API-Alarm in der Gründerszene: Picabee, amiando und Qype setzen auf Schnittstellen

Heute ist API-Alarm in der Gründerszene: Gleich drei Start-ups schicken Schnittstellen ins Rennen. Der noch junge Fotoservice Picabee (www.picabee.de) sowie der Einladungs- und Ticketdienst amiando (www.amiando.de) wollen mit ihren Programmierschnittstellen Communitys und Social […]

Heute ist API-Alarm in der Gründerszene: Gleich drei Start-ups schicken Schnittstellen ins Rennen. Der noch junge Fotoservice Picabee (www.picabee.de) sowie der Einladungs- und Ticketdienst amiando (www.amiando.de) wollen mit ihren Programmierschnittstellen Communitys und Social Networks bei der Nutzerbindung und Monetarisierung ihrer Plattformen unterstützen. Über die API von Picabee ist es möglich, dass Nutzer einer Community ihre Fotos per Mausklick in ihren Picabee-Account übertragen können. Der Münchner Fotoservice entwickelt diese Bilder kostenlos. Möglich wird dies durch Werbung am rechten Bildrand. Auf dem sogenannten Valuestrip haben Werbungtreibende ausgiebig Platz für ihre Botschaft. Daneben weist meist ein kleines Logo am linken Bildrand auf die jeweilige Marke hin. Monatlich dürfen registrierte Nutzer maximal 30 Fotos bei Picabee kostenlos in Auftrag geben. Wobei es auch eine Mindestabnahmemenge gibt – diese beträgt 20 Abzüge. Dank der neuen Schnittstelle wird der pozenzielle Nutzerkreis von Picabee schlagartig vergrößert. “Indirekt profitieren auch die Betreiber der Community-Websites von diesem Modell. Sie bieten ihren Usern einen zusätzlichen Benefit und generieren dadurch neue Besucher für ihre eigenen Seiten”, teilt das Start-up mit. Obendrauf gibt es für Community-Betreiber noch einen finanziellen Bonus. So ist die API für beide Seiten eine runde Sache: Picabee kann neue Zielgruppen erschließen und Betreiber von Netzwerken können sich eine neue Einnahmequelle erschließen.

Ebenfalls an die Betreiber von sozialen Netzwerken richtet sich die sogenannte “amiando Community Ticketing API”. Damit sei es möglich, bestehende Eventfunktionen innerhalb von Social Networks mit dem Ticketingsystem von amiando aufzurüsten, sagt Gründer und Vorstand Felix Haas. Heimlich, still und leise nutzen Plattformen wie Nachtagenten und Mixxt die Schnittstelle schon seit einigen Monaten. “Jetzt stellen wir diese API in Kombination mit dem amiando ViralTicket System jedem interessierten Social Network zur Verfügung”, sagt Haas. Neben dem User-Mehrwert soll bei der API von amiando für Community-Betreiber ganz klar die Erschließung einer neuen Einnahmequelle im Vordergrund stehen. Die beliebig wählbare Provision für Ticketverkäufe wird zwischen dem Betreiber der Community und amiando geteilt. Neben der API gibt es noch weitere Neuigkeiten bei amiando: Die Münchner erweitern ihr Produktangebot und bieten ihre Dienste nun auch Veranstaltern an, die keine Ticketverkaufsoption brauchen, sondern “eine professionelle Lösung für ihr Teilnehmermanagement benötigen”. Zielgruppe für dieses Produkt sind Veranstalter von Seminaren, Kongressen, Firmenevents, bei denen Teilnehmerdaten erfasst und verwaltet werden müssen. Der neue Dienst hört auf den Namen amiandoEvents. Daneben bieten die Bajuwaren weiter amiandoFriends (Privatpersonen) und amiandoTickets (Ticketverkäufe) an. “Mit amiandoEvents haben wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagiert, auch Veranstaltungen mit komplexen Anforderungen in der von amiando gewohnten Einfachheit abzubilden. Weiterhin profitieren Event-Veranstalter davon, bereits im Vorfeld des Events ihre Gäste besser kennenzulernen und somit die Planung und Durchführung des Events bestmöglich zu optimieren”, sagt Haas.

Qype öffnet sich für externe Applikationen

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Bewertungsplattform Qype (www.qype.de). Dank der sogenannten Qype API öffnet sich das Hamburger Start-up, welches kürzlich stattliche acht Millionen Euro Risikokapital erhalten hat, für externe Applikationen. Die Eigenentwicklung Qype Radar, welche demnächst startet, verwendet die Qype API bereits. Über die geosensitive iPhone-AppliKation soll es möglich sein, alle “Qype-Empfehlungen in der näheren Umgebung zu finden und direkt dahin zu navigieren”. Cem Basman, seit Mitte Oktober für Qype als strategischer Business Development Manager tätig, schreibt in seinem Blog, dass es “angedacht ist, in Kürze einen Wettbewerb für die besten Anwendungen auszuschreiben, die die Qype API verwenden”. Qype-Gründer und Geschäftsführer Stephan Uhrenbacher freut sich auf viele Applikationen, die dabei helfen, die Inhalte der Qype-Nutzer weiter zu verbreiten. Gerade für Anbieter von mobilen Diensten und Unternehmen, die auf lokale Geschäftsmodelle setzen, dürfte die Qype API interessant sein. Ganz nebenbei wird der Name Qype auf diesem Wege zu hoffentlich vielen neuen Nutzern getragen. Letztendlich profitieren von der Programmierschnittstelle aus dem Hause Qype somit auch beide Seiten. Gerade für Start-ups aus dem Bewertungsumfeld kann die Öffnung für externe Applikationen ein interessanter weiterer Verbreitungsweg sein. Auf der anderen Seite stehen die Schnittstellen von Start-ups, die Betreibern von Social Networks dabei helfen können, sich neue Erlösquellen zu erschließen. In vielen Fällen werden Communitys diese zustäzliche Verdienstmöglichkeit gerne annehmen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.