“Spezialisierte Jobbörsen haben Zukunft” – Florian Behn von CareerMee im Interview

CareerMee ist ein Jobbörsenportal neben vielen. Ist der Markt nicht bereits übersättigt? CareerMee ist ein Nischenportal ausschließlich für Kandidaten mit MBA-Abschluss einer anerkannten Business-Schule. In diesem Markt gibt es neben CareerMee nur zwei […]

CareerMee ist ein Jobbörsenportal neben vielen. Ist der Markt nicht bereits übersättigt?
CareerMee ist ein Nischenportal ausschließlich für Kandidaten mit MBA-Abschluss einer anerkannten Business-Schule. In diesem Markt gibt es neben CareerMee nur zwei weitere Anbieter, die sich speziell auf MBAs spezialisiert haben. Insofern sehen wir für CareerMee ausgezeichnete Wachstumschancen.

Careermee beschränkt sich auf die Abgänger von bestimmten Elite-Universitäten. Sind spezialisierte Dienste die Zukunft für Jobbörsen?
Wir sind davon überzeugt, dass spezialisierte Jobbörsen eine Zukunft haben, weil Personaler zielgerichteter suchen können und somit Zeit und Kosten sparen. Außerdem ist das Modell des “gefunden werden” zukunftssicher, weil es dem veränderten Arbeitskräftemarkt, in dem Top-Talente rar werden und der Erfolg im “War for Talent” über Unternehmenserfolg oder –misserfolg entscheidet, gerecht wird.

Warum setzen Sie gerade auf die Sparte “Absolventen von Elite-Universitäten”?
Ich bekam die Idee während meines MBA-Studiums an der ESADE Business School in Barcelona. Im MBA-Markt liegt unsere Expertise. Sollte CareerMee demnächst für Kandidaten mit anderen Abschlüssen geöffnet werden, dann muss die von unseren Kunden sehr geschätzte Exklusivität gewahrt werden.

Warum hat sich das Unternehmen sofort international ausgerichtet? Ist der deutsche Markt an Elite-Universitäten zu klein?
Der MBA-Markt ist international, deutsche MBA-Studenten gehen vor allem an die ausländischen Top-Business Schulen und an deutschen Schulen finden sich viele amerikanische, europäische und asiatische Studenten. Somit macht eine Beschränkung auf Deutschland keinen Sinn.

Nach welchen Kriterien werden die “Elite-Universitäten” ausgewählt? Gibt es eine Art Bewerbungsverfahren?
Sämtliche zugelassene Schulen auf CareerMee müssen zumindest eine Akkreditierung besitzen, z.B. das European Quality Improvement System (Equis), eine Art Gütesiegel für Bildungseinrichtungen. Außerdem müssen Sie im Ranking der FT oder Businss Week gelistet sein. Damit gewährleisten wir, dass Firmen und Rekruiter nur herausragende Kandidaten bei uns finden.

Warum können bei CareerMee nur die Unternehmer Kontakt mit den Absolventen aufnehmen und nicht umgekehrt?
Kandidaten unterstützen wir bei der passiven Jobsuche. Da sie anonym bleiben, bis sie einer Kontaktanfrage eines Unternehmens zustimmen, ist CareerMee besonders für angestellte MBA alumni interessant, die mit ihrem CareerMee-Profil ihren Marktwert austesten können. Außerdem erhöht sich die Reichweite der Kandidaten bei der Suche, denn viele Unternehmen suchen in unserer Datenbank nach potentiellen Führungskräften für Stellen, die sie anderswo nicht ausschreiben. Für Unternehmen liegt die Attraktivität unseres umgekehrten Bewerbungsmechanismus in der Zeit- und Kostenersparnis. Denn durch die gezielte Ansprache fallen die Unmengen von eingehenden, nicht geeigneten Bewerbungen weg, deren Bearbeitung normalerweise einen ganzen Mitarbeiterstab beschäftigt.

Gibt es dieses Modell schon in anderen Ländern?
Nein, in anderen Ländern gibt es dieses Modell meines Wissens nach noch nicht.

Aus welchen Ländern kommen die meisten Nutzer von CareerMee?
Wir haben aktuell 2800 User, davon kommen die meisten aus Deutschland, England, den Vereinigten Staaten und Indien.

Hat die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf das Unternehmen?
Ja, denn Unternehmen besetzen derzeit nur zögerlich Fach- und Führungspositionen neu. Nichtsdestotrotz wächst unser Firmenkundenstamm kontinuierlich, was auf die große Qualität der CareerMee-Kandiaten zurückzuführen ist. Um unseren Kandidaten die größtmögliche Reichweite bieten zu können und auf Wunsch unserer MBAs haben wir die weltweit führenden Executive Search Firms eingeladen, unsere Datenbank zu nutzen, was bisher mit großem Erfolg eingeschlagen ist.

Auf welche Schwierigkeiten ist CareerMee bei der Umsetzung der Geschäftsidee gestoßen?
Nachdem die Geschäftsidee in Barcelona entstand, entschlossen wir uns nach Berlin umzuziehen. Die Firmengründung und Umsetzung gestaltete sich einfacher in Deutschland, da wir hier auf ein bestehendes Netzwerk zurückgreifen konnten und gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter einfacher zu finden waren.

CareerMee finanziert sich bisher über die Gebühren der angemeldeten Firmen. Sind darüber hinaus andere Möglichkeiten der Finanzierung geplant?
Ja, Details möchte ich aber noch nicht preisgeben.

Zur Person
Florian Behn studierte an der ESADE Business School. Der Diplom-Ingenieur mit der Fachrichtung Elektrotechnik schloss sein Studium im März 2008 ab. Bereits 2007 erstellte er für das Start-up Linqia.com den Businessplan und verantwortete die Marketingstrategie für die Markteinführung des Social Network Marktplatzes. Vor seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre bei DaimlerChrysler – wo er Erfahrungen mit der Leitung von Großprojekten, B2B-Geschäften und im strategischen Marketing sammelte. Behn ist als Hauptgeschäftsführer von CareerMee (www.careermee.com) verantwortlich für Unternehmensstrategie, Marketing und Geschäftsentwicklung.

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. Bei 600 aktiven Jobbörsen in Deutschland macht eine Marktsegementierung Sinn.
    Wünschen viel Erfolg. Denke, das Modell ist machbar, nimmt jedoch den Career Centern ihre ” schwarzgelder / sponsor Gelder ” weg :-) und das werden Sie nicht mögen!



  2. 3os

    Die Spamregion in Herrn Schulze’s Gehirn zeigt schon überdurchschnittliche Aktivität, wenn in Australien jemand das Wort “Jobbörse” in den Mund nimmt.

    Falls ich es nicht schon einmal gesagt habe: Sie nerven nur noch – wer nimmt Sie eigentlich noch für ernst?

  3. Vor allem die Akkreditierung via Equis etc. ist nötig, da MBAs ja schon fast inflationär vergeben werden, wie KarriereBibel gerade berichtete: http://karrierebibel.de/lernwarte-%E2%80%93-der-mba-ist-kein-erfolgsgarant/ – und das Jobbörsen sich auf eine Zielgruppe ausrichten sollten, ist ja nichts wirklich Neues…

  4. @3os – werden uns ja wohl zu einem Thema äussern können, in dem wir uns auskennen! Und zwar nicht anonym, sondern offen.



  5. 3os

    Herr Schulze, sparen Sie sich bitte das Schreiben im Plural – dadurch werden Ihre Kommentare weder besser noch gewichtiger. Oder sitzen Sie etwa mit Ihrem siamesischen Zwilling an der Tastatur?

  6. Interessantes Interview. Ich finde den internationalen Ansatz sehr spannend und wünsche dabei weiterhin viel Erfolg. :-)

  7. Pingback: Careermee.com - Interview | Mikroinvest - Das Mikroinvestment Portal

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