Bei getPraised können sich Freunde, Bekannte und Nachbarn gegenseitig bewerten

Im Netz kann man inzwischen alles mögliche bewerten – beispielsweise Hotels, Restaurants und Lehrer. Die kürzlich gestartete Plattform getPraised (www.getpraised.com) geht einen Schritt weiter. Beim Hamburger Dienst geht es um die Bewertung von […]

Im Netz kann man inzwischen alles mögliche bewerten – beispielsweise Hotels, Restaurants und Lehrer. Die kürzlich gestartete Plattform getPraised (www.getpraised.com) geht einen Schritt weiter. Beim Hamburger Dienst geht es um die Bewertung von ganz normalen Menschen und Personen. Wobei bewerten in diesem Zusammenhang eigentlich das falsche Wort ist – einschätzen ist passender. “In unserer Community stehen sich Freunde, Bekannte, Kollegen und Nachbarn ehrlich gegenüber. Gleichzeitig können sie sich über andere informieren, aber auch die eigene Repuation managen und etwas über sich selbst erfahren”, sagt Julia Weiss, die getPraised gemeinsam mit ihrem Bruder Dirk Weiss, in den vergangenen Monaten zum Leben erweckt hat.

Wobei die Nutzer der Einschätzungscommunity immer nachvollziehen können, wer sie wie eingeschätzt hat. Neben den registrierten anderen Nutzer können User von getPraised auch Nicht-Mitglieder bewerten. Diese bekommen dann eine Benachrichtigungsmail und können sich die Bewertung ansehen. Anonyme Bewertungen sind bei getPraised nicht möglich. Ansonsten wäre die Plattform vermutlich auch schnell eine Anlaufstelle für Rufmord und fiese Beleidigungen aller Art. “Gegen ungerechte Bewertungen oder missbräuchliche Einträge kann sich jeder wehren: Maßnahmen wie Gegenbewertungen, eine Gegendarstellung im Beweisblog oder Direktansprache per Beschwerdemail sind absolut zulässig”, sagt Dirk Weiss. Für die Einschätzungen einer Person gibt es bei getPraised die fünf Kategorien Mensch, Partner, Freund, Sport und Beruf mit mehreren Kriterien.

“Alle Menschen sprechen ständig über andere Personen”

Alle Bewertungen zusammen ergeben den sogenannten gP-Score. Dieses Ergebnis lässt sich über verschiedene Banner in die eigene Homepage oder das eigene Blog einbauen. Daneben sollen aus diesen Scores später Rankings aller Art entstehen. Um die Kosten wieder einzuspielen, sind Werbung und Premiumdienste angedacht. Zunächst muss getPraised – wie jede andere Community auch – aber erst einmal Nutzer anlocken. Die beiden Gründer sind sich durchaus bewusst, dass sie mit der Bewertung von Personen ein heißes Eisen anfassen und polarisieren. “Alle Menschen sprechen ständig über andere Personen. getPraised soll dabei helfen, dass Menschen sich gegenseitig einschätzen und gleichzeitig etwas über sich und andere erfahren können”, sagt Dirk Weiss. Das erste Feedback der Nutzer sei positiv. Der gP-Score des Gründers beträgt übrigens 8.2. In beruflichen Dingen kommt er bei den Punkten ambitioniert, bienenfleißig und redegewandt besonders gut weg.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.