“Viral Marketing”, wie funktioniert das eigentlich? – Gastbeitrag von Martin Oetting, Teil 2

Heute der zweite Teil des Gastbeitrages von Martin Oetting (den ersten Teil gibt\’s hier): Neben der Frage, wie ansteckend ein Produkt ist, stellt sich für die Mundpropaganda außerdem die Frage nach den Meinungsführern […]

Heute der zweite Teil des Gastbeitrages von Martin Oetting (den ersten Teil gibt\’s hier): Neben der Frage, wie ansteckend ein Produkt ist, stellt sich für die Mundpropaganda außerdem die Frage nach den Meinungsführern – bereits benannt als “ansteckende Beziehungspflege”. Denn Meinungsführer sind, so weiß ja der Volksmund, extrem wichtig für den Mundpropaganda-Erfolg. Dass das so einfach nicht ist, und dass man das im Marketing differenziert betrachten sollte, ist ein eigenes Thema. An dieser Stelle so viel: Als Start-up sollte bei der Vermarktung der Plattform schon darauf geachtet werden, mit wichtigen Empfehlern zusammen zu arbeiten.

Und wie macht man das? Indem man wahllos irgendwelchen Bloggern lustige Dinge per Post schickt (ds hat so ein Paket übrigens auch erhalten, Anmrk. d. Red.), in der Hoffnung, dass die das irgendwie gut finden und deswegen drüber bloggen? Klar, kann man versuchen. Aber die Chancen, dass das Erfolg hat, sind gering.

Wichtige Leute frühzeitig einbinden

Es ist stattdessen zu empfehlen, was ich “Empowered Involvement” nenne, nämlich den gezielten Versuch, die richtigen und die wichtigen Leute bereits zu einem möglichst frühen Stadium in die Entwicklung des Projektes einzubinden.

Konkret gemeint ist: ein Gründerteam hat am Anfang eine gute Idee. Aber dennoch häufig nur sehr wenig detailliertes Wissen darüber, was die angepeilte Zielgruppe wirklich will, braucht, oder gut findet. Es ist also naheliegend, sich möglichst früh mit Schlüsselpersonen aus der Zielgruppe kurzzuschließen und die Idee zu diskutieren. Sich Meinungen, Rat und Input zu holen. Und zwar bevor das Produkt endgültig fertig und abschließend definiert ist. Auf diese Weise stellt man einerseits sicher, dass man nicht an der Zielgruppe vorbeientwickelt.

Aber man leistet noch etwas ganz Anderes: Man schafft Verbündete. Wer zu einem Projekt seine Meinung abgeben konnte, um Rat gefragt wurde, wer seinen Input in dem Projekt wiederfindet, der identifiziert sich später damit. Der hat ein ganz anderes Interesse an der Plattform, wenn sie launcht, als wenn er nur mit einer ungefragten E-Mail dazu bombardiert worden wäre.

Bloggen als Selbstzweck

Eine Möglichkeit dafür ist ein Weblog, auf dem man dokumentiert und diskutiert, was man mit seinem Start-up machen will, noch bevor es losgeht. Wenn man richtig bloggt, auch auf anderen Blogs vernünftige Kommentare hinterlässt und so Teil der Webdiskussion wird, dann nehmen einen die anderen Nutzer im Web wahr; sie werden auf das Projekt aufmerksam. Einen Blogger, bei dem man schon ein paar Kommentare hinterlassen hat, kann man dann auch viel leichter anschreiben, wenn man ihn zum eigenen Projekt ansprechen will.

Idealerweise betreibt man diesen Beziehungsaufbau aber nicht nur im Netz, sondern trifft die Leute gerade und insbesondere auch in der Offline-Welt. Es schafft echte starke Verbindungen, wenn die zukünftigen Fans und Empfehler erst einmal die Begeisterung in den Augen der Gründer gesehen und das Projekt direkt mit ihnen diskutiert haben. Dann entsteht ein ganz anderer Zugang, eine ganz andere Identifikation mit dem Projekt. Und dieses Involvement der Leute lässt Mundpropaganda entstehen.

Es gibt allerdings immer wieder Gründer, die Sorge haben, ihre Idee würde ihnen geklaut, wenn sie darüber bloggen. Oft ist die Sorge eher unbegründet. Manchmal ist eine Idee aber in der Tat so spannend und innovativ, dass andere direkt parallel ein Copycat entwickeln könnten, wenn sie davon Wind bekämen. Wer diese Sorge hat, sollte jedoch auf Beziehungspflege im Vorfeld auf keinen Fall verzichten. Dann muss das eben offline geschehen – auf Konferenzen fahren beispielsweise oder zu Veranstaltungen gehen. Dort können ausgewählt Leute direkt angesporchen und ins Vertrauen gezogen werden. Zusätzlich ist es möglich, diese Personen direkt zu fragen, ob es Zeit für ein Gespräch oder Treffen gibt, um mit ihnen im kleinen Kreis die Idee zu diskutieren.

Nicht nur mit Bloggern sprechen!

Extrem wichtig dabei: Nicht immer nur an die Blogger denken! Es kann nützlicher sein, wenn man mit ganz anderen Leuten spricht. Wer sich beispielsweise das Thema “Gesundheit” auf die Fahne geschrieben hat, der muss nicht unbedingt mit Bloggern reden, sondern der geht zu Konferenzen und Kongressen, wo über Patientenselbsthilfe und medizinische Fragen gesprochen wird, so wie Christian Angele mir einen Aspekt der Marketing-Arbeit bei Imedo erläutert hat.

Es geht bei dieser Beziehungspflege letztlich immer um zwei Resultate, die man erzielen möchte: erstens, man erfährt enorm viel über die künftigen Nutzer und schätzt die eigene Idee besser ein – denn erst dadurch wird die Plattform richtig gut. Zweitens, man kann Schlüsselpersonen so an das Projekt binden und dafür begeistern, dass sie künftig – wenn die Seite im Netz steht – auch als Empfehler wirken können und die Seite gern an andere weiterempfehlen. Ist es endlich soweit, geht es mit der Beziehungspflege aber erst so richtig los. Dann nämlich muss man weiter durch die Lande reisen und sich seine Fangemeinde quasi “erspielen“.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer mit seinem Viral Marketing nicht am selben Tag anfängt, an dem er oder sie die erste Idee für sein Webprojekt skizziert, der startet zu spät. Das virale Marketing muss in die Plattform hineingedacht werden – das bringt die Effekte, die letztlich Nutzermillionen möglich machen. Und wenn man die Diskussion über die Plattform nicht auch mit ausgewählten Mitgliedern der Zielgruppe führt, dann verschenkt man wertvolles Empfehlerpotenzial. Denn am Schluss, wenn die Plattform dann im Netz steht, bringen die viralen Filme meistens überhaupt nichts. Oder hat sich schon mal irgendein Leser hier bei einer Webplattform angemeldet, weil er oder sie ein total krasses Video gesehen hat? Eben.

Zum Autor:
Martin Oetting ist Gesellschafter und Leiter Forschung bei der trnd AG (trnd: the real network dialogue), der ersten deutschen Spezialagentur für Mundpropaganda Marketing mit Sitz in München, Berlin und Hamburg. Zuvor war Oetting fünf Jahre lang für die Grey Global Group in unterschiedlichen Positionen tätig, u.a. für Kunden wie Procter & Gamble, Intershop, interluebke oder Vattenfall Europe. Die trnd AG entwickelte 2005 einen Ansatz, der es ermöglicht, echte Mundpropaganda als planbaren Baustein im Media-Mix zu verankern.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. Maddin

    Guten Morgen Martin,

    ich finde es weiterhin zu seicht, entschuldige ;-)

    Aber am interessantesten finde ich eigentlich diesen Satz, den ich für ein Versprechen halte, das nicht erfüllt werden kann:

    “Die trnd AG entwickelte 2005 einen Ansatz, der es ermöglicht, echte Mundpropaganda als planbaren Baustein im Media-Mix zu verankern.”

    Sorry, aber das Einzige was ich danach dachte ist “gut, planbar bedingt, planbar & erfolgreich in keinem Fall”. Das erinnert mich dann doch zu sehr an das Gehabe bei Grey. Ich hatte vor einiger Zeit eine Diskussion mit Rolf (Gilgen) dazu und muß ihm Recht geben, “virales Marketing” ist ein zu großes Buzz-Wort und es ist alles andere als ein fester planbarer Baustein.

    Welche wirklich erfolgreichen Kampagnen habt ihr gefahren / entwickelt? Und zwar einmal als Baustein im Media-Mix für ein Produkt, daß schon fertig war und gibt es Produkte wo ihr eingegriffen habt bzw. schon in der Produktentwicklung einbezogen wurdet?

    Ich muß ehrlich mir ist keine der trnd Kampagnen als besonders gut oder wirksam in Erinnerung geblieben (mein ich nicht abwertend, sondern es ist wirklich so ;-) )

  2. Gute Ansätze – wenn man deinen Blog verfolgt ist das natürlich nicht neu ;)

    Das frühzeitige Einbeziehen von fremden Leuten hat aber nicht nur Vorteile. Das Risiko steigt, dass die Idee von anderen geklaut wird – wenn man Pech hat sitzt sogar einer von diesen zukünftigen Konkurrenten in der eigenen Closed Beta. Und dass das gerade bei Webprojekten relativ einfach geht mit den Copycats führt mich eher zu der Entscheidung erst mit dem ganzen rauszurücken (in der Öffentlichkeit – enge Freunde und Familie is was anderes) wenn auch schon ein sehr weit fortgeschrittener Prototyp besteht.
    Oder bin ich da zu paranoid ? ;)



  3. UlfGlattkowski

    @ Roland
    Du liegst aus meiner Sicht schon richtig. Statt es mit Leuten – die nacher vielleicht Mitbewerber werden – zu diskutieren, würde ich Marktforschung machen, ob die Idee eine Marktlücke effektiv schliesst.
    Das ist in der Anfangsphase wie Schwarzgeld: nicht einmal die Ehefrau sollte davon wissen.
    Man kann später die Feineinstellung immer noch mit anderen diskutieren, aber erstmal first mover sein.



  4. Jan

    Die wirkungsvollste Methode die Blogger und Meinungsbildner zu bekommen ist es, wenn man solche lustigen Dinge per Post verschickt und dabei nicht die viel wichtigeren $$$ bzw. €€€ vergisst. Siehe Peter Turi.



  5. Mark

    Ich muss Herrn Oetting in einigen Punkten wiedersprechen. Klar kann das jeder so machen, wie er will aber aus Erfahrung weis ich, dass es manchmal eben ganz anders läuft, als in seinem Tipp hier.

    1.)”Als Start-up sollte bei der Vermarktung der Plattform schon darauf geachtet werden, mit wichtigen Empfehlern zusammen zu arbeiten”

    Das mag für “Plattformen” vielleicht gelten, aber wenn man ein Produkt hat, und man bei all diesen wichtigen Empfehlern nicht wahrgenommen wird, dann pfeif ich auf die Empfehler. Päckchen schicken darf man nicht – zu aufdringlich – anrufen darf man nicht – verboten – an mailen darf man nicht – Spam.
    da setz ich liebr auf die Kunden, die es nutzen und gut finden und weiterempfehlen. Aus Erfahrung: Die ersten großen “Empfehler” kamen erst, nach dem das Produkt schon einige tausend User hatte. Obwohl man vorher abgewimmelt wurde, heisst es dann – OH, das ist aber interessant….

    2.) “Konkret gemeint ist: ein Gründerteam hat am Anfang eine gute Idee. Aber dennoch häufig nur sehr wenig detailliertes Wissen darüber, was die angepeilte Zielgruppe wirklich will, braucht, oder gut findet. Es ist also naheliegend, sich möglichst früh mit Schlüsselpersonen aus der Zielgruppe kurzzuschließen und die Idee zu diskutieren.”

    Bei allem Respekt aber genau DAS würde ich NIEMALS tun.
    Wenn die Gründer mit Ihrer Idee oder Ihrem Produkt nicht wissen, was die Zielgruppe will, läuft was falsch. Meist ist man doch SELBST Zielgruppe und hat eben DESHALB ja die Idee, eine Marktlücke zu schließen. Je früher man alles mit jedem Diskutiert, um so eher hat man einen netten Diskutierclub aufgemacht und weis am Ende selbst nicht mehr, was man eigentlich machen wollte – je mehr Leute man fragt, um so mehr Meinungen versammeln sich und um so unklarer wird es. Besser ist es – ein kleiner Kern aus Leuten, die wissen, was sie machen wollen, weil sie es selbst haben wollen oder genial finden und die machen erstmal. Wenn es dann was zum sehen gibt, macht man einen geschlossenen testlauf. Zudem kommt ja auch, das ein Produkt niemals “richtig fertig” ist. Es verändert sich auch nachdem man public ist weiter.

    3.)”Es gibt allerdings immer wieder Gründer, die Sorge haben, ihre Idee würde ihnen geklaut, wenn sie darüber bloggen. Oft ist die Sorge eher unbegründet”

    Oftmals aber auch nicht, denn Nachahmer sind verdammt schnell am Start, wenn ein anderer mal was auf die Kette bekommen hat. Besser ist es, sich erstmal einen Vorsprung zu erarbeiten um weit genug vorn zu sein. Die Kernelemnte des Produktes würde ich aber nach wie vor stets als “BETRIEBSGEHEIMNIS” betrachten.
    Es geht immer ums Geld verdienen und warum sollte man sich offenherzig und freigiebig die berümte Butter vom Brot nehmen lassen ?

    4.)”Wer mit seinem Viral Marketing nicht am selben Tag anfängt, an dem er oder sie die erste Idee für sein Webprojekt skizziert, der startet zu spät”

    Auf keinen Fall. man sollte sich im Vorfeld zwar schon überlegen, wen man wie anspricht, und was man alles machen kann aber starten kann man erst, wenn es was zu sehen gibt bzw. das Produkt da ist. Keiner hat Lust, sich “Baustellen” im Netz anzusehen oder über ungelegte Eier zu philosophieren. Da kommen dann Argumente wie: Versteh ich nich – meinst du, das braucht einer, findest du das gut – weis nicht so richtig blablabla. Wenn es aber was zum ansehen gibt, redet man dann wenigsten KONKRET über Verbesserungen oder sammeld Feedback von Kunden.



  6. Maddin

    Da kann ich Mark nur zustimmten.

    Aber ich finden den Schlußsatz eigentlich schon disqualifizierend genug: “Die trnd AG entwickelte 2005 einen Ansatz, der es ermöglicht, echte Mundpropaganda als planbaren Baustein im Media-Mix zu verankern.”

    Sorry, aber das glaubt doch keiner, zumal eine Planlösung nicht von Erfolg gekrönt sein kann. Gibt es wirklich erfolgreiche Kampagnen von trnd? Ich kann mich an keine Erinnern und ich seh so ziemlich alle (berufsbedingt).



  7. Mark

    THX – dachte schon, jetzt schreibt mir biernot wieder und macht mich fertig :-)



  8. biernot

    Ich wollte mich ja ab jetzt raushalten ;)
    Aber ich stimme deinem Kommentar zu.

    In meinen Augen sind die Beiträge von Martin eher ein Wunschdenken. Die Realität schaut allerdings etwas anders aus. Irgendwann wird es auch der Letzte merken ;)



  9. Mark

    Ui – ein Lob von dir :-)

    Hab ja nix gegen Martin – kenne ihn ja nichtmal aber wenn ich sowas lese, klingt das immer so unheimlich theoretisch aber die Praxis, das wahre Leben sieht in der Tat anders aus.
    Naja – vielleicht kommt es mir auch nur so vor, weil ich kein studierter Marketingprofi bin und all die schlauen Wörter nich kenne und nicht aus Studien zitieren kann :-)

    Martin zeigt in jedem fall aber talent, sich und seine Agenzur ins Gespräch zu bringen – auch ne Art PR zu machen – sogar verdammt clever – vielleicht sollte ich mich auch mal interviewen lassen hahaha
    Habe doch auch soooo viele lustige und unglaubliche Dinge zu erzählen :-)



  10. biernot

    Wenn wir seine Artikel weiterhin so auseinandernehmen bekommt der Martin vielleicht doch nicht so viele neue Kunden wie erhofft.

    Ein studierter Marketingprofi oder BWLer ist noch lange kein guter Unterehmer. Ich kenne genug von diesen aalglatten BWLern und weiß wovon ich rede. Außerdem beschäftigt sich die BWL ja ohnehin nur mit dem was in der Vergangenheit passiert ist und versucht diese Modelle auf die Zukunft anzuwenden. Wie gut das funktioniert kann man ja besonders bei Web 2.0 Start-Ups immer wieder gut beobachten ;)

    Die Businesspläne von Luupo und Weblin können noch so toll sein. Aber Flops sind sie dennoch.

    Dann berichte mal von deinen Erfahrungen, Mark!



  11. Jan

    Mark, sehr gute Einwände in Kommentar Nr. 3. Da kann ich nur zustimmen.



  12. Mark

    …wenn ich das alles hier rein schreiben sollte, dann sitz ich da 4 Wochen dran :-) und hab am Ende immer noch was vergessen ….

    Aber eine Sache ist mir in all den Jahren aufgefallen (vielleicht bin ich aber auch bloß neidisch, weil ich niemals ein Studium absolviert habe):

    Die krassesten Nieten waren meist Akademiker :-)

    Zuerst der Typ, der sich damals um Venture Capital kümmern sollte (er kaum aus nem Förderkreis der Deutschen Bank – son Vorzeigejuppi). Er hat nichts auf die Reihe bekommen und hat am Ende seine von ihm in Bankzeiten betreuten vermögenden Privatkunden angelabert auf unterstem Nivea (und mich selbst dabei fast noch um einige tausende Euro übers Ohr gehauen).

    Der zweite kam irgendwann mit seinem nagelneuen Doktorhut ins Büro – ich mein, ich gönnte es ihm ja – und hat dann hackendreist Kollgegen erpresst, von wegen was er alles tun könnte – positiv oder eben auch negativ, wenn man ihm kein TT Cabrio vor die Tür stellt usw.

    Der dritte war ebenfalls Doktor, der an der Uni Kurse abhält und seitenweise Papiere mit Ablaufplänen und Strukturgrammen vollmalen konnte – der hat die Strukturen der Firma ungefähr 20 mal geändert, bis keiner mehr wusste, woran er war und am Ende tatsächlich nichts mehr klappte.
    Warum auch auf Mitarbeiter hören, die das Geschäft jahrelang von der Pike auf gelernt haben….der Typ war der absolute Oberblender – wegen dem sind dann auch 10 Kollegen gegangen – heute unterrichtet er wieder Studenten – die können ja nich weglaufen :-)

    Willste noch mehr :-)



  13. biernot

    Ich sollte mich mit dem Akademiker bashing zurück halten, vielleicht mache ich ja auch noch meinen Ph.D. ;)

    Aber du hast schon Recht. Ein Studium ist halt nicht gleichbeutend mit einem guten Unternehmer. Entweder es ist einem in die Wiege gelegt oder nicht. Es gibt viele Leute ohne Studium welche hervorragende Führungspersönlichkeiten abgeben würden. Rene Obermann ist ein sehr gutes Beispiel. Auf der anderen Seite ist ein Studium natürlich die oftmals einzige Eintrittskarte in eine Führungspostion.

    Aber wenn ich von einem Prof. Dr. bei der Verleihung zum Startup des Jahres über Mymüsli lese:

    “Das innovative Geschäftsmodell spiegelt einen aktuellen Trend zum verstärkten “Customizing” bzw. zur “Individualisierung” von Produkten in und durch die Net Economy hervorragend wieder. Auch wenn die angestrebten elektronischen Skaleneffekte aufgrund der teilweise realen Prozesse rund um ein reales Produkt (Müsli) vielleicht nicht den Idealvorstellungen entsprechen, so ist der elektronische Kundennutzen (Selektion) klar erkennbar.”

    …kann ich mir nur an den Kopf packen und frage mich, warum ich mir diese ganze Theorie überhaupt antue.



  14. Maddin

    Na, es gibt auch echte Profis wie Rolf Gilgen (Ober Planner von BBDO), mit dem hatte ich vor längerem auch eine Diskussion über virales Marketing und ich denke der würde Martin hier auch deutlich widersprechen. Meiner Meinung nach ist virales Marketing nur bedingt planbar, wenn überhaupt erfolgreich. Und wer so etwas verspricht ist einfach unserös oder schlimmeres in meinen Augen.



  15. Mark

    biernot und maddin – was macht ihr beruflich wenn ich fragen darf – ich mein, so grob – ohne jetzt Details zu verraten – nur so zur Orientierung (und weil ich ein kleines bisschen Neugierig bin hehe…)



  16. biernot

    Ich studiere etwas in Richtung BWL/Informatik, aber verdiene eigentlich durch meine Webprojekte schon mehr als ausreichend ;)



  17. Mark

    …warum studiert man dann noch ???



  18. biernot

    Warum nicht? Vom zeitlichen her ist das kein Problem. Außerdem weiß man ja nie, wie die Welt in ein paar Jahren ausschaut…

    Daher halte ich auch die Entscheidung von den Imedo Jungs ein Semester vor dem Ende des Studiums abzubrechen für eher suboptimal.



  19. Mark

    ..ja gut, wenn du das Studium ja eh fast im Sack hast, kann mna es auch durchziehen. hab damit ja auch kein Problem – meine Frau ist ja auch Dpl. Ing. irgendwas…. :-)

    Trotzdem ersetzt ein Studium noch lange nicht die ganzen Erfahrungen, die man so in all den Jahren macht. Wollte ja auch keine Akademiker bashen, wie du vorhin formuliert hast – aber es war schon “komisch” was man so von diesen ganzen klugen Menschen so geboten bekommen hat. Aber wie geasgt – ist nur ein Teil – das kann man bei Bankern so weiterführen oder bei Menschen, die angeblich Fördermittel besorgen können (Förderprogramme allgemein – sehr lustiges Thema) oder auch aktuell die ganze VCs oder sogenannten BAs – (Zitat sinngemäß – also – der Businessplan ist ja wirklich super – da sieht man, dass sie sich auskennen – aber Beteiligen, nein – das machen wir nicht).

    Und hier kommt dann wieder eine Erfahrung, die ich vor Jahren machte – wenn du sie brauchst, kommen sie nicht (oder investieren in wasweisich Community XYZ) aber sobald du anfängst, nenneswert Geld zu verdienen – unabhängig wirst, will jeder dabei sein (darfs ne Million (Euro) mehr sein – das Schriftliche regeln wir später – Zitat Sparkasse *lol*)

    Ach – ich glaub ich schreib n Buch :-)



  20. biernot

    Das Buch kaufe ich! ;)

    Ich habe meine ersten Erfahrungen mit eigenen Webprojekten gemacht als der Internetzugang noch 10 Pfennig die Minute gekostet hat. Aber stetig dazu lernen und neue Erfahrungen sammeln kann man natürlich nie genug…



  21. Maddin

    @Mark
    Ich arbeite bei BBDO (größte Werbeagentur Deutschlands mit Umsätzen im deutlichen Millarden Euro Bereich). Wo genau möchte ich jetzt lieber nicht sagen ;-)

  22. Leider habe ich grade nicht die Zeit, hier auf alles Feedback einzugehen. Vielleicht nur so viel:
    1) Akademiker als Idioten darzustellen, ist Euer gutes Recht. Ich bin nur seit 2000 in der Agentur- und Marketingpraxis tätig, möchte also darauf hinweisen, dass ich vor allem aus der Praxis berichte.
    2) Die genannten Ansätze habe ich immer wieder mit verschiedenen Startupgründern – aus der Praxis! – besprochen, die mir zustimmen. Sonst würde ich das so nicht darstellen.
    3) Natürlich sind die Kampagnen von trnd ein Erfolg – sonst würden wir nicht seit dreieinhalb Jahren aus eigener Kraft wachsen – ohne Investment, solides organisches Wachstum.
    4) Wer glaubt, dass absolute Geheimniskrämerei der Weg zu einem erfolgreichen Startup ist, wird es schwer haben.



  23. Rolf W.

    @Martin: Wenn einer bei BBDO arbeitet ist es ja klar und peinlich genug, das er die Erfolge von trnd nicht anerkennen kann (berufsbedingt). Wenn er dann auch noch so fleißig hier kommentiert scheint das entweder genau sein Job zu sein, Wettbewerber unqualifiziert anzunörgeln oder er ist Praktikant und hat nichts besseres zu tun als Kaffe kochen.
    Ich bin seit vielen Jahren Mitglied bei trnd und finde die Projekte großartig aus Usersicht. Wenn die nicht (für die Kunden) erfolgreich wären und deine Tipps nicht richtig wären, würden wohl kaum über so viele Jahre so viele bekannte Marken Kampagnen bei trnd buchen.
    Vergiss die Nörgler, weiter so!



  24. biernot

    Keiner hat hier Akademiker als Idioten dargestellt. Es gibt halt solche wie jene hüben und drüben. Und Mark hat nur seine Erfahrungen geschildert.

    Ich denke der “neue Ansatz” von trnd Ware an sog. “Trendsetter” zu verschicken und auf Mundpropaganda-Effekte zu hoffen ist auf das “Web 2.0″ (btw: siehe meine Kritik bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0#Kritik) nicht so einfach übertragbar. Zudem, wie hier von Mark argumentiert, ist eine solche riskante Firmenpolitik mehr als diskussionswürdig.

    Aber dennoch: Sicherlich gibt es auch hier im Internet viele Lemminge welche gerne das nachblubbern was von anderen behauptet wird. Aber wie bekommt man die Blogger dazu über sein eigenes Produkt zu schreiben? Ich machs mal etwas kürzer:

    1) Tatsächlich gutes Produkt anbieten
    2) Mit Geld nachhelfen

    Ach ja. Und das man mit früher oder später auch auf Leute aus der Szene zugehen sollte um Kontakte zu knüpfen sollte eine Selbstverständlichkeit sein.



  25. Mark

    Hallo Herr Oetting…

    Nicht falsch verstehen, meine Kommentare…
    das richtet sich nicht gegen Sie – ich berichtete auch nur aus meiner jahrelangen Erfahrung, wie Sie auch :-)

    Auch habe ich “Geheimniskrämerei” nicht als Top Tip dargestellt aber es ist tatsächlich oft so, dass gute Ideen (vor allem diejenigen, die Funktionieren) sehr rasch und sehr gern kopiert bzw. geklaut werden. Wer so blauäugig ist, trotzdem in Gutmensch Manier mit allen offen über alles zu palavern, braucht sich nicht wundern, welche unerwünschten Effekte dann eijntreten (die Menschen sind schlecht – zumindest aber geldgierig ).

    Und: natürlich stimmen Ihre Gründer Ihnen zu – sonst wären Sie ja nicht bei Ihnen gelabndet :-)
    Ich jedenfalls stimme Ihnen nicht zu denn meine Erfahrung spricht mittlerweile einfach gegen Ihre Tips aber ich bin ja auch keine 19 mehr und kein Anfänger, der nicht weis, wie und wo….(bitte nicht als Miesmacherei aufnehmen, ich gönne Ihnen Ihren Erfolg ja…).

    Habe auch nicht den Masterplan in der Tasche aber ich leb ja auch nicht davon, die Theorie zu lehren bzw. zu verkaufen – bei mir zählt nur “aufm Konto” und deshlab sehe ich, das mein Ansatz auch funktioniert
    :-)

    Ich wünsch uns daher Glück und gutes Gelingen (dir auch biernot)



  26. biernot

    Danke Mark. Glück kann ich immer ganz gut gebrauchen ;)

  27. lol das ist ja mal geil – Maddin arbeitet bei BBDO und meint Martin O. Tipps seien alle nich besonders. Dann sieht man auf die BBDO Seite und findet “Probierpioniere” – in meinen Augen eine richtige Kopie des überaus erfolgreichen TRND Konzeptes.

    Aber Hauptsache man redet das Original schlecht… Solltest lieber weiter Kaffeekochen gehen.



  28. Maddin

    @Roland
    Da war ich (leider) nicht involviert und ja, die “probierpioniere” sind wirklich schlecht!

    Deinen letzten Satz schiebe ich mal auf Deine persönliche Frustration ;-)

  29. Danke für die Zustimmung.
    Wie man aber sagen kann der Oberplanner von BBDO würde vieles anders sehen als Martin O. und dann selbst eine 1:1 Kopie des Konzeptes online zu bringen, ist interessant zu sehen. So hat wohl die Milliarden-Euro Agentur auch kein besseres Rezept.

    Frustriert wäre ich wenn ich einen großen Namen vorschieben müsste anstatt meine eigene Kompetenz ;)

  30. Hallo Mark, natürlich muss man das differenzierter sehen. Naives Ausplaudern halte ich auch für wenig hilfreich – daher habe ich ja oben geschrieben, dass man dann eher “offline” wirklich passend ausgewählte Leute ins Vertrauen ziehen sollte, die dann zu Mitwissern und Insidern werden. Dass das wichtig ist, glaube ich auf jeden Fall.

    @Roland: Danke für den Hinweis, den habe ich mir selbst nicht erlaubt. ;-) Aber wen’s interessiert – wir haben entschieden, die “Neuen” einfach freundlich zu begrüßen (siehe Link unter meinem Namen bei diesem Eintrag). Denn letztlich ist ja bekanntlich die Nachahmung das größte Kompliment, das man jemandem machen kann.



  31. Maddin

    @Roland
    Das ändert nichts an der Erfolglosigkeit von trnd Konzepten und dem Artikel, sowie Versprechungen, die einfach unseriös sind. Und wie gesagt probierpioniere ist auch schlecht.

    Und das sage ich nicht als “Konkurrent”, denn der Bereich in dem ich arbeite ist keine Konkurrenzfür trnd und bei BBDO arbeiten fast 200.000 Menschen. Aber ich kann natürlich auch für alles verantwortlich sein :-D

    Von daher sehe ich mal Deine Aussagen als die eines Neulings, der sich noch nicht informiert hat und verzeihe Dir ;-)

    @Martin
    Sorry, aber sachlich fundiert bist Du immer noch nicht auf die Kritik an Deinem Artikel eingegangen :-)

  32. Maddin, erst sagst du dass du berufsbedingt die Kampagnen von TRND verfolgst und dann sagst du dass du garnicht in dem Bereich tätig bist.

    Egal was du nun wirklich machst: Woran misst du denn den Erfolg der TRND Kampagnen ?
    Freue mich über Fakten – und bitte kein internes “Ich habe gehört…”-Geblubber.

    Ich hab mich sehr wohl informiert – sonst wäre ich ja nich auf euer Copycat gestoßen ;)



  33. Mark

    Hallo Herr Oetting,

    ich denke nach wie vor, dass es für junge Gründer extrem gefährlich sein bzw. das vorzeitige AUS bedeuten kann, eine potentielle Geschäftsidee mit Menschen zu “diskutieren”, die entweder selbst keinerlei Vision haben oder auch einfach die Klappe nicht halten können.

    Wie oft wird im frühen Stadium von all den Leuten alles zerredet, alles kaputtdiuskutiert, alles mies gemacht oder es werden Probleme skizziert nach dem Motto – um Gottes willen, lieber die Finger davon lassen – “Probleme” also statt “Gelegenheiten”.

    Die Gründer selbst – ein kleines Team von Freaks, Leute, die an Ihre Idee glauben und diese beinhart durchziehen gegen jeden Wiederstand, die brauchen keinen Diskutierclub.

    Die einzigen wichtigen Leute, Freunde, Familie, und die Kollegen im Team selbst, stimmen sich eh ab und reden drüber. Das nenne ich aber noch nicht VIRALES MARKETING.

    Diese Leute aber erstellen dann ein Produkt, das man dann aussäen kann (in verschiedener Weise – um den Markt sozusagen “infizieren”) und dann setzen im besten Fall, wenns das Produkt hergibt, virale Effekte ein. Nicht vorher…

    So würde ich jederzeit vorgehen :-)



  34. Maddin

    @Roland
    Informiere Dich über die Strukturen eines großen Agenturnetzwerks und Du kommst vielleicht drauf wo ich arbeite. Da gibt es etliche Tochterfirmen ;-)

    Ansonsten kann Dir Martin helfen, der war mal bei unserem ewigem Verfolger ;-)

    Jetzt willst Du Fakten, nach dem “geh Kaffee holen”-Spruch?! Der Herr mag es gerne so wie es ihm in den Kram paßt, oder? ;-)

    P.S. Gib es zu, daß Du vorher noch nie von BBDO gehört hast und nachdem ich das erwähnt habe das erste mal auf der Seite warst. Erwischt! ;-)



  35. Maddin

    Ich kann Mark nur zustimmen. Ich wurde nicht von den Artikeln von Martin überzeugt und offensichtlich viele andere auch nicht. Was, sein wir ehrlich, für einen Dienstleister in dem Bereich nicht gut ist.

    Von daher würde mich ein eingehender Kommentar von Martin mit sachlichen Fakten freuen :-)

    Ich persönlich (ja Roland, nur ich ;-) ), bin der Meinung, daß virales Marketing eine sehr hohe Kunstform ist und auch nicht in dem Sinne existiert wie von martin im Artikel skizziert, sondern eher in der Richtung wie oben von biernot angemerkt.

    Weiterhin denke ich, daß es nicht “planbar” ist, schon gar nicht als nachträglicher Baustein der in den Mediamix einbezogen werden kann (ich gehe ich von “erfolgreichem” Marketing aus, denn nur Geld für eine Wortschöpfung ausgeben, die nicht wirkt, ist keine Kunst!). Aber genau das verspricht trnd und damit sehe ich eine Grauzone, die sich schon arg im Bereich der Unseriösität befindet.

    Genau auf diese Punkte ging der Autor aber bisher nicht ein. Bin ich der einzige den das wundert und der sich nicht nur seinen Teil denkt, sondern es auch sagt? ;-)



  36. Mark

    @ maddin

    Der Autor hat doch seien Standpunkt vertreten – mehr kann er dazu doch auch schon kaum sagen – er siehts halt so und vertritt es (find ich OK) und wir sehns halt anders :-)

    Da kann man nun ewig weiterdiskutieren aber was andres außer, dass er daran glaubt, was er sagt, wirst du nicht hören – und mir reicht es ja auch so. Er sagt seine Meinung, und wir unsre :-)

  37. Der Herr mag es nicht wenn man jemandem Erfolgslosigkeit vorwirft und dafür überhaupt keine Fakten präsentieren kann. Weder am Anfang noch am Ende.

    Ob du bei BBDO, Grey, Serviceplan oder HansWurst arbeitest spielt für mich grundsätzlich keine Rolle. Es zählt nicht WO du arbeitest sondern was du selbst in der Praxis auf dem Kasten hast – bei großen Unternehmen ist es natürlich leicht einfach mitzuschwimmen ;) Du versteckst dich halt hinter nem großen Namen – dann musst du dich nicht wundern wenn du auf solche Copycats wie Probierpioniere reduziert wirst.

    Sei es wie es ist ich glaube an das Konzept von TRND. Ob es sich aber für die Unternehmen rechnet kann nur das jeweilige Unternehmen beurteilen – ausser wir haben hier jemanden von Kundenseite der dazu seine Erfahrungen abgeben kann. Alles andere ist Spekulation.

  38. Roland, ich glaube Maddin fand den von Dir gestarten persönlich Angriff nicht so lustig. Da mußt Du Dich nicht wundern und selbst hinter einem kleinen Namen kann man sich nicht verstecken :-)

    Was Fakten angeht, beziehst Du Dich ja auch nur auf “… ich glaube an das Konzept von TRND…”, das spricht Bände, oder? Fakten sehen anders aus. Ich könnte jetzt biblisches Material zitieren, mache ich aber mal lieber nicht ;-)

    Aber zum eigentlichen Artikel, ich finde er zeigt nichts Neues auf, noch ist er wirklich Praxisnah. Eine Steigerung der Reputation des Autors sehe ich auch nicht, eher einen gegenteiligen Effekt.

    Just my 2 cents



  39. biernot

    Ich stehe dem eigentlichen Konzept von TRND auch sehr skeptisch gegenüber. Und ich rede jetzt nicht von Webprojekten sondern der Dienstleistung für klassische Warenanbieter: http://www.connectedmarketing.de/cm/2007/05/next07_mein_vor.html

    Also ich fasse das Grundprinzip mal zusammen: Es werden Trendsetter definiert und diese erhalten kostenlose Ware in der Hoffnung, dass diese Ware von den Trendsettern weiterempfohlen wird und sich so ein Lauffeuer entwickelt.

    Und da geht es meiner Meinung nach schon los:
    – wie werden die Trendsetter definiert? So wie es für mich ausschaut, kann sich jeder Hans Wurst auf trnd.de registrieren.
    – sind eure Annahmen realistisch? Also Leute ihr glaubt doch nicht wirklich, dass jeder welcher eine kostenlose Produktprobe erhält (das ist eurer Konzept doch im Endeffekt) tatsächlich das Produkt einem anderen Vorschlägt, dieser es weiter empfiehlt und so weiter und sofort. Hey Leute, in der Realität läuft das doch anders ab. Nur weil ich einen neue Grafikkarte habe, erzähle ich doch nicht sofort allen Leuten: “Hey, meine neue Grafikkarte ist total super. Kauft euch auch eine”. 1) werden diese Leute dann keine Grafikkarte kaufen, weil sie womöglich keine benötigen und 2) nervt der normale Mensch nicht jeden Tag Freunde mit den Sachen die im Moment benutzt werden 3) können andere überhaupt sehen dass ich das Produkt nutze? 4) In der Realität werden Empfehlungen nicht von den Experten an die Freude herangetragen, sondern es läuft andersrum: Die Freunde fragen den Experten um Rat. Nicht jeder sabbelt so viel wie Marketingleute.
    – Wirtschaftlich? Wenn ich eine solche Kampagne starte kostet das eine Menge Geld. Angenommen ich verschicke 10.000 kostenlose Produkteinheiten und jede kostet 10 EUR. Das heißt ich habe 100.000 Euro verschenkt in der Hoffnung das durch diese Verschickungsaktionen zukünfigt (angenommen 20% Marge) mehr als diese 100.000 einbringt. Das bedeutet diese “virales Kampagne” muss mind. 50.000 zusätzliche Verkäufe generieren. Nicht eingerechnet die Kosten für trnd. Das bedeutet widerrum ein verschenktes Produkt mind. 5 neue Käufer generieren muss. Realistisch? Ich glaube nicht. Dann setze ich doch lieber auf andere Marketingmaßnahmen (welche auch ähnlich sein können).
    – Auswertung. Wie soll es bitte möglich sein eine solche “virale” Kampagne auszuwerten?

    Aber um nochmal zum Kernpunkt von eurem neuen Konzept zu kommen: Wie garantiert ihr, dass die Ware nur zu sog. Meinungsführern (wenn man sie überhaupt so einfach definieren kann) geschickt wird?



  40. Mark

    …hm – ich fürchte du hast Recht :-)
    Gutes Beispiel, das mit der Grafikkarte…

    In der Regel empfiehlt man ein Produkt willkürlich – aus Zufall bzw. Gelegenheit (wenn auf einer Party das Thema drauf kommt, und man zufällig dran denkt, n guten Tipp abzugeben).

    Und diese angeblichen Trendsetter sind doch meist Leute, die nur kostenlose Proben abstauben wollen :-)
    Da kenne ich genug von :-) Nach dem Motto, jemand hält dir ne kleine Probiertüte Gummibärchen hin und ich nehm gleich ne Hand voll (für die Frau, die Tochter, den Nachbarn und den Hund)



  41. Maddin

    @Roland:
    Zitat: “…wenn man jemandem Erfolgslosigkeit vorwirft und dafür überhaupt keine Fakten präsentieren kann….”

    und jetzt Deine Fakten:
    “Sei es wie es ist ich glaube an das Konzept von TRND.”

    Fakten lieferst Du damit nicht, oder? Ich hoffe die sind nicht beim Kaffee holen verloren gegangen ;-)

    @biernot
    Oh, oh, damit machst Du Dich unbeliebt, das war das Killer-Argument ;-)

    Das ist der Grund warum ich TRND und auch unsere Plattform für schlecht und ineffizient halte (was meine private Meinung ist, gerne darf jemand das jetzt auf die BWL typische Weise widerlegen :-D ).



  42. biernot

    “Und diese angeblichen Trendsetter sind doch meist Leute, die nur kostenlose Proben abstauben wollen”

    Denke ich auch. Um das zu untermauern habe ich mal schnell Google bezüglich trnd und kostenlos befragt. Auf Seite 1 direkt: http://www.talkteria.de/forum/topic-6877.html

    “Moppeline123″ und “Angel777″ wirken auf mich nicht wie Trendsetter, sondern eher wie Kiddies die sich über kostenlose Kaugummies freuen.



  43. Maddin

    Ich lach mich schlapp, wie geil ist der Link denn?! Ich lieg auf dem Boden :-D

    Jetzt kann man nur noch hoffen das die Kunden das auch mal lesen und von jeder dieser sinnlosen Plattformen die Finger lassen!



  44. biernot

    Nein Nein Maddin. Lass Nivea und Wrigleys weiter ins virale Marketing investieren. Ich freue mich immer wenn Geld ausgegeben wird! Egal wie, wo und für wen. Es soll doch bergauf gehen mit Deutschland! ;)



  45. Mark

    Wenns n paar Millionen Euro Werbebudget nicht mehr bringen – pumpen wir die Kohle nich mehr in TV oder Print sondern in “underground” Aktionen und nennen es viral ;-)

    Kommt Leute – wir packen die 70 postings hier locker :-)

  46. Pingback: Die Woche im Rückblick :: deutsche-startups.de

  47. Pingback: “Viral Marketing”, wie funktioniert das eigentlich? - Gastbeitrag von Martin Oetting, Teil 1 :: deutsche-startups.de

  48. Maddin: Zuhören bzw. genauer lesen lernt man wohl bei BBDO nicht – immerhin hol ich meinen Kaffee für mich selbst und nicht für andere ;)
    Ich sagte nicht dass trnd ERFOLGREICH ist sondern dass ich an das Konzept glaube. In meinem Post hab ich geschrieben dass den Erfolg nur der Kunde der solch eine Aktion schonmal mitgemacht hat beurteilen kann. Schon kompliziert i know ;)

    Biernot: Ein paar deiner Fragen würden sich beantworten wenn du dich mal bei trnd anmeldest. Da werden schon ein paar Interessen und andere Punkte abgefragt um herauszufinden was das eigentlich für ein TRND-User ist.
    Dass es auch Leute gibt die einfach nur kostenlos was haben wollen glaube ich und kann ich bestätigen aber das sind halt Streuverluste die jede Marketingkampagne hat.
    Dass man aber nichts weiterempfiehlt was man sich so kauft halte ich für ein Gerücht. Viele Empfehlungen entstehen auch aus Smalltalk-Situationen heraus. Z.b. erzählt mir ein Kumpel von seiner neuen Xbox oder ein anderer von seinem neuen Sony Fernseher mit FullHD. Wenn sie zufrieden sind schwärmen sie davon und vielleicht überleg ich mir dann auch mal einen neuen Fernseher zu kaufen – obwohl mein alter Röhrenknecht noch gut läuft.
    Viele Kaufentscheidungen entstehen ja nicht nur daraus dass man JETZT UNBEDINGT was braucht sondern durch die Anregung anderer Einflüsse. Auch sein Umfeld. Wer sich von sowas nich beeinflussen lässt kann sich ne Menge Geld sparen – aber viele viele können sich da nich so wiedersetzen.

    Zu deinem Beispiel: Klar, der ComputerNerd ohne Freunde kann die Grafikkarte nich weiterempfehlen aber schau dir mal die ganzen LAN-Partys und Gamerplattformen an. DA wird sehr wohl verglichen was für Grafikkarten der ein oder andere hat. Dem DAU ist natürlich egal was für eine Grafikkarte er in seiner Kiste hat – aber der bekommt ja auch keine bzw. interessiert sich auch nicht dafür.

    Wie man aber das ganze auswertet ist natürlich für mich auch noch ein Rätsel das aber nur Martin erklären kann.



  49. wumme

    WoM kann auf dem Weg von TRND nicht funktionieren. Warum? Hier einige Punkte, die meines Erachtens wichtig sind, damit WoM auch von Erfolg gekrönt wird.

    1.) WoM darf nicht den Eindruck der Werbung erwecken
    2.) Die Trendsetter müssen vom Produkt überzeugt sein (ein Anti-Alkoholiker kann kein Bier empfehlen)
    3.) Die Trendsetter müssen kompetent auf dem Gebiet des Produkt sein (z.B. jemand im Hausfrauenverein, der anderen Mitgliedern auf Nachfrage Reinigungsmittel empfehlen kann)
    4.) Der Trendsetter muss sich innerhalb einer geschlossenen Gruppe (z.B. Verein, Hausfrauentreff, Chor etc.) bewegen, da auch sicher gestellt sein muss, dass genügend Personen vorhanden sind, die auch der ZG des Produkt entsprechen. Und nur im Real Life kann ein Trendsetter das Vertrauen genießen, dass man benötigt, um überhaupt Produktempfehlungen auszusprechen.

    Es gibt noch genüngend andere Aspekte, auf die man Rücksicht nehmen muss, aber mir fehlt es an Zeit hier weiter auszuholen und zudem glaube ich auch, dass hier die studierten BWL Kräfte ihr theoretisches Wissen vorziehen und erfahrenen Personen aus der Praxis eh keinen Glauben schenken.



  50. biernot

    @Roland
    “Dass es auch Leute gibt die einfach nur kostenlos was haben wollen glaube ich und kann ich bestätigen aber das sind halt Streuverluste die jede Marketingkampagne hat.”
    Dann erkläre mir doch einmal wie TRND den Großteil (wie von dir behauptet) der anderen TRND Nutzer als Trendsetter erkennt UND definiert. Wenn du mir das erklären kannst, können wir über Sinn und Unsinn von Produktproben diskutieren.

    “Klar, der ComputerNerd ohne Freunde kann die Grafikkarte nich weiterempfehlen”
    Und die TRND Nutzerin welche keine Freudin mit trockner Haut hat, kann die neue Dove Pflegelotion nicht weiter empfehlen. So ist es nun mal! Und genau aus diesem Grund halte ich die Rechenbeispiele von TRND einfach für unseriös und simplifizierend.

    “Viele Empfehlungen entstehen auch aus Smalltalk-Situationen heraus. Z.b. erzählt mir ein Kumpel von seiner neuen Xbox oder ein anderer von seinem neuen Sony Fernseher mit FullHD”
    Wo wir wieder beim Punkt Wirtschaftlichkeit wären: Denkst du dieser eine verschenkte Fernseher erzeugt 5 neue Verkäufe?

    Ich sage es jetzt noch einmal: Erkläre mir wie TRND den Großteil (wie von dir behauptet) der anderen TRND Nutzer als Trendsetter erkennt UND definiert.

    @Wumme
    Dein Post passt ganz gut zu meiner Kernfrage an Roland :)

  51. “Wo wir wieder beim Punkt Wirtschaftlichkeit wären: Denkst du dieser eine verschenkte Fernseher erzeugt 5 neue Verkäufe?”
    Ich denke man muss auch bei den Produkten unterscheiden wie man diese Testen lässt. Wenn ich einen Fernseher verschenke macht das wenig Sinn – einen Fernseher aber zur Verfügung stellen für einen Zeitraum von 2-3 Wochen macht durchaus Sinn. So war auch die Kampagne mit dem Opel Cabrio/GTC.

    Bei Verbrauchsprodukten wie Cremes etc. kann eine verschenkte Packung durchaus dazu führen dass jemand ab sofort immer die Creme kauft – und damit haben wir einen langfristigen neuen Kunden + jemanden der diese immer wieder weiterempfehlen kann. Klar, wenn meine Creme scheiße ist dann bringt mir natürlich auch das beste Marketing nichts und die Aktion wird verpuffen. Wenn das Produkt aber gut ist hab ich mit relativ wenig Aufwand (Produktionskosten einer Creme sind ja nix + TRND Kosten) +/- 2000 neue Kunden bekommen. Und die kaufen die Creme ja nich nur einmal. Also bitte auchmal ein wenig langfristig denken.

    Und wegen der Hautcreme für trockende Haut: Wenn ich nicht selbst trockende Haut hab dann würd ich doch solch eine Creme garnich testen oder ? Und ein Anti-Alokoholiker wird sich auch nicht für einen Test zum neuen Bier-Mix anmelden. Also geht es – für mich zumindest – nicht nur um Weiterempfehlungen sondern auch einen interessierten Kundenkreis direkt anzusprechen.



  52. biernot

    Du hast immer noch nicht meine Frage beantwortet. Daher stelle ich sie dir jetzt zum dritten mal: Wie garantiert TRND den innovativen Ansatz Produkte hauptsächlich an Meinungsführer zu verschicken?

    Das Produktproben bei Cremes sehr üblich (siehe Beilagen in Frauenzeitschriften) und Probefahrten bei Autos sehr sinnvoll sind, brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.



  53. wumme

    Das Beispiel mit der Creme ist aber eher schlecht gewählt – denn machen wir uns nichts vor: in der Regel hat der Verbraucher noch einen Vorrat an Cremes, die er regelmässig verwendet. Sprich, der eigentliche Verkauf findet erst zu einem viel späteren Zeitpunkt als die Aktion statt und wie man diesen Erfolg im nachhinein messen kann bleibt mir ein Rätsel. Zudem eignen sich viele Probierpackungen nicht dazu, um einen langfristigen Erfolg einer Creme zu testen.

    Solange nicht eine geschlossene Gruppe, die strukturiert und der ZG entspricht, ansprechen kann, solange handelt es sich um eine stinknormele Promotion. Personen geben eine Empfehlung, die ich nicht kenne und denen ich kein Vertrauen schenken kann.

  54. Pingback: Viral Marketing - Was ist das? » Websenat

  55. Ich denke garantieren(!) können sie es nicht. Sie können – meiner Meinung nach – lediglich garantieren dass der Großteil der Bewerber wirklich an den Produkten interessiert ist. Was ja im Gegensatz zu den typischen Fernseh und Printwerbungen und Online-Bannern ein Vorteil ist.

    Dazu kommt was eigentlich ein Trendsetter ist – für mich ist das eher ein Superstar der extrem im Rampenlicht steht und damit auch die nötige Akzeptanz/Bekanntheit hat um richtige Trends und Hypes in Bewegung zu setzen. Bei TRND sehe ich nur normal-sterbliche die ihren Freundeskreis beeinflussen können so wie in meinen Beispielen oben genannt. Und dazu muss man nicht DER Meinungsmacher sein.

    “Zudem eignen sich viele Probierpackungen nicht dazu, um einen langfristigen Erfolg einer Creme zu testen.”
    Soweit ich mitbekommen hab werden keine Probepäckchen sondern Originalpackungen verschickt. Aber auch die Dove Sunshine Aktion müsste man nur einmal benutzen um den Effekt zu sehen – also nichts mit Langzeit-Tests bei Cremes. Es kommt eben immer auf das Produkt an.

  56. “lediglich garantieren dass der Großteil der Bewerber wirklich an den Produkten interessiert ist”

    Ich verspreche mir von Werbung nicht gerade nur Leute zu erreichen, welche sich eh schon für den Bereich interessieren! Erfolg verzeichnet sich doch gerade dadurch, dass man Leute erreicht, welche noch nicht mal wissen, dass dieses oder jenes Produkt existiert und versucht dafür auch noch Interesse zu wecken. Sicherlich möchte ich meine Zielgruppe ansprechen, deswegen würde man sich auch an Blogger richten, welche sich mit dem Themengebiet beschäftigen, doch wäre es ein wesentlich besserer Werbeeffekt, wenn man darüber hinaus Leute erreicht, welche sich noch nicht damit auseinandergesetzt haben! Diese werden nämlich zuerst bei Ihnen kaufen, anstatt beim Konkurrenten! Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: Einen neuen Kunden zu gewinnen ist doppelt so teuer, wie einen alten nochmal zum kauf zu animieren!

    Phönomen StudiVZ – aus meinem Bekanntenkreis haben sich x Leute auf der Plattform registriert, selbst diejenigen, die überhaupt nichts mit Internet am Hut haben. Und warum? Jeder hat die Seite weiterempfohlen. Doch braucht man heutzutage nicht mehr nur ein innovatives Startup und ein paar Leute die es interessant finden, denn Produkte gibt es wie Sand am Meer. Es werden Leute benötigt, die einen gewissen Status mitbringen! Frage ich also einen Business-Coach über mein Startup aus, so muss er davon begeistert sein, dass dieser es weiterempfiehlt, in der Hoffnung es erreicht irgendwann einmal den richtigen Investor und die nötigen Kunden!

    mfg



  57. wumme

    Ein Testimonial ist eventuell ein Trendsetter, aber noch lange kein Empfehlungsgeber.

    Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, sobald ein Bruce Darnell für irgendsone Handyscheisse wirbt, dass du im nächsten Moment den Vertrag wechselst.

    Die meisten Kaufentscheidungen werden nicht durch Werbung etc. getroffen, sondern durch die Empfehlungen im privaten Umfeld. Das ergibt sich dann meistens in einem ganz lockeren Gespräch z.B. in dieser Form “Hi XYZ. Du kennst dich doch gut mit Computern aus. Ich habe hier ein Problem und brauche eine neue Grafikkarte. Kannst du mir da eine empfehlen? Ich habe da leider nicht viel Ahnung von….”

    Im nächsten Moment wird sich entscheiden, welche Grafikkarte gekauft wird – aufgrund der Empfehlung vom Experten aus dem näheren Bekanntenkreis.



  58. biernot

    Genau das glaube ich nämlich auch Roland. Davon auszugehen, dass sich bei solch einer Aktion hauptsächlich “Trendsetter” anmelden ist blauäugig. Hinzu kommt, dass Trendsetter kein griffiger Begriff ist, sondern hier differenziert werden muss. Ich habe mich auch mal bei TRND angemeldet. Dort ist es zwar möglich anzukreuzen welche Interessen ich habe – aber das heißt noch lange nicht, dass ich in diesem Gebiet auch Experte oder Vorreiter bin. Im Endeffekt mag es dann ja sein, dass Produktproben zielgruppengenau verschickt werden, da stimme ich dir zu, aber das Bild welches TRND zu vermitteln versucht nur an Meinungsführer Produkte zu verschicken und dass Leute mitmachen weil sie “Spass am Marketing haben” halte ich für falsch. Hinzu kommen Rechenbeispiele wie: “Wenn wir das Produkt an 2.000 TRND Partner verschicken, erreichen wir über in 3 Stufen über eine Millionen Menschen.” Nichts gegen dich persönlich Martin, aber wenn ich mir manche Marketingpräsentation so ansehe, frage ich mich, ob das vielleicht doch nicht eine verkappte Kaffeefahrtspräsentation ist.

    In meinen Augen ist TRND ein Dienstleister welcher Produktproben verschickt und gleichzeitig durch ein Punkte- Prämiensystem die Mitglieder versucht zu motivieren sich aktiv mit dem Produkt auseinander zu setzen. Dass sich das nur für sehr wenige Produkte rentieren kann, da solltet ihr mir zustimmen können.

    Und letztendlich ist es egal über welchen Kanal das Produkt beworben wird, denn zu 90% entscheidet im Normalfall immer noch die Qualität/Innovation bei neuen Produkten. Dann entsteht Mundpropagada – egal ob es anfangs begleitend über TV, Print, Bannerwerbung, Produktproben oder wie auch immer auf den Markt kam. Daher bleibe ich dabei: Virales Markting > Wunschdenken > Marketingblase

    Das gilt nur für die von TRND geschaffene Definition vom viralen Marketing. Denn jeder hat hier ja seine eigene ;)

  59. @biernot
    Na dann sind wir ja jetzt ungefähr einer Meinung. ;)

    @hendrix
    Bin absolut anderer Meinung. Du hast zwar Recht damit dass es viel teurer ist einen Neukunden zu generieren als jemanden der eh schon interessiert ist aber wie das mit deinem ersten Satz zusammenpasst versteh ich ehrlich gesagt nicht. Damit versuchst du nämlich jemanden von einer ganzen Branche bzw. Gebiet zu überzeugen für das er sich garnicht interessiert – ich meine ich weiß doch ob mich Hautcremes/Elektrogeräte und Autos interessieren oder nicht. Die ganzen TV Spots mit Hautcremes blende ich schon aus – weil es mich nicht interessiert. Also brauch ich bestimmt auch keine Test-Produkte dazu und die Mühe mich auf eine bestimmte neue Hautcreme aufmerksam zu machen ist vergebene Mühe/Geld.

    @wumme
    “Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, sobald ein Bruce Darnell für irgendsone Handyscheisse wirbt, dass du im nächsten Moment den Vertrag wechselst.” ICH würd das auch nicht tun weil ich Bruce Darnell keine Anerkennung schenke, bewundere oder sonst sowas.
    Ein Payman Amin (GNTM) der immer sehr stylische Hemden an hat hat mich aber schon dazu bewegt nach solchen Hemden online zu suchen und letzlich zu kaufen.

    Wir dürfen nicht den Fehler machen und immer nur von uns ausgehen!!
    Ich würd keine Handygames kaufen – Millionen von Kids und Erwachsenen machen es aber. Ich würd mir keine drei aktuelle Spielekonsolen ins Haus holen – Millionen von Leuten machen es aber. etc. etc. etc.



  60. wumme

    Dass jeder ein anderes Konsumverhalten aufweist, ist absolut legitim – aber lt. Statistiken werden Kaufentscheidungen > 70% über WoM getroffen, von Personen, die aus dem eigenen Bekanntenkreis kommen.

    Vielleicht macht es sogar Sinn hier die Sinus Milieus heranzuziehen. Ich denke dass gerade bei den Experimentalisten und mit Abstrichen den Hedonisten die Personen zu finden sind, die sich durch Testimonials zwar nicht beeinflussen lassen, aber ihnen zumindest die Produkte bekannt geworden sind und sie beim nächsten Einkauf sich daran erinnern und zuschlagen. Ggf. werden sie das Produkt dann weiterempfehlen, sofern sie davon überzeugt sind. Aber Fakt ist, dass das Testimonal keine Kaufentscheidung hervorgerufen hat, sondern lediglich das Produkt für einen bestimmten Zeitraum interessant gemacht hat.

  61. Ich nehme mal das Beispiel von dem Produkt “Toasty`s” mit dem Slogan: “Don´t call it Schnitzel”.

    Man sieht die Werbung, es weckt Interesse, was die Industrie sich wieder für Fastfood mist ausgedacht hat und siehe da, nach kurzer Hand hört man von Links und Rechts, dass es total lecker schmeckt etc.

    Ein paar Tage später gehe ich durch einen Laden und sehe im Kühlregal diese Toasty´s. Aufgrund der guten Erfahrungen meiner Bekannten hätte ich fast selbst ein Packet gekauft, doch waren mir für “einmal probieren” zuviel in einer Packung und mein Geld war schon für die geplante Feier am Abend verplant, demnach habe ich es nicht gekauft ABER mit dem Gedanken gespielt!

    Es geht gar nicht darum, dass man eine DAUERPRÄSENZ für ein Produkt herstellt, sondern darum, dass man beim ansehen, benutzen des Produkts den Drang hervorruft, dieses auch zu kaufen!

    Die Kaufentscheidung kann beim Tester sicher nicht direkt hervorgerufen werden, doch haben die Personen mit diesem Produkt schon einmal Erfahrungen gesammelt.

    Selbst bei dem etwas seltenen Fall, dass ein Mann wirklich mal Handcreme brauch, weil schwer gearbeitet wurde oder ähnliches, wer erinnert sich da wirklich an eine Werbung? Eben keiner, weil kein Mann sich dafür interessiert. Bringt TRND diesen Kunden aber vorher mit einer Handcreme in Kontakt, also per Probe, so besteht auf jeden Fall eine höhere Wahrscheinlichkeit, wenn der Kunde dieses Produkt im Regal sieht, dass er dieses auch kauft, so meine Meinung!

    Bei dem Beispiel mit Toastys war eine Innovation, gutem Slogan und wertvollem Marketing die Strategie, denn auch das Fast Food Geschäft ist sehr stark umkämpft! Wobei sich natürlich die Frage stellt, wie lange dieses Produkt auf dem Markt bleibt, es gab ja schon viele solcher Versuche!

    Wiederum stellt sich jetzt die Frage, wie viele Leser von euch jetzt auf den Gedanken kommen die Toasty`s zu kaufen, wenn ihr euch im Laden an diesen Beitrag erinnert ;)

    MfG

    Hendrix



  62. biernot

    Und weisst du was das Schlimmste an der Sache ist, Hendrix. Vor ca. 2 oder 3 Jahren habe ich, als ich nachts nach Hause gekommen bin (so wie jetzt), ein Schnitzel in den Toaster gehauen und bin für diese Aktion auch glatt in der Karnevalszeitung gelandet. Kein Witz.

    Tja. Und jetzt verdient mit meiner(!) Idee irgend so ein Hans Franz Geld. Die Welt ist einfach ungerecht.

  63. “Dass jeder ein anderes Konsumverhalten aufweist, ist absolut legitim – aber lt. Statistiken werden Kaufentscheidungen > 70% über WoM getroffen, von Personen, die aus dem eigenen Bekanntenkreis kommen” – Diese Aussage bestätigt doch nur das Konzept von TRND ?! Hast du dafür Quellen – mich würds aus beruflichen Gründen interessieren.

    “Bringt TRND diesen Kunden aber vorher mit einer Handcreme in Kontakt, also per Probe, so besteht auf jeden Fall eine höhere Wahrscheinlichkeit, wenn der Kunde dieses Produkt im Regal sieht, dass er dieses auch kauft, so meine Meinung!” – Sag ich doch ;)

  64. Leider habe ich wieder nicht genug Zeit, eine ausführliche Diskussion zum Thema “Meinungsführer & Trendsetter” hier zu führen…

    Aber kurz dazu: der Mythos, dass es ein paar magische Menschen gibt, die man in das Marketing involvieren muss, um Kettenreaktionen erzielen zu können, ist schwer unter Beschuss. Ende letzten Jahres haben die Netzwerkforscher Duncan Watts und Peter Dodds in einer vielbeachteten Studie gezeigt, dass die üblichen Annahmen zur Wirkung von Meinungsführern nicht emprisch nachgewiesen bzw. modelliert werden können. Hinzu kommt der psychologische Effekt, dass derjenige, der Meinungsführer ist, häufig “sein” Thema betreffed deutlich kritischer ist als der Normalbürger. Selbst wenn ein Mensch also die magische Mundpropaganda-Wirkung hätte, ist es eine ganz andere Frage, ob man ihn oder sie für die Marke begeistern kann. (Ausnahme ist, wenn man – sie im Text – die Leute von Anfang an in den Prozess einbindet.) Daher bemühen wir uns bei trnd auch gar nicht darum, nach klassischen Meinungsführerkriterien zu arbeiten.

    Ganz im Gegenteil geht es uns darum, bereits der Marke gegenüber positiv eingestellte sowie kontaktfreudige Menschen mit dem Produkt zu involvieren und sie dann – und das ist hier wichtig – durch einen intensiven Dialog und Austausch für das Projekt zu begeistern. Wer also, wie der eine Kommentator oben, sich nur mal angemeldet hat, aber noch kein Projekt mitgemacht hat, kann unser System weder kennen noch verstehen.

    Unser Ziel ist meistens, dass Menschen in ihrem persönlichen Umfeld über neue Produkte berichte, sie zum Testen weitergeben und vor allem Feedback dazu einholen. Und auch wenn es manchem unrealistisch erscheint, dass wir dabei Konversationen in bis zu siebenstelliger Zahl anregen können, lässt sich relativ einfach darstellen, dass das alles andere als unrealistisch ist.

    Anders gesagt: wenn man – wie wir – Unternehmen wie Wrigley oder Unilever zur Zusammenarbeit in diesem Bereich überzeugt, der für viele Marketingleute oft noch Neuland ist, dann reicht es einfach nicht, wenn man nur ein paar wilde Behauptungen aufstellt. Wir wissen, was wir tun. Und die Teilnehmer haben Spaß dabei!



  65. biernot

    Ich denke schon in der Lage zu sein euer Konzept zu verstehen. In euren Blogs zu den einzelnen Produkten wird ja alles recht transparent dargestellt…

    Und in deinem letzten Kommentar hier hast du das TRND Konzept ja immerhin realistischer dargestellt als es auf eurer Website oder deinen Vorträgen der Fall ist.

    “Unternehmen wie Wrigley oder Unilever zur Zusammenarbeit in diesem Bereich überzeugt, der für viele Marketingleute oft noch Neuland ist”
    >
    “Unser Ziel ist meistens, dass Menschen in ihrem persönlichen Umfeld über neue Produkte berichte, sie zum Testen weitergeben und vor allem Feedback dazu einholen”

    Wenn das für manche Firmen tatsächlich Neuland sein sollte, dann finde ich hat TRND eine Daseinsberechtigung. Aber bitte tut nicht unter dem Blubberwort “viralen Marketing” so, als ob ihr wenn ihr durch planbare Mundpropaganda eine wahnsinnig neue Marketingstrategie entdeckt habt…

    Und ich habe jetzt zwar noch Zeit, aber mir fallen keine Argumente mehr ein ;)



  66. Lücky

    Viralität ist ein Effekt, keine Methode. Ihre Ursache liegt aus-schliess-lich im Produkt. Wenn das Produkt ein Scheissdreck ist, ists auch mit der Viralität nicht weit her. Das ist wie wenn man den Rausch vom Alkohol lösen und an Kopfsalat andocken möchte.



  67. anna

    Ich habe die Produkte immer gern genommen und immer selbst verbraucht! So brauchte ich wenigstens keine neuen Kaugummis oder Creme kaufen!

    TRND weiter so!

  68. Pingback: Gastbeiträge - eine Übersicht :: deutsche-startups.de



  69. einem TRND-Mitglied

    Habe bei TRND schon an etlichen Projekten teilgenommen. Falls es mal nicht geklappt hat, dann wohl weil ich laut TRND-Umfrage nicht mitten in der Zielgruppe gelandet bin oder weil ich zu faul war für eine konkurrentenübertreffend besondere Begründung, warum ausgerechnet ICH am jeweiligen Projekt teilnehmen will. Eine vorherige Umfrage ist gut, so filtert man sich eine gute handvoll potentieller Tester aus der Zielgruppe heraus. Erhält man eine Projekteinladung, steht es einem frei, ob man sich dafür bewirbt, oder anderen den Vortritt lässt, denn oft gibt es ja auch eine Teilnehmerbeschränkung, unverständlich hingegen ist mir eine Altersbeschränkung wie kürlich bei einem Deodorant-Projekt.
    Wenn ich ein Produkt testen durfte, dann habe ich es mir in den meisten Fällen hinterher auch gekauft, Freunde/Bekannte/Familie ebenso. Schafft man es nicht ins Projekt, dann sieht man das Produkt vielleicht noch im Supermarktregal etc., verzichtet dann auf den Kauf (lieber hätte man es ja vorher getestet). Überzeugt einen ein getestetes Produkt nicht, dann hat man es zumindest kennengelernt und gerne an Freunde/Familie/Bekannte etwa mit Pröbchenweiterreichung weiterempfohlen. Wenn es mir nicht zusagt, so vielleicht jemand anderem. Das klappt wirklich immer :)

  70. Virales Marketing hat vor ein paar Jahren sicherlich noch ganz gutr funktioniert, aber mittlerweile ist der Drops gelutscht. Gerade wenn man gezielt versucht auf diesen Effekt zu setzen – wie Lücky das richtig benannt hat – hat man im Prinzip schon verloren. Und von den sogenannten Meinungsbildnern halte ich schonmal gar nichts – was gut ist setzt sich auch durch, da brauche ich keinen der gezielt seine gekauftew Meinung unters Volk bringt.

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