mitstreitern hat er einen Gutscheindienst ins Leben gerufen, der auf die gewisse individuelle Note setzt. […]

“Wir wurden schon als Robin Hood des Einzelhandels bezeichnet”, lacht Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer von donanda (www.donanda.de). Mit drei Mitstreitern hat er einen Gutscheindienst ins Leben gerufen, der auf die gewisse individuelle Note setzt. Die Website existiert zwar schon seit einigen Monaten, ist nun aber mit neuem Design und einigen Info-Videos noch einmal an den Start gegangen. Die donanda-Idee lebt von der Partnerschaft mit lokalen Einzelhändlern und “Kiez-Läden” – dazu gehören Cafes, Teeläden und Trödelgeschäfte. Wer einen Freund oder Bekannten beschenken will, überlegt sich, welche Läden dem Geburtstagskind gefallen könnten. Für den Gutschein sucht er bis zu fünf von ihnen aus, legt den Geldbetrag fest und schreibt einen persönlichen Gruß. Optisch ansprechend wird das Geschenk, indem der Schenkende ein Bild zur Gestaltung aussucht oder ein eigenes hochlädt. Noch schnell ausgedruckt und das Geschenk ist fertig. “Das geht auch direkt im Copy-Shop mit Internetzugang!”.

“Ich habe früher in einer großen Firma gearbeitet. Immer, wenn ein Angestellter Geburtstag hatte, musste einer schnell in die Stadt rennen und einen Gutschein kaufen – das hat genervt!”, erzählt Schmidt von der Geburtsstunde der Plattform. Außerdem fehlte ihm das Persönliche an diesem Standardgeschenk. Wer bei donanda fünf passende Läden aussucht, hat sich tatsächlich Gedanken um den anderen gemacht. Für die kochbegeisterte Freundin findet man zum Beispiel eine Kochschule, einen Feinkostladen und ein Hobbykochgeschäft. Taucht die Beschenkte einige Zeit später mit dem Gutschein im Feinkostladen auf, bucht der Händler den Betrag per Telefon bei donanda ab. Ladenbesitzer zahlen für den Gutscheinservice also nur, wenn für sie tatsächlich etwas dabei herausspringt. Kommt ein Kauf zustande, erhält donanda 10 % vom Kaufwert als Provision.

Individueller Gutschein statt Standardgeschenk

Das Viererteam hat sich bewusst zum Ziel gesetzt, in ihrem Partnernetzwerk auf Tankstellen und große Kaufhausketten zu verzichten. “Mit unserer Idee möchten wir den \’Kleinen\’ die Möglichkeit geben, am beliebten Gutscheinhandel zu partizipieren”, sagt Schmidt. Darüber hinaus wollen sie mit donanda den Bezug zur eigenen Stadt stärken und zum Kaufen “vor Ort” anregen. Sinnvoll sei es, einen Gutschein für verschiedene Läden innerhalb eines Kiezes zu verschenken. “Es ist wie die Einladung zu einem Einkaufsbummel: Geh ins Cafe, such dir danach deinen Lieblingstee nebenan aus und kauf dir das passende Teeservice im Geschäft um die Ecke!”, erklärt Mitgründer Andre Tzschaschel das Konzept. Gerade Berlinern, die ihren Kiez nur ungern verlassen, dürfte dies entgegen kommen. Überhaupt ist der Service bisher nur in Berlin und Teilen Thüringens, wo drei der Gründer herstammen, verfügbar. Bald schon wollen sie aber auch in anderen Städten Menschen mit persönlich angehauchten Gutscheinen beglücken.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.