Fünfzehn Fragen an Christoph Magnussen von smaboo

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Die Verantwortung für alle Entscheidungen selbst zu tragen. Aber dafür auch die Freiheit zu haben, alles selbst gestalten zu können. Bei welcher Gelegenheit kam […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Verantwortung für alle Entscheidungen selbst zu tragen. Aber dafür auch die Freiheit zu haben, alles selbst gestalten zu können.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Beim Kaffeetrinken mit meinem Mitgründer.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Am Anfang vom eigenen Sparbuch.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die ersten Kunden von dem Produkt zu überzeugen. In Deutschland herrscht noch sehr wenig Mut Neues auszuprobieren – vor allem in großen Konzernen.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Stärker fokussieren.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Definitiv das eigene Netzwerk und durch Veranstaltungen oder Events neue Leute kennenzulernen. Es geht eben nichts über den persönlichen Kontakt.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Fachlich sicherlich mein Mentor, der die Branche gut kennt. Ganz wichtig ist natürlich auch die persönliche Unterstützung durch Freundin, Familie und gute Freunde. Denn die stärken einem den Rücken, wenn es mal nicht so läuft, wie es soll – was beim Gründen auch vorkommt.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Dranbleiben und durchhalten – wenn es zu leicht wäre würde es ja jeder machen. Und wer hat keinen Bekannten der gerne sagt: “Das müsste man mal machen” oder “Die Idee hatte ich auch schon”. Nicht quatschen, machen!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Mir um alles in der Welt erklären, warum die Banker den Hintern gerettet bekommen, wenn sie Scheiße bauen. Was soll das? Und bitte die Ämter in Deutschland endlich in das Internet-Zeitalter katapultieren. Steuern, Anmeldungen usw. sind ja okay. Aber dann bitte so, dass einem nicht das kostbarste gestohlen wird, was wir haben – unsere Zeit. Ansonsten finde ich Deutschland super – wo sonst hat man einen so großen Markt auf so kleinem Raum.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Naja, ich hab ja eben deswegen gegründet. Also würde ich mich über Wasser halten und was zum Gründen suchen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Nur Mäuschen spielen ist doch doof. Würde ich nur machen, wenn ich viele, viele Fragen stellen dürfte. Dann bei den Jungs von amiando – das ist eine coole Truppe.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die 1960/70er Jahre, um einfach mal zu sehen, wie es ohne Internet läuft. Ging ja anscheinend auch und das gar nicht mal schlecht.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Also wenn ich einige Wochen zurückblicke, würde ich die in VW-Aktien investieren. Hat Porsche mehr gebracht als das Kerngeschäft. Das ist doch verrückt! Okay, im Ernst: Ich würde es natürlich zum Gründen einsetzen und müsste mich nicht mit Investorensuche aufhalten.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Definitiv ab 20.15 mit dem Tartort im Ersten!

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Richard Branson – das habe ich mir auch fest vorgenommen. Hat jemand einen direkten Kontakt zu ihm?

Zur Person
Christoph Magnussen, studierte in St. Gallen und war dann zwei Jahre Unternehmensberater bei Marketing Partner in Wiesbaden. Im Oktober des vergangenen Jahres gründete er gemeinsam mit Adrian Locher den Werbeflächen-Marktplatz smaboo (www.smaboo.de). Das Start-up platziert Werbung auf der Rückseite von Notebooks. Dieses sogenannte Embedded Branding, eine Kombination aus Empfehlungsmarketing, Sponsoring und Ambient Media soll sehr zielgenaue Werbung ermöglichen. Zielgruppe sind Studenten.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.