spendino sammelt Spenden ein

Putzige kleine Dinosaurier bevölkern das Büro von spendino (www.spendino.de). Die ansich gewaltigen Echsen sind das Markenzeichen des jungen Start-ups, welches Ende des vergangenen Jahres von Martin Müller, Florian Nöll und Sascha Schubert ins […]
spendino sammelt Spenden ein

Putzige kleine Dinosaurier bevölkern das Büro von spendino (www.spendino.de). Die ansich gewaltigen Echsen sind das Markenzeichen des jungen Start-ups, welches Ende des vergangenen Jahres von Martin Müller, Florian Nöll und Sascha Schubert ins Leben gerufen wurde. Rund ein Jahr Vorbereitungszeit haben die Berliner für den Start ihres SMS-Spendendienstes gebraucht. Sie wollen ein zentrales Problem der Spendenwelt lösen: Zwar spenden die Deutschen jedes Jahr Milliardenbeträge an gemeinnützige Organisationen aller Art, aber diese Gelder stammen meist von älteren Menschen. Junge Spender sind die Ausnahmen. Kein Wunder: Überweisungsformulare oder Aufrufe über Plakate samt Kontonummer kommen bei der jungen Zielgruppe nicht an. Spendino bringt deswegen das Handy und Kurzmitteilungen ins Spiel. Eine SMS können etliche Mobilfunker – und besonders junge Nutzer – bekanntlich blind tippen. “Jeder Handybesitzer kann diesen Dienst nutzen, Beträge bis 10 Euro sind möglich die von der Handyrechnung oder dem Prepaid-Guthaben abgehen”, sagt Nöll, der gemeinsam mit Schubert bereits der Frauennetzwerk bondea ins Rennen schickte. “Unsere bekanntesten Kunden sind derzeit die Berliner Tafel, die Triumph für Kinder Stiftung sowie die Parteien SPD und FDP.”

Die spendino -Gründer mit ihrer Sammelbüchse

Handybesitzer, die diese Organisationen und Parteien mit einer Spende unterstützen möchten, brauchen nur ein Stichwort an eine bestimmte Nummer schicken, fertig ist die Spende. Aufrufe für diese mobilen Sammeldosen sind entweder über Plakate, auf denen die Kurzwahl angespriesen wird, oder auf Veranstaltungen möglich. Denkbar wäre es, dass ein Politiker im Wahlkampf oder ein Musiker auf einem Konzert auf diese Weise – ohne große Probleme – Geld einsammelt. Der gespendete Betrag geht fast vollständig an den Spendenaufrufer – lediglich ein paar Cent wandern in die Kasse von spendino. Um sich allein über diese sehr kleine Provision zu finanzieren müssten die Hauptstädter monatlich eine sechsstellige Summe an Spenden einsammeln. Klingt viel, könnte im gigantischen Spendenmarkt langfristig aber sogar machbar sein.

Geplant: Spenden-Widgets für soziale Netzwerke

Das spendino-Team setzt daneben aber noch auf Mobile Marketing und Campaigning für soziale Zwecke. Denn spendion soll nicht nur eine mobile Sammelbüchse sein, sondern auch ein “Dienstleistungsunternehmen für den gemeinnützigen Sektor”. Noch in der Mache sind diverse Online-Tools wie Spenden-Widgets. Damit können Spender auf ihrer Homepage, in ihrem Blog oder einem sozialen Netzwerk auf Organisationen aufmerksam machen, die sie unterstützen. Parallel dazu sind die spendino-Gründer derzeit in eigener Tour auf Spendensuche. Nach Abschluss der Finanzierungsrunde wollen die drei Jungs dem Thema mobiles Spenden zum Durchbruch verhelfen. Bleibt zu wünschen, dass es klappt, denn am Ende profitieren vor allem die vielen gemeinnützigen Organisationen im Lande von diesem Engagement.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.