Fünfzehn Fragen an Jakob Riegger von TrustYou

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Freiheit. Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? Ich selber verwende seit vielen Jahren Nutzerbewertungen, um ein Hotel zu buchen, ein […]
  • Von Christina Cassala
    Freitag, 13. Februar 2009
  • 9 Kommentare

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Freiheit.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich selber verwende seit vielen Jahren Nutzerbewertungen, um ein Hotel zu buchen, ein gutes Restaurant zu finden oder ein elektronisches Gadget zu kaufen. Was mir immer gefehlt hat, war der gesamte Überblick über alle Meinungen und eine einfache Navigation zu den Aussagen, die mich interessieren. Da ich selber aus dem Bereich Suchmaschinentechnologie komme, sehe ich den semantischen Suchansatz als logische Entwicklung, um dieses Problem zu beheben. Das machen wir jetzt mit TrustYou.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Venture Capital: unsere Investoren sind Jan Webering, die Ganske Verlagsgruppe, Holtzbrinck Ventures und Autonomy Systems.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die Suche nach Finanzierung: Niemand gibt einem Geld für ein gutes Konzept, sondern erwartet, dass man schon ein fertiges Produkt hat und erfolgreich ist. Es ist das klassische Henne-Ei-Problem…

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Schneller live gehen, Feedback von Nutzern einholen und dann das Produkt weiter verbessern.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir setzen vor allem auf starke Partnerschaften. Wir werden in Zukunft als innovative Suchmaschine für Hotels und Restaurants in großen Portalen als white label integriert sein. Außerdem bieten wir Hotelseiten und Reiseportalen an, unser Siegel – die Qualitätsessenz aus allen Bewertungen im Internet – bei sich einzubinden.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Unser Business Angel Jan Webering, der von Anfang an an uns geglaubt hat, auch ohne genau zu wissen, wohin die Reise geht.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Fokussieren, aber dennoch flexibel bleiben und nach links und rechts schauen. Es kann ja sein, dass man sein Business Modell mit der Zeit ändern muss.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Es gibt schon eine gute, vernetzte Gründerszene. Was fehlt ist „Wagniskapital“ in dem Sinn, dass auch etwas gewagt werden kann, ohne sofort die eigene Existenz aufs Spiel setzen zu müssen. Der Hightech-Gründerfonds und das Exist-Programm gehen in die richtige Richtung, sind aber noch zu bürokratisch.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Für mich schwer vorstellbar: ich mache schon seit der Schulzeit Start-ups und irgendwie ist das Gründen mein Leben. Aber vielleicht hätte ich es als Radsportler probiert, wäre mangels Talent kläglich gescheitert und dann in die Politik gegangen…

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei Imobilo, Plista und WeFind.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Als Idealist in das Jahr 2109: meine Hoffnung wäre, dass ich noch verstehen könnte, wie die Welt dann funktioniert und sehen würde, wie bis dahin die großen Themen der Menschheit wie Klimawandel, Krankheiten, Energieversorgung und Ernährung gelöst worden sind.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich investiere in der nächsten Runde in TrustYou.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner 2-jährigen Tochter. Kinder sind das Größte und zeigen einem, was wirklich wichtig ist.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Zum Kaffee mit Marissa Mayer von Google, zum Bier mit Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Web – oder andersrum.

Zur Person:
Jakob Riegger studierte in Konstanz und München Volkswirtschaftslehre. Bereits im Alter von 18 Jahren gründete er seine erste Firma, die Suchtechnologie-Beratung global linxs, und einige Jahre später designmuster, eine Suchmaschine für Patente. Der passionierte Gründer setzt mit TrustYou (www.trustyou.com), der ersten semantischen Suchmaschine für Bewertungen, auf innovative Suchmechanismen und mehr Übersicht im Web.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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